Freilassung

Mit Adil Ibrahim Karar ist am 29. Mai nun auch der letzte einer ganzen Reihe von vermeintlichen TeilnehmerInnen an Demonstrationen freigelassen worden, die im Januar in Sudan stattgefunden hatten. Adil Ibrahim Karar war am 31. Januar in Omdurman unter dem Verdacht festgenommen worden, sich an einer Protestkundgebung beteiligen zu wollen.

Sachlage

Die Festnahme des 56-jährigen Adil Ibrahim Karar hatte am 31. Januar 2011 in einer Buchhandlung in Omdurman stattgefunden. So wie er waren noch weitere mehr als 70 Personen im Zusammenhang mit Protesten verhaftet worden, die tags zuvor begonnen hatten.

Am 30. Januar kam es in der sudanesischen Hauptstadt Khartum sowie in Omdurman und weiteren umliegenden Städten im Norden des Landes zu einer Welle von Protesten. Allein in Khartum versammelten sich rund 2000 Menschen zu einer friedlichen Protestkundgebung. Bereitschaftspolizei und Angehörige des Staatssicherheitsdienstes NISS gingen mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstrierenden vor und nahmen zahlreiche Menschen fest. In Berichten hieß es, NISS-Angehörige hätten Häftlinge gefoltert oder anderweitig misshandelt.

Adil Ibrahim Karar befand sich ohne Anklageerhebung in Haft. Er leidet an Asthma und Rückenbeschwerden, erhielt jedoch weder Zugang zu ärztlicher Behandlung noch zu schmerzlindernden Medikamenten.

Am 27. April nahmen NISS-MitarbeiterInnen auch die Ehefrau von Adil Ibrahim Karar und seine beiden acht und dreizehn Jahre alten Kinder in Haft, ließen sie aber nach neun Stunden wieder frei. Die Familie ist von der Polizei wiederholt bedroht und schikaniert worden, ihre Wohnung wurde zweimal durchsucht.

Die Familie von Adil Ibrahim Kara bedankt sich bei allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen sind nicht erforderlich.