Aktivistin ohne medizinische Versorgung

Die Gesundheit der in einem Gefängnis in El Amate de Cintalapa im mexikanischen Bundesstaat Chiapas festgehaltenen Aktivistin Adela Gómez Martínez ist bedroht. Es wird befürchtet, dass ihre Inhaftierung eine Vergeltungsmaßnahme für ihren Aktivismus ist und ihre Sicherheit in Gefahr ist.

Appell an

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES CHIAPAS
Manuel Velasco Coello
Palacio de Gobierno, 1er. Piso,
Av. Central y Primera Oriente
Col. Centro, C.P. 29009 Tuxtla Gutiérrez,
Chiapas, MEXIKO
(Anrede: Dear Governor / Sr. Gobernador /
Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 52) 961 618 80 88, Durchwahl: -21120, -21122
E-Mail: secparticular@chiapas.gob.mx

INNENMINISTER
Miguel Ángel Osorio Chong
Secretario de Gobernacion
Bucareli 99, col. Juárez, Cuauhtemoc,
Distrito Federal, C.P. 6600, MEXIKO
(Anrede: Dear Minister / Sr. Ministro /
Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 52) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de Las Casas, A.C.
Calle Brasil 14, Barrio Mexicanos
29240 San Cristóbal de Las Casas
Chiapas, MEXIKO
E-Mail: accionesurgentes@frayba.org.mx

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 6. November 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Mit Sorge habe ich erfahren, dass Adela Gómez Martínez in Haft nicht die für ihre Erkrankungen notwendige medizinische Behandlung erhält. Bitte stellen Sie sicher, dass sie umgehend medizinisch versorgt wird.

  • Ich fordere Sie weiterhin dazu auf, unverzüglich eine umfassende und unabhängige Untersuchung der Festnahme von Adela Gómez Martínez, Noé Hernández Caballero, Tania Itzel Rincón Gómez und Pavel Marx Hernández Gómez am 15. August durchzuführen sowie der von ihnen erhobenen Vorwürfe nachzugehen, während der Haft misshandelt und bedroht worden zu sein.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging authorities to guarantee the medical care that Adela Gómez Martínez requires to treat her medical condition while she is in detention.

  • Urging them to order a full, prompt and impartial investigation into the arrest on 15 August of Adela Gómez Martínez, Noé Hernández Caballero, Tania Itzel Rincón Gómez, Pavel Marx Hernández Gómez, and allegations of ill-treatment and threats received during their detention.

Sachlage

Amnesty International hat erfahren, dass Adela Gómez Martínez während ihrer Haft im Staatsgefängnis (Centro de Reinserción Social de Setenciados No.14, CERSS No 14) keine angemessene medizinische Versorgung erhält. Adela Gómez Martínez leidet an einer schweren chronischen Krankheit, die ihre Knochen angreift, und eine bestimmte medizinische Versorgung notwendig macht. Zudem hat sie bereits vor ihrer Festnahme an der linken Hand eine Verbrennung zweiten Grades erlitten. Adela Gómez Martínez hat offenbar für keines der Leiden die notwendige ärztliche Behandlung erhalten.

Am 15. August wurden Adela Gómez Martínez, ihr Partner Noé Hernández Caballero sowie ihre Kinder Tania Itzel Rincón Gómez und Pavel Marx Hernández Gómez vor ihrem Haus von Angehörigen sowohl der Bundes- als auch der Gemeindepolizei ohne Vorlage eines Haftbefehls festgenommen. Tania Itzel Rincón Gómez und Pavel Marx Hernández Gómez wurden später frei gelassen, berichteten aber, während der Festnahme von den Angehörigen der Polizei geschlagen, beleidigt und bedroht worden zu sein. So drohte ihnen einE PolizistIn: "Mischt euch nicht ein. Wenn ihr euch einmischt, wisst ihr, was dann passiert? Dann wird es die Hölle" ("No se metan, si no, ¿saben qué? Se le va a cargar la chingada"). Tania Itzel Rincón Gómez gab zudem an, während des Gewahrsams von einer Polizistin sexuell belästigt worden zu sein.

Adela Gómez Martínez und Noé Hernández Caballero sind Mitglieder der basisdemokratischen Organisation Organización Nacional del Poder Popular (ONPP). Am 8. August blockierten die ONPP und andere basisdemokratische Organisationen in Chiapas im Rahmen einer Demonstration die Internationale Brücke, die von Mexiko nach Zentralamerika führt, und verlangten von der Regierung des Bundesstaates Chiapas, ihren Forderungen nachzukommen. Am Tag der Festnahmen sagten die Behörden ein Treffen mit Noé Hernández Caballero und Adela Gómez Martínez ab und erhoben gegen Adela Gómez Martínez und Noé Hernández Caballero Anklage wegen Unruhestiftung und Erpressung, offenbar in Verbindung mit den Protesten vom 8. August.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die ONPP ist eine soziale Organisation, die 2006 gegründet wurde. Sie koordiniert die Aktivitäten von rund zehn verschiedenen Gruppen, die von den lokalen Behörden fordern z.B. bezüglich des Zugangs zu Ressourcen, finanzieller Unterstützung, sozialen Projekten sowie Landfragen, die indigene und bäuerliche Gemeinschaften betreffen, tätig zu werden. Die ONPP fordert zudem die Freilassung von Gefangenen ihrer Organisation.