Drohende Hinrichtungen

Maeue Hiroshi und Yamaji Yukio wurden am 28. Juli 2009 gehängt. Den übrigen drei Männern droht weiter die Hinrichtung.

Appell an

JUSTIZMINISTER
MORI Eisuke
Minister of Justice
1-1-1 Kasumigaseki, Chiyoda-ku, Tokyo 100-8977, JAPAN
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: (00 81) 3 5511 7200
E-Mail: webmaster@moj.go.jp

Sende eine Kopie an

PREMIERMINISTER
ASO Taro
Prime Minister
Prime Minister’s Office
2-3-1 Nagata-cho
Chiyoda-ku
Tokyo 100-0014,
JAPAN
(korrekte Anrede: Dear Prime Minister)
Fax: (00 81) 3 3581 3883
E-Mail: (über Website)
http://www.kantei.go.jp/foreign/forms/comment.html

ZEITUNG
Asahi Shimbun
5-3-2 Tsukiji, Chuo-ku
Tokyo 104-8011,
JAPAN
Fax: (00 81) 3 3545 0285

BOTSCHAFT VON JAPAN
S.E. Herrn Takahiro Shinyo
Hiroshimastraße 6
10785 Berlin
Fax: 030-2109 4222
E-Mail: info@botschaft-japan.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Japanisch, Englisch oder auf Deutsch.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE:

  • expressing sorrow at the Justice Minister's decision to proceed with the executions of Maeue Hiroshi and Yamaji Yukio;

  • expressing concern at the execution of Chen Detong;

  • urging him not to execute Shinozawa Kazuo, Zoda Hiroshi and Ogata Hideki;

  • calling on him to order an immediate moratorium on the death penalty, with a view to eventual abolition, and to commute the sentences of all those now on death row.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • Ihr Bedauern über die Entscheidung des Justizministers ausdrücken, die gegen Maeue Hiroshi und Yamaji Yukio verhängten Todesurteile zu vollstrecken;

  • Ihr Bedauern über die Hinrichtung von Chen Detong zum Ausdruck bringen;

  • den Justizminister auffordern, die Hinrichtungen von Shinozawa Kazuo, Zoda Hiroshi und Ogata Hideki nicht anzuordnen;

  • ihn auffordern, ein Hinrichtungsmoratorium anzuordnen im Hinblick auf eine mögliche Abschaffung der Todesstrafe, und noch anhängige Todesurteile umzuwandeln.

Sachlage

Die beiden Japaner wurden zusammen mit einem dritten Mann, dem chinesischen Staatsbürger Chen Detong, gehängt. Damit erhöht sich die Zahl der in diesem Jahr in Japan vollstreckten Todesurteile auf sieben. Maeue Hiroshi und Yamaji Yukio wurden in Osaka hingerichtet, Chen Detong in Tokio.

Maeue Hiroshi und Yamaji Yukio hatten ihre Rechtsmittel beim zuständigen Gericht (High Court) zurückgezogen.

Den übrigen drei Männern, Shinozawa Kazuo, Zoda Hiroshi und Ogata Hideki, droht nach wie vor die Hinrichtung.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Japan führte kürzlich ein neues Laienrichter-System ein, demzufolge über besonders schwere Straffälle einschließlich solcher, in denen die Todesstrafe verhängt werden kann, ein Gremium aus drei Berufsrichtern und sechs Laienrichtern urteilt. Diese Gremien bestimmen demnach über Schuld bzw. Unschuld und legen das Strafmaß fest. Die ersten Verfahren nach dem neuen System sollen ab dem 3. August 2009 stattfinden.

Das Justizministerium wollte offenbar die Hinrichtungen noch vor Beginn des ersten Verfahrens nach dem neuen System vollstrecken.

"Ein längerer zeitlicher Abstand (zu den letzten Hinrichtungen) würde bei den Bürgern, die als Laienrichter fungieren, zu Schwierigkeiten führen, die Notwendigkeit der Todesstrafe zu verstehen", meinte ein leitender Beamter des Justizministeriums.
Ein weiterer Justizbeamte sagte, eine Reihe von Ereignissen habe dazu geführt, dass Hinrichtungen nicht vollstreckt wurden, und bezog sich dabei offensichtlich unter anderem auf die Freilassung eines Mannes, der aufgrund eines fehlerhaften DNA-Tests fälschlicherweise 17 Jahre lang wegen Mordes inhaftiert war. Er konnte ein Wiederaufnahmeverfahren erwirken, um seine Unschuld zu beweisen.

Todeskandidaten werden in Japan gehängt. Die Hinrichtungen werden üblicherweise geheim vollzogen. Den Verurteilten wird meistens erst wenige Stunden vor der Vollstreckung Bescheid gegeben, manche erfahren erst dann von der geplanten Hinrichtung, wenn sie aus der Zelle geführt werden. Für Gefangene, die keine Aussicht auf Begnadigung mehr haben, bedeutet dies, dass sie zu jedem Zeitpunkt, den sie in der Todeszelle verbringen, mit ihrer Hinrichtung rechnen müssen. Die Familienangehörigen werden normalerweise erst nach der Hinrichtung davon in Kenntnis gesetzt.