Zweiter Aktivist freigelassen

Lage Papuas in Indonesien

Lage Papuas in Indonesien

Der Student Oni Wea ist frei. Er war gemeinsam mit einem weiteren Schüler in der indonesischen Provinz West Papua wegen seiner friedlichen politischen Aktivitäten inhaftiert gewesen. Er soll von Polizist_innen gefoltert und anderweitig misshandelt worden sein.

Sachlage

Der 21-jährige Student Oni Wea ist am 2. September aus der Haft in der Polizeistation von Manokwari entlassen worden. Er war wegen "Volksverhetzung" angeklagt worden. Amnesty International ist nicht bekannt, ob seine Freilassung an Bedingungen geknüpft war.

Er hatte sich mit dem 16-jährigen Schüler Robert Yelemaken in Haft befunden, der am 18. August freigelassen worden war.

Robert Yelemaken und Oni Wea sind Mitglieder des Nationalen Komitees von West-Papua (Komitee Nasional Papua Barat – KNPB), einer Organisation, die sich auf friedliche Weise für die Unabhängigkeit der Provinz West Papua von Indonesien einsetzt. Die beiden wurden am 8. August in Manokwari festgenommen, weil sie Graffiti gesprüht hatten, mit denen sie unter anderem ein Referendum zur Abstimmung über die Unabhängigkeit von Papua forderten. Sie wurden bei ihrer Festnahme und auch in Haft von Polizist_innen gefoltert und anderweitig misshandelt.

Amnesty International setzt sich weiterhin für eine unabhängige Untersuchung der von den beiden Männern erhobenen Folter- und Misshandlungsvorwürfe ein und fordert, dass die Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht gestellt und die Folteropfer entschädigt werden.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Amnesty International wird den Fall beobachten und gegebenenfalls weitere Aktionen einleiten.