Menschenrechtler zu Haftstrafe verurteilt
Proteste in Bahrain
© Amnesty International
Der bahrainische Menschenrechtsverteidiger Naji Fateel ist am 22. Mai wegen "illegaler Zusammenkünfte" im Februar 2012 zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Naji Fateel ist ein gewaltloser politischer Gefangener, der nur wegen seiner Arbeit für Menschenrechte inhaftiert ist.
Appell an
KÖNIG
Shaikh Hamad bin 'Issa Al Khalifa
Office of His Majesty the King
P.O. Box 555, Rifa’a Palace
al-Manama
BAHRAIN
(Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 973) 1766 4587
INNENMINISTER
Shaikh Rashid bin 'Abdullah Al Khalifa
Ministry of Interior, P.O. Box 13
al-Manama
BAHRAIN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 973) 1723 2661
Twitter: @moi_Bahrain
Sende eine Kopie an
MINISTER FÜR JUSTIZ UND ISLAMISCHE ANGELEGENHEITEN
Shaikh Khalid bin Ali bin Abdullah Al Khalifa
Ministry of Justice and Islamic Affairs
P.O. Box 450
al-Manama
BAHRAIN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 973) 1753 1284
E-Mail: minister@justice.gov.bh
Twitter: @Khaled_Bin_Ali
BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS BAHRAIN
S. E. Herrn Ebrahim Mohmood Ahmed Abdulla
Klingelhöfer Str. 7
10785 Berlin
Fax: 030-8687 7788
E-Mail: info@bahrain-embassy.de
oder über die Website http://www.bahrain-embassy.de/kontakt/
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 11. Juli 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Sachlage
Naji Fateel ist am 22. Mai vom Strafgericht in Manama wegen "illegaler Zusammenkünfte" zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Am 14. Februar 2012, dem ersten Jahrestag der Massenproteste in Bahrain, marschierten Demonstrierende friedlich zur al-Farouq-Kreuzung (ehemals Perlenplatz), wo sie sich sammeln wollten. PolizistInnen setzten Tränengas ein, um diese Gruppen aufzulösen und nahmen dabei Naji Fateel fest. Er wurde am 17. April 2012 gegen Kaution freigelassen. Naji Fateel wird seine Haftstrafe im etwa 30 Kilometer südlich von Manama gelegenen Jaw-Gefängnis antreten, sobald seine derzeitige 60-tägige Haftzeit abgegolten ist. Diese war am 9. Mai von der Staatsanwaltschaft (Public Prosecution Office – PPO) bis zum Abschluss einer Untersuchung angeordnet worden, die eine Anklage wegen "Gründung einer Organisation mit dem Ziel, die Umsetzung der verfassungsrechtlichen Bestimmungen zu behindern" zulassen soll. Naji Fateel befindet sich seit dem 5. Mai im Gefängnis Dry Dock in Haft.
Ein Mitglied der Sonderermittlungseinheit (Special Investigation Unit – SIU) der PPO besuchte Naji Fateel am 14. Mai in Anwesenheit seines Rechtsbeistands, nachdem Naji Fateel Beschwerde eingereicht hatte, dass er in Haft gefoltert und anderweitig misshandelt wurde. Ein Gerichtsmediziner hatte Naji Fateel bei seiner Festnahme untersucht und keine Rückschlusse auf Folter gezogen. Die SIU hat eine erneute Untersuchung eines Gerichtsmediziners in Auftrag gegeben, die allerdings noch nicht stattgefunden hat.
Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge wurde Naji Fateel der Besuch seiner Familie seit seiner Festnahme am 2. Mai nicht gestattet.
[SCHREIBEN SIE BITTE ]
FAXE, TWITTERNACHRICHTEN ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Lassen Sie Naji Fateel bitte umgehend und bedingungslos frei, da er sich nur deshalb in Haft befindet, weil er friedlich seine Arbeit als Menschenrechtsverteidiger ausgeübt hat und er somit ein gewaltloser politischer Gefangener ist.
-
Bitte stellen Sie sicher, dass er vor weiteren Folterungen und Misshandlungen geschützt wird.
- Ich bitte Sie außerdem, die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit gemäß Bahrains Verpflichtungen im Bereich der internationalen Menschrechte zu schützen.
[APPELLE AN]
KÖNIG
Shaikh Hamad bin 'Issa Al Khalifa
Office of His Majesty the King
P.O. Box 555, Rifa’a Palace
al-Manama
BAHRAIN
(Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 973) 1766 4587
INNENMINISTER
Shaikh Rashid bin 'Abdullah Al Khalifa
Ministry of Interior, P.O. Box 13
al-Manama
BAHRAIN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 973) 1723 2661
Twitter: @moi_Bahrain
KOPIEN AN
MINISTER FÜR JUSTIZ UND ISLAMISCHE ANGELEGENHEITEN
Shaikh Khalid bin Ali bin Abdullah Al Khalifa
Ministry of Justice and Islamic Affairs
P.O. Box 450
al-Manama
BAHRAIN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 973) 1753 1284
E-Mail: minister@justice.gov.bh
Twitter: @Khaled_Bin_Ali
BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS BAHRAIN
S. E. Herrn Ebrahim Mohmood Ahmed Abdulla
Klingelhöfer Str. 7
10785 Berlin
Fax: 030-8687 7788
E-Mail: info@bahrain-embassy.de
oder über die Website http://www.bahrain-embassy.de/kontakt/
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 11. Juli 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Naji Fateel ist Vorstandsmitglied der bahrainischen Jugendorganisation für Menschenrechte (Bahrain Youth Society for Human Rights – BYSHR) und berichtet in Blogs und auf Twitter über Menschenrechtsverletzungen. Bei Demonstrationen und Protestveranstaltungen in Dörfern informiert er über Menschenrechte und fordert dazu auf, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und weiter zu verfolgen.
Naji Fateel wurde bereits mehrere Male festgenommen und gefoltert. Er geht am Stock und leidet bis heute an den Rückenverletzungen, die er 2007 durch die Folter davongetragen hat. Zuletzt war er am Morgen des 2. Mai bei sich zu Hause im Dorf Bani Jamra im Nordwesten von Bahrain ohne Haftbefehl festgenommen worden. Laut Angaben der BYSHR hat man Naji Fateel während des Verhörs gefoltert und anderweitig misshandelt. Am 3. Mai wurde er der PPO vorgeführt, weigerte sich aber, dort ohne Rechtsbeistand verhört zu werden. Später brachte man ihn zur Kriminalpolizei (Criminal Investigation Department – CID) zurück, wo er erneut gefoltert wurde. Am frühen Morgen des folgenden Tages unterzeichnete er Dokumente bei der PPO, die er nicht lesen durfte.
Naji Fateel wird seit 2011 schikaniert, eingeschüchtert und erhält Morddrohungen.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie online unter http://www.amnesty.org/en/news-and-updates/bahraini-activists-receive-threats-after-anonymous-death-call-2011-03-11 und in früheren Urgent Actions: https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-053-2012/drohende-misshandlung sowie https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-053-2012-1/aktivisten-wieder-frei.
2012 nahm die bahrainische Regierung zahlreiche Empfehlungen der Universellen Regelmäßigen Überprüfung (Universal Periodic Review – UPR) an. Bahrain wurde in einigen Empfehlungen aufgefordert, die Einschränkungen gegen MenschenrechtsverteidigerInnen aufzuheben. Seitdem wurden MenschenrechtsverteidigerInnen und andere AktivistInnen in Bahrain dennoch weiterhin aufgrund ihrer Tätigkeit schikaniert, festgenommen und sogar inhaftiert.
Zwei Jahre nach dem Aufstand in Bahrain und den angekündigten Reformen befinden sich immer noch gewaltlose politische Gefangene in Haft – darunter auch Demonstrierende, die während der Proteste festgenommen wurden. Ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung sowie Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit werden weiterhin unterdrückt. In den vergangenen Monaten wurde gewaltlosen politischen Gefangenen nicht nur die Freilassung verwehrt, es ist sogar vermehrt zu Inhaftierungen von Personen gekommen, die auf Twitter oder bei Demonstrationen friedlich ihre Meinung geäußert haben. Bahrainische Gerichte scheinen stärker darauf bedacht zu sein, sich der Regierung unterzuordnen, als wirksame Rechtsmittel für BahrainerInnen anzubieten und die Rechtsstaatlichkeit aufrechtzuerhalten.
Die Unabhängige Untersuchungskommission Bahrains (Bahrain Independent Commission of Inquiry – BICI), die am 29. Juni 2011 vom König benannt wurden, ist damit beauftragt worden, während der Proteste 2011 begangene Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen und einen Bericht zu erstellen. Nach der Veröffentlichung dieses Berichts im November 2011 verpflichtete sich die bahrainische Regierung öffentlich zur Umsetzung der darin enthaltenen Empfehlungen. Der Bericht beleuchtete die Reaktion der Regierung auf die Massenproteste und dokumentierte weitreichende Menschenrechtsverletzungen. In einer der Schlüsselempfehlungen forderte der Bericht die Regierung auf, die Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen wie Folter und exzessive Gewaltanwendung vor Gericht zu stellen und unabhängige Untersuchungen zu Foltervorwürfen durchzuführen.
Dennoch sind viele der Versprechen der Regierung bis heute nicht eingelöst worden. Die Einberufung der BICI und ihr Bericht wurden als bahnbrechende Initiative angesehen, doch nach über einem Jahr ist das Versprechen bedeutender Reformen von der Regierung immer noch nicht in die Tat umgesetzt worden. Die bahrainische Regierung kommt den wesentlichen Empfehlungen der BICI zur Rechenschaftslegung nicht nach. Dazu zählt das Versagen, unabhängige, effektive und transparente Untersuchungen zu Anschuldigungen über Folter und andere Misshandlungen, exzessiver Gewaltanwendung und der Strafverfolgung derjenigen, die andere angewiesen haben Menschenrechtsverletzungen zu verüben, einzuleiten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem englischen Bericht Bahrain: Reform shelved, repression unleashed unter http://amnesty.org/en/library/info/MDE11/062/2012/en.