Umweltschützerin wieder frei
MAHFARID MANSOURIAN
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Die iranische Umweltschützerin und Dolmetscherin Mahfarid Mansourian wurde am 21. Februar 2010 nach zwei Wochen Haft gegen Kaution freigelassen. Amnesty International sind die genauen Bedingungen ihrer Freilassung gegen Kaution nicht bekannt. Ihr könnten auch in Zukunft eine Anklage und ein Prozess drohen.
Sachlage
Mahfarid Mansourian ist in der Nacht vom 7. auf den 8. Februar 2010 in ihrem Zuhause in Teheran von BeamtInnen in Zivil festgenommen worden. Die Polizeikräfte wiesen sich nicht aus und legten nach Angaben von Mahfarid Mansourians Ehemann, Ghassem Maleki, einen Haftbefehl vor, in dem kein Name genannt wurde. Dort hieß es, dass jede "verdächtige" Person festgenommen werden könnte. Erst zwei Tage nach Mahfarid Mansourians Festnahme wurde ihr Aufenthaltsort bekannt, als sie ihrer Familie in einem Telefonat sagte, dass sie sich im Evin-Gefängnis in Teheran befinde.
Mahfarid Mansourian, die Abschlüsse im Bereich Bauingenieurwissenschaften und Umweltgestaltung besitzt, setzt sich aktiv für die Umwelt ein. Sie hat früher für die japanische Agentur für internationale Zusammenarbeit (JICA) gearbeitet, eine eigenständige behördliche Organisation, die die Vergabe von Entwicklungsgeldern der japanischen Regierung koordiniert. Darüber hinaus ist sie als Dolmetscherin für ausländische JournalistInnen im Iran tätig.
Mahfarid Mansourian gehört zu den unzähligen Menschen, die im Vorfeld des 31. Jahrestages der iranischen Revolution am 11. Februar 2010 festgenommen wurden, darunter JournalistInnen, Studierende, MenschenrechtsverteidigerInnen und Mitglieder oppositioneller politischer Parteien. An diesem Tag waren als Folge der Proteste gegen die umstrittene Präsidentschaftswahl im Juni 2009 noch weitere Demonstrationen gegen die Regierung erwartet worden. Die erwarteten Massenproteste wurden größtenteils von Sicherheitskräften unterdrückt, wodurch Versammlungen von Regierungsgegnern, darunter auch Mir Hossein Mousavi, verhindert wurden. Einige Protestierende wurden unter Schlägen und Einsatz von Tränengas von der Teilnahme abgehalten.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.