Drohende Hinrichtungen
Amnesty-Aktivisten protestieren in Tokio gegen die Todesstrafe
© YOSHIKAZU TSUNO/AFP/Getty Images
Den fünf oben genannten Männern, die zwischen 2002 und 2007 wegen Mordes verurteilt wurden, droht möglicherweise die unmittelbare Hinrichtung. Der seit September 2008 amtierende Justizminister Mori Eisuke will das Abwickeln von Todesstrafen in Japan beschleunigen und versucht öffentliche Kritik zu vermeiden, indem er jene Verurteilten hinrichten lässt, die kürzlich ihre Anklagen angefochten haben oder deren Taten "Abscheu bei der Öffentlichkeit" erregten. Ersteres trifft auf die fünf oben Genannten zu.
Appell an
JUSTIZMINISTER MORI Eisuke Minister of Justice 1-1-1 Kasumigaseki, Chiyoda-ku, Tokyo 100-8977, JAPAN (korrekte Anrede: Dear Minister) Fax: (00 81) 3 5511 7200 E-mail: webmaster@moj.go.jp
Sende eine Kopie an
PREMIERMINISTER ASO Taro Prime Minister Prime Minister’s Office 2-3-1 Nagata-cho Chiyoda-ku Tokyo 100-0014, JAPAN (korrekte Anrede: Dear Prime Minister) Fax: (00 81) 3 3581 3883 E-mail: http://www.kantei.go.jp/foreign/forms/comment.html (über Website)
ZEITUNGEN Asahi Shimbun 5-3-2 Tsukiji, Chuo-ku Tokyo 104-8011, JAPAN Fax: (00 81) 3 3545 0285
Japan Times 5-4 Shibaura 4-chome, Minato-ku Tokyo 108-0023, JAPAN E-mail: opinion@japantimes.co.jp
Yomiuri Shimbun 1-7-1 Ohtemachi, Chiyoda-ku Tokyo 100-0004, JAPAN Fax: (00 81) 3 3245 1277
BOTSCHAFT VON JAPAN S.E. Herrn Takahiro Shinyo Hiroshimastraße 6 10785 Berlin Fax: 030-2109 4222 E-Mail: info@botschaft-japan.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 10. April 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language:
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calling on the Minister of Justice not to order the executions of Yamaji Yukio, Shinozawa Kazuo, Zoda Hiroshi, Maegami Hiroshi or Ogata Hideki;
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calling on him to end secrecy surrounding the use of the death penalty in Japan, by giving advance notice of executions to death row prisoners and their families;
- calling on him to order an immediate moratorium on the death penalty, with a view to eventual abolition, and to commute the sentences of all those now on death row.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
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den Justizminister auffordern, die Hinrichtungen von Yamaji Yukio, Shinozawa Kazuo, Zoda Hiroshi, Maegami Hiroshi und Ogata Hideki nicht anzuordnen;
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ihn auffordern, die Geheimhaltung bei der Ausführung von Hinrichtungen in Japan zu beenden, indem Todeskandidaten und ihren Familienangehörigen frühzeitig Bescheid gegeben wird;
- ihn auffordern, in Vorbereitung auf die endgültige Abschaffung der Todesstrafe ein umgehendes Hinrichtungsmoratorium anzuordnen und die Urteile aller jetzigen Todeskandidaten umzuwandeln.
Sachlage
Drei der fünf in Tokio und Osaka einsitzenden Todeskandidaten haben ihre Anklagen angefochten; Shinozawa Kazuo hat keine Rechtsmittel eingelegt.
2008 wurden in Japan 15 Menschen hingerichtet; die höchste Zahl seit 33 Jahren. Vier weitere Personen wurden am 29. Januar dieses Jahres gehängt. Ungefähr alle zwei bis drei Monate werden Hinrichtungen vollzogen.
Hintergrundinformation
Todeskandidaten werden in Japan gehängt. Die Hinrichtungen werden üblicherweise geheim vollzogen. Den Verurteilten wird meistens erst wenige Stunden vorher Bescheid gegeben, manchen gar nicht. Für Gefangene, die keine Aussicht auf Begnadigung mehr haben, bedeutet das, dass sie zu jedem Zeitpunkt, den sie in der Todeszelle verbringen, mit ihrer Hinrichtung rechnen müssen. Die Familienangehörigen werden normalerweise erst nach der Hinrichtung davon in Kenntnis gesetzt.
Amnesty International lehnt die Todesstrafe unter allen Umständen ab, weil sie gegen das Recht auf Leben verstößt und die unmenschlichste und entwürdigendste aller Strafen ist. Es gibt zur Zeit etwa einhundert Gefangene, die in Japan in der Todeszelle sitzen. Die Zahl der Hinrichtungen steigt seit 2007, als Hatoyama Kunio, der sich öffentlich für mehr Exekutionen aussprach, zum Justizminister ernannt wurde. Seine Nachfolger, einschließlich Mori Eisuke, setzen diesen Trend fort.