Aktivistin wieder frei
Die Aktivistin Adela Gómez Martínez ist nach 64 Tagen Haft in El Amate de Cintalapa im mexikanischen Bundesstaat Chiapas freigelassen worden. Ihr Partner und Kollege Noé Hernández Caballero befindet sich weiterhin in Haft.
Sachlage
Adela Gómez Martínez wurde am 18. Oktober aus dem Gefängnis entlassen, nachdem ein Richter die strafrechtliche Verfolgung der Aktivistin beendet hatte. Den Gerichtsakten zufolge erfolgte die Freilassung von Adela Gómez bedingungslos und umgehend. Adela Gómez hat sich öffentlich bei allen bedankt, die sich für ihre Freilassung eingesetzt haben. Am 3. November berichtete sie jedoch, ihr Auto sei liegen geblieben, nachdem man dem Anschein nach den Motor manipuliert hatte, während sie und weitere Familienangehörige ihren Partner Noé Hernández Caballero im Gefängnis besuchten.
Die Freilassung von Adela Gómez untermauert den Vorwurf, dass ihre Inhaftierung willkürlich und das Gerichtsverfahren gegen sie unfair waren. Amnesty International wurde auch mitgeteilt, dass die mexikanischen Behörden durch die Appellschreiben infolge der Eilaktion die medizinische Versorgung von Adela Gómez verbesserten. Zusammen mit Adela Gómez wurde im Rahmen einer von ihrer Organisation ONPP veranstalteten Demonstration auch Noé Hernández Caballero festgenommen. Er befindet sich jedoch weiterhin wegen Unruhestiftung und Erpressung (motín y extorsión) in Haft. Amnesty International ist nach wie vor besorgt, dass die Strafverfolgung und das Gerichtsverfahren gegen ihn unfair sein könnten und wird den Fall weiterhin beobachten.
Die Kinder von Adela Gómez und Noé Hernández, Tania Itzel Rincón Gómez und Pavel Marx Hernández Gómez, hatten berichtet, während der Festnahme ihrer Eltern von den Angehörigen der Polizei geschlagen, beleidigt und bedroht worden zu sein. Diesbezüglich liegen keine neuen Informationen vor.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.