Frei gegen Kaution
Diamanten aus Sierra Leone
© Amnesty
Der Menschenrechtsverteidiger Farai Maguwu wurde am 12. Juli gegen Kaution freigelassen. Er war wegen seiner Menschenrechtsarbeit über einen Monat in Haft.
Sachlage
Wegen "Veröffentlichung und Weitergabe von falschen, staatsgefährdenden Informationen" wird er sich jedoch noch vor Gericht verantworten müssen. Er hatte Menschenrechtsverletzungen in den Marange-Diamantenfeldern aufgedeckt.
Am 26. Mai hatte Farai Maguwu, Direktor der simbabwischen Nichtregierungsorganisation Forschungs- und Entwicklungszentrum (Centre for Research and Development - CRD), mit dem Beobachter des Kimberley-Prozesses in Simbabwe, der die Einhaltung der KP-Standards im Land überprüft, über Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte gesprochen. Dieses internationale Programm stellt Zertifikate für Rohdiamanten aus, die nicht geschmuggelt wurden und nicht der Finanzierung von Kriegen und anderen gewaltvollen Konflikten dienen. Am 27. Mai durchsuchten bewaffnete Sicherheitskräfte sowohl das Büro als auch die Privatwohnung von Farai Maguwu. Sie beschlagnahmten seinen Wagen, seinen Computer, den Pass und weitere Dokumente. Sein Neffe Lisbern Maguwu wurde bei der Durchsuchung festgenommen. Er und weitere Angehörige der Familie von Farai Maguwu sind von der Polizei geschlagen und verhört worden. Farai Maguwu hingegen konnte entkommen und tauchte ab, stellte sich am 3. Juni jedoch der Polizei.
Am 2. Juli lehnte ein Richter in Harare Maguwus Antrag auf Kaution ab, nachdem die Staatsanwaltschaft angegeben hatte, mehr Zeit für den Abschluss der Ermittlungen zu benötigen. Die AnwältInnen von Farai Maguwu legten Rechtsmittel gegen das Urteil des Richters ein, das daraufhin am 12. Juli aufgehoben wurde. Aller Voraussicht nach wird der Menschenrechtsverteidiger in den kommenden Monaten vor Gericht gestellt werden. Amnesty International wird den Fall weiter beobachten.
Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich.