USA: Asylsuchende freigelassen!

Diese Urgent Action ist beendet.

Andrea Pedro-Francisco ist seit dem 4. Juni wieder frei. Die guatemaltekische Asylsuchende war am 5. Februar in Minneapolis von Angehörigen der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen und inhaftiert worden. Jetzt ist sie zurück bei ihrer Familie und kann sich endlich einer dringend notwendigen Operation unterziehen. Sie hat eine große Eierstockzyste, die bereits im Februar hätte entfernt werden sollen – was ihr in der Haft verweigert wurde. 

Das Foto zeigt Andrea Pedro-Francisco in einem Musikladen mit einem E-Bass in den Händen. Sie blickt in die Kamera und lächelt leicht. Hinter ihr hängen Gitarren an der Wand.

Die Asylsuchende Andrea Pedro-Francisco aus Guatemala (undatiertes Foto)

Vielen Dank allen, die sich an dieser Urgent Action beteiligt haben!

Sachlage

Andrea Pedro-Francisco kam 2019 aus Guatemala in die USA und beantragte dort Asyl. Am 5. Februar 2026 wurde die 23-Jährige in Minneapolis von ICE-Angehörigen festgenommen. Dies geschah im Rahmen der "Operation Metro Surge", einer ICE-Operation zur Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen im Bundesstaat Minnesota, für die mehr als 3.000 Angehörige von Bundesbehörden nach Minnesota entsandt wurden. Zunächst wurde sie in die ICE-Hafteinrichtung Camp East Montana in El Paso (Texas) gebracht, die mehr als 1.800 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt ist. Im März wurde sie schließlich in das El Paso Service Processing Center verlegt.

Andrea Pedro-Francisco hat eine große Eierstockzyste, die ihr extreme Unterleibsschmerzen verursacht und ein großes Risiko für ihre reproduktive Gesundheit darstellt. Sie braucht dringend eine Biopsie, um festzustellen, ob die Zyste bösartig ist, und den entsprechenden chirurgischen Eingriff, um sie entfernen zu lassen. Dieser Eingriff war bereits für den 11. Februar angesetzt gewesen, doch ihre Inhaftierung verhinderte die Operation. 

Bei ihrer Ankunft in Camp East Montana war Andrea Pedro-Francisco schwer krank und musste im Krankenhaus behandelt werden. Der behandelnde Arzt bestätigte, dass sie operiert werden muss, erklärte jedoch, dass er den Eingriff nicht durchführen würde, da sie sich im Gewahrsam der Einwanderungsbehörde befinde. Stattdessen verschrieb er ihr Medikamente gegen ihre Symptome, die sie jedoch nie erhielt. Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge leidet Andrea Pedro-Francisco unter extremen Schmerzen im Unterleib und im unteren Rücken, die sie am Schlafen hindern. Sie hat außerdem Hitzewallungen, Schüttelfrost und Schwächeanfälle.

Unter der Trump-Regierung hat die Inhaftierung von Einwander*innen in den USA erheblich zugenommen. Im Mai 2026 befanden sich mehr als 60.000 Menschen in ICE-Haftanstalten in über 100 Städten der USA. Während die Trump-Regierung die Haftkapazitäten für ICE ausweitet, verschlechtern sich die Haftbedingungen dramatisch. Bisher sind im Jahr 2026 bereits mindestens 19 Personen in ICE-Gewahrsam gestorben. Im Jahr 2025 starben 31 Personen in ICE-Gewahrsam – die höchste Zahl an registrierten Todesfällen seit Jahrzehnten.

ICE hat eine Richtlinie verabschiedet, wonach Personen, die ohne die nötigen Papiere in die USA eingereist sind, keinen Anspruch auf Freilassung gegen Kaution haben. Das bedeutet, dass sie während des gesamten Abschiebeverfahrens in Haft bleiben müssen. Das gilt auch für Personen, die einen Asylantrag gestellt haben. Sie bleiben bis zur Entscheidung über ihren Antrag inhaftiert. Gemäß dem Völkerrecht sollten Asylsuchende nicht für die Art und Weise ihrer Einreise bestraft werden, und Menschen sollten nicht automatisch von den Einwanderungsbehörden in Haft genommen werden. Auch sollten Menschen nicht abgeschoben werden, bevor ihr Antrag auf Flüchtlingsschutz ordnungsgemäß in einem fairen Verfahren zur Feststellung des Flüchtlingsstatus geprüft wurde.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.