Freigelassen

Lado Sikaka, Sprecher der Dongria Kondh in Orissa

Lado Sikaka, Sprecher der Dongria Kondh in Orissa

Sana Sikaka, ein Sprecher der indigenen Dongria Kondh, der am 9. August von unbekannten bewaffneten Männern entführt worden war, ist wieder frei. Lado Sikaka wird weiter festgehalten.

Appell an:

MINISTERPRÄSIDENT VON ORISSA
Naveen Patnaik
Chief Minister of Orissa
State Secretariat
Sachivalaya Marg,
Bhubaneshwar,
Orissa 750 001
INDIEN
(korrekte Anrede: Dear Chief Minister)
Fax: (0091) 674 2390562
E-Mail: cmo@nic.in oder cmo@ori.nic.in

INNENMINISTER
P Chidambaram
Government of India
104, North Block
New Delhi 110 001
INDIEN
(korrekte Anrede: Dear Home Minister)
Fax: (0091) 11 2309 4221
E-Mail hm@nic.in

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK INDIEN
S.E. Herrn Sudhir Vyas
Tiergartenstr. 17
10785 Berlin
Fax: 030-2579 5102
E-Mail: dcm@indianembassy.de oder ambassador@indianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Hindi, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. September 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin über die anhaltende Entführung von Lado Sikaka in großer Sorge und fordere die Regierungen von Orissa und Indien auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um seine sichere Rückkehr zu gewährleisten.

  • Desweiteren appelliere ich an Sie, eine Untersuchung zu der Entführungsanzeige der beiden Sprecher durchzuführen. Diese muss den Verpflichtungen des Landes entsprechen, welche ihm aus den internationalen Menschenrechtsabkommen erwachsen.

Sachlage

Sana Sikaka, einer der Sprecher der indigenen Dongria Kondh im östlichen Bundesstaat Orissa, der am 9. August verschleppt worden war, wurde am Abend darauf freigelassen.

Er berichtete Journalist_innen, dass Lado Sikaka und er in Izrupa am Fuße der Niyamgiri-Berge angehalten wurde, als sie mit einer Gruppe Aktivist_innen in einem Transporter zum Zug nach Delhi unterwegs waren. Etwa 15 Männer in Zivil mit Automatikwaffen hatten ihre beiden Transporter in der Nähe geparkt und sich im Wald versteckt gehalten. Sie kreisten Lado und Sana ein und drohten ihnen, sie mitzunehmen. Die anderen Aktivist_innen schüchterten sie ein, indem sie ihnen die Mobiltelefone und den Schlüssel des Transporters wegnahmen und sie zwangen sich zu Fuß in Richtung des nächstgelegenen Ortes Lanjigarh aufzumachen. Dann gingen die Männer in Zivil zusammen mit Lado und Sana zu den Transportern und fuhren eine weite Strecke in den Nachbarbezirk Rayagada. Unterwegs hielten sie mehrmals an.

Am Abend des 10. August stießen sie Sana Sikaka aus dem Wagen, als sie den Ort Bijepur erreichten. Er war gezwungen, die lange Strecke nach Niyamgiri zurückzulegen. Es scheint, dass die Männer Lado Sikaka in den Ort Rayagada mitgenommen und ihn dort inhaftiert haben.

Lado Sikaka und Sana Sikaka protestieren beide gegen die in den Niyamgiri-Bergen geplante Bauxitmine. Amnesty Internationals Nachforschungen deuten darauf hin, dass die Bauxitmine, die an heiligen Orten der Dongria Kondh sowie ihren traditionellen Nutzflächen und ihrem Lebensraum liegen würde, wahrscheinlich die Rechte auf Wasser, Nahrung, Gesundheit, Arbeit sowie andere Rechte zum Schutz ihrer kulturellen Identität verletzen würde. Das Vorhaben liegt zurzeit dem indischen Umwelt- und Forstministerium zur Genehmigung vor.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Im Juli 2010 hatten Angehörige der Gemeinschaft der Dongria Kondh, darunter auch die beiden verschleppten Gemeinschaftssprecher, Zeugenaussagen vor Mitgliedern eines vierköpfigen Expertenausschusses gemacht. Der Ausschuss war vom Umweltministerium eingesetzt worden, um die Entscheidung der kommunalen Behörden zu prüfen, den Anspruch der Dongria Kondh auf gemeinsame Ressourcen in Niyamgiri zurückzuweisen. Die Dorfbewohner_innen machten ihre Aussagen, obwohl sie von privaten Milizionären bedroht worden waren, die gemeinsam mit Angehörigen der Polizei Orissa und der Zentralen Reservepolizei, welche an Operationen gegen Guerillas der verbotenen Kommunistischen Partei Indiens (maoistisch) beteiligt sind, Lakpaddar besuchten.

Für nähere Informationen siehe Don’t Mine us out of Existence: Bauxite Mine and Refinery Devastate Lives in India, AI Index: ASA 20/001/2010, Februar 2010, Kapitel 1 und 3; India: Seek free, prior and informed consent of Dongria Kondh on the NIyamgiri bauxite mine project, AI Index: ASA 20/019/2010, 9. August 2010.