Anwältin und Tochter in Gefahr
Der Rechtsanwalt Ernesto Rábago Martínez wurde in seinem Büro in der Stadt Chihuahua im Norden Mexikos erschossen. Er und seine Partnerin Estela Ángeles Mondragón sind in der Vergangenheit bereits bedroht und angegriffen worden, weil sie Angehörige einer indigenen Gemeinschaft in einer Landstreitigkeit rechtlich unterstützen. Estela Ángeles Mondragón und ihre Tochter schweben in großer Gefahr.
Appell an
INNENMINISTER
Lic. Fernando Francisco Gómez-Mont
Secretario de Gobernación
Bucareli 99, 1er piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc, México D.F.
06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Sr. Ministro/Dear Minister)
Fax: (0052) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx
GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES CHIHUAHUA
Lic. José Reyes Baeza Terrazas
Gobernador del Estado de Chihuahua
Palacio de Gobierno, 1er piso
C. Aldama #901, Col. Centro
Chihuahua, Estado de Chihuahua
C.P. 31000
MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Gobernador/Dear Governor)
Fax: (0052) 614 429 3300 (Durchwahl 11066)
E-Mail: gobernador@chihuahua.gob.mx
GENERALSTAATSANWÄLTIN
Patricia González Rodríguez
Procuradora del Estado de Chihuahua
Procuraduría General de Justicia del Estado
Vicente Guerrero 616, Col. Centro
Chihuahua 31000
MEXIKO
(korrekte Anrede: Señora Procuradora General/Dear Attorney General)
E-Mail: pagonzalez@buzon.chihuahua.gob.mx
Sende eine Kopie an
MENSCHENRECHTSORGANISATION
Centro Derechos Humanos de las Mujeres
Av. Juarez no. 4107/B
Chihuahua
MEXIKO
E-Mail: accion@cedehm.org.mx
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Herrn Miguel Angel Padilla Acosta
Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. April 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
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Fordern Sie, dass Estela Ángeles Mondragón und ihre Tochter wirksame und mit ihnen abgesprochene Schutzmaßnahmen erhalten.
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Dringen Sie bei den Behörden darauf, unverzüglich eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Tötung von Ernesto Rábago Martínez in Chihuahua am 2. März 2010 einzuleiten, und dabei auch allen möglichen Verbindungen mit seiner beruflichen Tätigkeit nachzugehen.
- Erinnern Sie die Behörden an ihre Verpflichtung gemäß der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern, welche die Rechtmäßigkeit der Arbeit von MenschenrechtsverteidigerInnen und ihr Recht anerkennt, diese ohne Angst vor Behinderung oder Repressalien ausüben zu können.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Calling for Estela Ángeles Mondragón and her daughter to receive effective protection, in consultation with them and in accordance with their wishes;
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Calling for a full, prompt and impartial investigation into the killing of Ernesto Rábago Martínez in Chihuahua on 2 March including all possible links to his professional activity;
- Reminding the authorities of their commitment to uphold the UN Declaration on Human Rights Defenders which recognizes the legitimacy of the activities of human rights defenders and their right to carry out their activities without obstacles or fear of reprisals.
Sachlage
Ernesto Rábago Martínez wurde am 2. März 2010 in dem Büro, das er mit Estela Ángeles Mondragón teilte, erschossen. Der Anwalt und die Anwältin hatten einen Teil der indigenen Gruppe der Raramuri aus dem Dorf Bakéachi in der Gemeinde Carichí des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua vor Gericht vertreten. Ein Teil des Landes, auf dem die Gruppe lebt, wird rechtswidrig von Ranchern besetzt. Am 5. Februar ordnete ein Gericht für Landrechtsfragen an, dass die Rancher das Land verlassen und es der indigenen Gruppe zurückgeben sollten. Ernesto Rábago Martínez und Estela Ángeles Mondragón waren beide Unterstützer von "Bowerasa", einem für die indigene Gemeinschaft von Bakéachi tätigen Wohlfahrtsverband für Dienstleistungen im Bereich Gesundheit, Bildung und Rechtsfragen.
Am 18. Februar 2010 wurde die Tochter von Ernesto Rábago Martínez und Estela Ángeles Mondragón in den Arm geschossen, als sie in ihrem Auto saß, dass sie zu Hause in der Garage geparkt hatte. Aussagen von Estela Ángeles Mondragón zufolge leiteten die Behörden keine Ermittlungen ein, um festzustellen, ob dieser Angriff möglicherweise mit der Arbeit der Eltern des Mädchens zusammenhängt. Bereits zuvor hatte Estela Ángeles Mondragón den Behörden gemeldet, dass sie schon mehrmals aufgrund ihrer Arbeit bedroht worden war. Sie berichtete den Behörden auch über den Vorfall vom 28. März 2009, als zwei selbst gebastelte Sprengkörper in ihr Büro geworfen wurden, das sie gemeinsam mit Ernesto Rábago Martínez unterhielt, und das Büro dadurch in Brand geriet. Dennoch wurden keine Maßnahmen zu ihrem Schutz eingeleitet.
Hintergrundinformation
MenschenrechtsverteidigerInnen in Mexiko, die Demonstrationen organisieren oder sich für die Menschenrechte einsetzen, sehen sich Drohungen, Angriffen, politisch motivierten strafrechtlichen Anklagen und Inhaftierungen ausgesetzt. Zwar hat die Regierung eingewilligt, Maßnahmen zum Schutz solcher MenschenrechtsverteidigerInnen einzuführen, bis heute hat sie jedoch kein System durchgesetzt, das wirksamen und verlässlichen Schutz in vielen Fällen garantieren könnte. Untersuchungen von Bedrohungen und Angriffen führen nur äußerst selten dazu, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Die Verantwortlichen genießen in aller Regel Straffreiheit, wodurch die Wahrscheinlichkeit weiterer Angriffe erhöht wird.
Weitere Informationen finden Sie auf Englisch in dem Bericht Standing up for justice and dignity. Human rights defenders in Mexico unter http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR41/032/2009/en.