Verbleib unbekannt

Jean Bigirimana

Jean Bigirimana

Jean Bigirimana, Journalist bei der burundischen Zeitung Iwacu, wurde zuletzt am 22. Juli in Bugarama in der Provinz Muramvya gesehen. Laut der Iwacu gibt es Hinweise darauf, dass er von Sicherheitskräften inhaftiert wurde. Der Sprecher der Polizei hat diese Vorwürfe jedoch zurückgewiesen.

Appell an

PRÄSIDENT
H.E. Pierre Nkurunziza
Présidence de la République du Burundi
Boulevard de l’Indépendance
Bujumbura, BURUNDI
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: pierre.nkurunziza@burundi.gov.bi

MINISTER FÜR ÖFFENTLICHE SICHERHEIT
Alain-Guillaume Bunyoni
Ministère de la Sécurité Publique
Avenue Nyabisindu
Ngagara, Quartier Industriel
Bujumbura, BURUNDI
(Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)

Sende eine Kopie an

GENERALSTAATSANWALT
Valentin Bagorikunda
Parquet General
BP 105
Bujumbura
BURUNDI

BOTSCHAFT DER REPUBLIK BURUNDI
I.E. Frau Else Nizigama Ntamagiro
Berliner Straße 36
10715 Berlin
Fax: 030-234 567 20
E-Mail: info@burundi-embassy-berlin.com

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. September 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.

Sachlage

Am 22. Juli wurde Jean Bigirimana zuletzt gesehen. Er wurde von Personen mitgenommen, bei denen es sich laut einem seiner Kollegen aus Bujumbura um Angehörige des burundischen Geheimdiensts SNR gehandelt haben soll. Der Chefredakteur der Zeitung Iwacu, bei der Jean Bigirimana seit knapp einem Monat arbeitete, erhielt kurz nach dem "Verschwinden" von Jean Bigirimana einen anonymen Anruf. Dabei wurde ihm mitgeteilt, der Journalist sei in Bugarama von Sicherheitskräften abgeführt worden. Bugarama liegt etwa 46 Kilometer von der burundischen Hauptstadt Bujumbura entfernt.

Der Sprecher der Polizei wies die Vorwürfe, die Sicherheitskräfte hätten Jean Bigirimana festgenommen, über Twitter zurück und wies die Familie des Journalisten an, die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen.

Die Umstände, unter denen Jean Bigirimana verschleppt wurde, und das Motiv dahinter sind noch immer nicht klar. Die Mitarbeiter_innen von Iwacu sind jedoch der Ansicht, dass er aufgrund seiner Arbeit als Journalist und seines kürzlichen Besuchs in Kigali festgenommen wurde. Er nahm im Juni 2016 in Kigali an einem Seminar teil, das RNW-Media, eine niederländische Medien-NGO, organisiert hatte.

Seit Beginn der Unruhen im April 2015 sind bereits Dutzende Journalist_innen aus Burundi geflohen, weil sie um ihre Sicherheit fürchteten. Einige haben sich entschieden, ihre journalistische Tätigkeit aufzugeben, zahlreiche andere arbeiten derzeit von Ruanda aus. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.iwacu-burundi.org/englishnews/confusion-around-an-arrest/.

Amnesty International befürchtet, dass Jean Bigirimana zum Opfer des Verschwindenlassens geworden sein könnte.

[BITTE SCHREIBEN SIE]

E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Es bereitet mir große Sorge, dass Jean Bigirimana möglicherweise zum Opfer des Verschwindenlassens geworden ist, und ich bitte Sie eindringlich, die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen zu veröffentlichen.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Jean Bigirimana, sollte er sich in staatlichem Gewahrsam befinden, vor Folter und anderweitiger Misshandlung geschützt ist, Zugang zu seiner Familie, einem Rechtsbeistand seiner Wahl und jegliche erforderliche medizinische Versorgung erhält.

  • Sollte er sich in Gewahrsam befinden, stellen Sie bitte sicher, dass er sofort und bedingungslos freigelassen wird, sofern er nicht unverzüglich wegen einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt wird.

  • Bitte ergreifen Sie wirksame Maßnahmen, um Journalist_innen vor Drohungen, Angriffen, Einschüchterungsversuchen und Drangsalierungen zu schützen.

[APPELLE AN]

PRÄSIDENT
H.E. Pierre Nkurunziza
Présidence de la République du Burundi
Boulevard de l’Indépendance
Bujumbura, BURUNDI
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: pierre.nkurunziza@burundi.gov.bi

MINISTER FÜR ÖFFENTLICHE SICHERHEIT
Alain-Guillaume Bunyoni
Ministère de la Sécurité Publique
Avenue Nyabisindu
Ngagara, Quartier Industriel
Bujumbura, BURUNDI
(Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)

KOPIEN AN
GENERALSTAATSANWALT
Valentin Bagorikunda
Parquet General
BP 105
Bujumbura
BURUNDI

BOTSCHAFT DER REPUBLIK BURUNDI
I.E. Frau Else Nizigama Ntamagiro
Berliner Straße 36
10715 Berlin
Fax: 030-234 567 20
E-Mail: info@burundi-embassy-berlin.com

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. September 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Bevor Jean Bigirimana bei der Zeitung Iwacu angefangen hat, arbeitete er bei Rema FM, einem der Regierungspartei nahestehenden Radiosender. Er hatte weniger als einen Monat vor seinem "Verschwinden" bei der Iwacu angefangen, sie zu den wenigen unabhängigen Medien gehört, die noch in Burundi tätig sind.

Seit Beginn der Unruhen im April 2015 gehen Sicherheitskräfte immer wieder gegen Journalist_innen vor. Als es am 26. April 2015 zu Protesten kam, nachdem Präsident Pierre Nkurunziza angekündigt hatte, dass er für eine dritte Amtszeit kandidieren würde, hinderte man die Radiosender Radio Publique Africaine (RPA), Radio Bonesha FM und Radio Isanganiro daran, außerhalb der burundischen Hauptstadt Bujumbura zu senden.

Am 27. April 2015 schlossen die Behörden das Haus der Presse (Maison de la Presse) in Bujumbura, in dem ab und zu gemeinsame Übermittlungen verschiedener Medienhäuser stattgefunden hatten. Die Generalstaatsanwaltschaft ordnete die Wiedereröffnung des Hauses der Presse am 5. Mai 2015 an. Dennoch ist es weiterhin geschlossen.

Nach dem versuchten Putsch am 13. und 14. Mai 2015 zerstörten Regierungskräfte die vier unabhängigen Medienhäuser RPA, Radio Bonesha FM, Radio Isanganiro und Radio-Tele Renaissance. Rema FM wurde ebenfalls von Unbekannten zerstört.

Vor, während und nach den Protesten dokumentierte Amnesty International mehrere Fälle, in denen lokale und internationale Journalist_innen von burundischen Beamt_innen und Sicherheitskräften eingeschüchtert und drangsaliert wurden.