Hinrichtungen

Ogata Hidenori und Shinozawa Kazuo wurden am 28. Juli 2010 in Tokio durch den Strang hingerichtet. Damit sind vier der fünf Männer im Todestrakt, für die sich Amnesty International mit dieser Eilaktion eingesetzt hat, hingerichtet worden. Der fünfte Mann, Zoda Hiroshi, ist in großer Gefahr, ebenfalls hingerichtet werden.

Appell an

JUSTIZMINISTER
Keiko Chiba
Ministry of Justice
1-1-1 Kasumigaseki, Chiyoda-ku
Tokyo 100-8977
JAPAN
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: (00 81) 3 5511 7200

Sende eine Kopie an

PREMIERMINISTER
Prime Minister
Naoto Kan
Prime Minister

Prime Minister’s Office
1-6-1 Nagata-cho

Chiyoda-ku

Tokyo 100-8968
JAPAN
(korrekte Anrede: Dear Prime Minister)
Fax: (00 81) 3 3581 3883
E-Mail: über die Internetseite:
http://www.kantei.go.jp/foreign/forms/comment.html

ZEITUNG
Asahi Shimbun
5-3-2 Tsukiji, Chuo-ku
Tokyo 104-8011,
JAPAN
Fax: (00 81) 3 3545 0285

BOTSCHAFT VON JAPAN
S.E. Herrn Takahiro Shinyo
Hiroshimastraße 6
10785 Berlin
Fax: 030-2109 4222
E-Mail: info@botschaft-japan.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Japanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 10. September 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE FOLGENDE FORDERUNGEN AN DIE JUSTIZMINISTERIN STELLEN

  • Hiermit drücke ich meine Bestürzung über die Hinrichtung von Ogata Hidenori und Shinozawa Kazuo aus.

  • Ich fordere Sie ausdrücklich auf, Zoda Hiroshi nicht hinrichten zu lassen.

  • Ordnen Sie ein unverzügliches Hinrichtungsmoratorium im Hinblick auf eine vollständige Abschaffung der Todesstrafe an und wandeln Sie bereits gefällte Todesurteile um.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing regret at the Justice Minister’s decision to proceed with the executions of Ogata Hidenori and Shinozawa Kazuo;

  • Urging the Minister not to execute Zoda Hiroshi;

  • Calling on the Minister to order an immediate moratorium on the death penalty with a view to full abolition and to commute the sentences of all those now on death row.

Sachlage

Ogata Hidenori (auch unter dem Namen Hideki bekannt) und Shinozawa Kazuo wurden in der Haftanstalt von Tokio hingerichtet. Sie waren des Mordes schuldig befunden worden. Der Oberste Gerichtshof hatte das Todesurteil gegen Shinozawa Kazuo im Februar 2007 bestätigt. Ogata Hidenori hatte angekündigt, das von seinem Anwalt eingelegte Rechtsmittel gegen das Todesurteil zurückziehen zu wollen. Der Oberste Gerichtshof bestätigte sein Todesurteil im Juli 2007. Die Hinrichtungen von Ogata Hidenori und Shinozawa Kazuo sind die ersten seit der Bildung der neuen Regierung nach den Wahlen im August 2009.

Zoda Hiroshi droht nach wie vor die Hinrichtung. Er wird ebenfalls im Gefängnis von Tokio festgehalten.

Todeskandidaten werden in Japan durch den Strang hingerichtet. Die Hinrichtungen werden üblicherweise geheim vollzogen. Den Verurteilten wird meist erst wenige Stunden vor der Vollstreckung Bescheid gegeben, manche erfahren erst dann von der geplanten Hinrichtung, wenn sie aus der Zelle geführt werden. Für Gefangene, die keine Aussicht auf Begnadigung mehr haben, bedeutet dies, dass sie zu jedem Zeitpunkt, den sie in der Todeszelle verbringen, mit ihrer Hinrichtung rechnen müssen. Die Familienangehörigen werden normalerweise erst nach der Vollstreckung des Todesurteils davon in Kenntnis gesetzt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die beiden Hinrichtungsbefehle sind die ersten, die Justizministerin Keiko Chiba unterzeichnet hat, nachdem sie ihr Ministeramt im Rahmen des Regierungsantritts der Demokratischen Partei im September 2009 übernahm. 2009 wurden sieben Menschen hingerichtet, die letzte Hinrichtung fand am 28. Juli 2009 statt.

Nach den Hinrichtungen vom 28. Juli 2010 kündigte Ministerin Chiba, die sich zuvor gegen die Todesstrafe ausgesprochen hatte, an, innerhalb des Justizministeriums eine Arbeitsgruppe zur Todesstrafe einzurichten. Sie ist die erste Ministerin, die Hinrichtungen persönlich beiwohnte.