USA: inhaftierte Asylsuchende freilassen!

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Das Foto zeigt Andrea Pedro-Francisco in einem Musikladen mit einem E-Bass in den Händen. Sie blickt in die Kamera und lächelt leicht. Hinter ihr hängen Gitarren an der Wand.

Der Asylsuchende Andrea Pedro-Francisco aus Guatemala droht die Abschiebung aus den USA (undatiertes Foto).

Die guatemaltekische Asylsuchende Andrea Pedro-Francisco wurde am 5. Februar 2026 in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota von Angehörigen der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE festgenommen. Sie befindet sich derzeit in einer ICE-Hafteinrichtung in El Paso (Texas) in Haft. Andrea Pedro-Francisco wird in der Haft nicht angemessen medizinisch versorgt. Sie hat eine große Eierstockzyste, die eigentlich am 11. Februar hätte entfernt werden sollen. Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide, was ihr z. B. extreme Schmerzen im Unterleib und im unteren Rücken verursacht. Andrea Pedro-Francisco muss umgehend freigelassen und bis dahin angemessen medizinisch versorgt werden, um weitere gesundheitliche Probleme oder gar ihren Tod zu verhindern.

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Dein Appell

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Sehr geehrte Frau Flores,

ich wende mich heute an Sie, weil ich mir große Sorgen um die guatemaltekische Asylsuchende Andrea Pedro-Francisco mache. Sie wurde am 5. Februar 2026 von Angehörigen der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE in Minneapolis (Minnesota) festgenommen. Derzeit befindet sie sich in der Hafteinrichtung El Paso Service Processing Center verlegt.

Andrea Pedro-Francisco hat eine große Eierstockzyste, die ihr extreme Unterleibsschmerzen verursacht und ein ernstes Risiko für ihre reproduktive Gesundheit darstellt. Sie braucht dringend eine Biopsie, um festzustellen, ob die Zyste krebsartig ist, und den entsprechenden chirurgischen Eingriff, um sie entfernen zu lassen. Dieser Eingriff war für den 11. Februar angesetzt gewesen, doch ihre Inhaftierung verhinderte die Operation. 

Bei ihrer Ankunft in Camp East Montana war Andrea Pedro-Francisco schwer krank und musste im Krankenhaus behandelt werden. Der behandelnde Arzt bestätigte, dass sie operiert werden muss, erklärte jedoch, dass er den Eingriff nicht durchführen würde, da sie sich im Gewahrsam der Einwanderungsbehörde befinde. Stattdessen verschrieb er ihr Medikamente gegen ihre Symptome, die sie jedoch nie erhielt. Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge leidet Andrea Pedro-Francisco unter extremen Schmerzen im Unterleib und im unteren Rücken, die sie am Schlafen hindern. Sie hat außerdem Hitzewallungen, Schüttelfrost und Schwächeanfälle.

Andrea Pedro-Francisco wurde bisher nicht angemessen medizinisch versorgt und wartet immer noch auf ihre Operation. Sie benötigt dringend eine ärztliche Behandlung, die nur außerhalb der Hafteinrichtung angemessen geleistet werden kann. Ohne eine angemessene Behandlung und die umgehende chirurgische Entfernung der Zyste besteht für Andrea Pedro-Francisco das Risiko ernsthafter Komplikationen. So könnte sie zum Beispiel ihren Eierstock verlieren, unfruchtbar werden oder andere ernste und vermeidbare Erkrankungen entwickeln.

Sorgen Sie bitte dringend dafür, dass Andrea Pedro-Francisco umgehend freigelassen wird und die nötige ärztliche Behandlung erhält, da sich ihr Zustand Tag um Tag verschlechtert.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Field Office Director Marisa Flores,

I am concerned to learn that Andrea Pedro-Francisco, a Guatemalan citizen seeking asylum in the United States, was detained on 5 February 2026 in Minneapolis, Minnesota. Even more distressingly, she was transferred to the ERO El Paso Camp East Montana detention facility in El Paso, Texas which is more than 1,800km away from her home. In March, she was subsequently transferred to the El Paso Service Processing Center (EPSPC).   

Andrea suffers from a large ovarian cyst, which causes extreme abdominal pain and poses a serious risk to her reproductive health. Her condition requires a biopsy to determine whether the cyst is cancerous, as well as surgery to remove it. Prior to her detention, Andrea had been scheduled to undergo surgery on February 11 to have the cyst removed, but her detention by ICE prevented the procedure from taking place. 

Andrea was gravely ill when she arrived at Camp East Montana and had to be hospitalized. The doctor who treated her confirmed that she needs surgery but stated that he would not perform the procedure because she is in immigration detention. Instead, the doctor prescribed Andrea medication for her symptoms, but she never received it. Amnesty International has received information that Andrea is experiencing extreme abdominal and lower back pain, so severe that it prevents her from sleeping. She is suffering from hot flashes, shivers, and waves of faintness.

It is truly alarming that Andrea has not received adequate medical care at either detention facility and that she still awaits surgery. Andrea requires urgent medical care that she can only adequately receive outside of detention. Without proper care and urgent surgery to remove the cyst, Andrea is at risk of serious medical complications, including loss of her ovary, infertility, and the development of other serious and preventable conditions. 

Andrea is in urgent need of medical care, and her condition is worsening every day. I implore you to ensure that Andrea is immediately released and provided with the urgent medical care she desperately needs.  

Sincerely,

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Bitte abschicken bis: 31.05.2026

Appell an

Leiterin der Einwanderungsbehörde in El Paso
El Paso ICE Field Office Director
Marisa Flores
11541 Montana Avenue, Suite E
El Paso, TX 79936
USA

Sende eine Kopie an

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
Herrn Alan D. Meltzer, Geschäftsträger a.i.
Clayallee 170
14195 Berlin

Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: BerlinPCO@state.gov

Amnesty fordert:

  • Sorgen Sie bitte dringend dafür, dass Andrea Pedro-Francisco umgehend freigelassen wird und die nötige ärztliche Behandlung erhält, da sich ihr Zustand Tag um Tag verschlechtert.

Sachlage

Am 5. Februar 2026 wurde die guatemaltekische Asylsuchende Andrea Pedro-Francisco, die sich seit 2019 in den USA aufhält, von Angehörigen der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE in Minneapolis (Minnesota) festgenommen. Sie wurde daraufhin in die ICE-Hafteinrichtung Camp East Montana in El Paso (Texas) gebracht, die mehr als 1.800 km von ihrem Wohnort entfernt ist. Im März wurde sie schließlich in das El Paso Service Processing Center verlegt.

Andrea Pedro-Francisco hat eine große Eierstockzyste, die ihr extreme Unterleibsschmerzen verursacht und ein ernstes Risiko für ihre reproduktive Gesundheit darstellt. Sie braucht dringend eine Biopsie, um festzustellen, ob die Zyste krebsartig ist, und den entsprechenden chirurgischen Eingriff, um sie entfernen zu lassen. Dieser Eingriff war für den 11. Februar angesetzt gewesen, doch ihre Inhaftierung verhinderte die Operation. 

Bei ihrer Ankunft in Camp East Montana war Andrea Pedro-Francisco schwer krank und musste im Krankenhaus behandelt werden. Der behandelnde Arzt bestätigte, dass sie operiert werden muss, erklärte jedoch, dass er den Eingriff nicht durchführen würde, da sie sich im Gewahrsam der Einwanderungsbehörde befinde. Stattdessen verschrieb er ihr Medikamente gegen ihre Symptome, die sie jedoch nie erhielt. Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge leidet Andrea Pedro-Francisco unter extremen Schmerzen im Unterleib und im unteren Rücken, die sie am Schlafen hindern. Sie hat außerdem Hitzewallungen, Schüttelfrost und Schwächeanfälle.

Andrea Pedro-Francisco wurde bisher in keiner der beiden Haftanstalten angemessen medizinisch versorgt und wartet immer noch auf ihre Operation. Sie benötigt dringend eine ärztliche Behandlung, die nur außerhalb der Hafteinrichtung angemessen geleistet werden kann. Ohne eine angemessene Behandlung und die umgehende chirurgische Entfernung der Zyste besteht für Andrea Pedro-Francisco das Risiko ernsthafter Komplikationen. So könnte sie zum Beispiel ihren Eierstock verlieren, unfruchtbar werden oder andere ernste und vermeidbare Erkrankungen entwickeln.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Andrea Pedro-Francisco kam 2019 aus Guatemala in die USA und beantragte dort Asyl. Am 5. Februar 2026 wurde die 23-Jährige in Minneapolis von ICE-Angehörigen festgenommen. Dies geschah im Rahmen der "Operation Metro Surge", einer ICE-Operation zur Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen im Bundesstaat Minnesota, für die mehr als 3.000 Angehörige von Bundesbehörden nach Minnesota entsandt wurden. Bei dem Einsatz wurde exzessive Gewalt angewendet und es wurden auch Menschen getötet. Schwarze, Latinos und Angehörige anderer rassifizierter Gemeinschaften wurden diskriminierenden Personenkontrollen (Racial Profiling) unterzogen. Personen, die ICE-Aktivitäten und die entsprechenden Proteste dokumentierten, mussten ebenfalls mit Menschenrechtsverletzungen rechnen.

Andrea Pedro-Francisco wurde nach ihrer Festnahme zunächst in die ICE-Hafteinrichtung Camp East Montana in El Paso im Bundesstaat Texas gebracht. Seit März 2026 befindet sie sich in einer anderen ICE-Hafteinrichtung, dem El Paso Service Processing Center.

Recherchen von Amnesty International haben aufgedeckt, dass im El Paso Service Processing Center schlechte und unhygienische Haftbedingungen herrschen, und dass Inhaftierte dort misshandelt werden. Zudem haben die Inhaftierten nur sehr eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung: Untersuchungen werden oft nur verzögert durchgeführt und Behandlungen häufig gar nicht vorgenommen. 

Unter der Trump-Regierung hat die Inhaftierung von Einwander*innen in den USA erheblich zugenommen. Im Februar 2026 befanden sich mehr als 68.000 Menschen in ICE-Gewahrsam. Diese Zahlenangabe wird weithin als zu niedrig angesehen, da Tausende Menschen in ICE-Kurzzeit-Bearbeitungszentren, ICE-Außenstellen, in US-Untersuchungshaft oder in anderen Einrichtungen nicht berücksichtigt werden. Während die Trump-Regierung die Haftkapazitäten für ICE ausweitet, verschlechtern sich die Haftbedingungen dramatisch. Bisher sind im Jahr 2026 bereits mindestens 14 Personen in ICE-Gewahrsam gestorben. 

ICE hat eine Richtlinie verabschiedet, wonach Personen, die ohne die nötigen Papiere in die USA eingereist sind, keinen Anspruch auf Freilassung gegen Kaution haben. Das bedeutet, dass sie während des gesamten Abschiebeverfahrens in Haft bleiben müssen. Das gilt auch für Personen, die einen Asylantrag gestellt haben. Sie bleiben bis zur Entscheidung über ihren Antrag inhaftiert. Gemäß dem Völkerrecht sollten Asylsuchende nicht für die Art und Weise ihrer Einreise bestraft werden, und Menschen sollten nicht automatisch von den Einwanderungsbehörden in Haft genommen werden. Auch sollten Menschen nicht abgeschoben werden, bevor ihr Antrag auf Flüchtlingsschutz ordnungsgemäß in einem fairen Verfahren zur Feststellung des Flüchtlingsstatus geprüft wurde.

Im Rahmen der Verabschiedung von Gesetz H.R.1 ("One Big Beautiful Bill") im Juli 2025 hat Präsident Trump den Haushalt der ICE auf 150 Mrd. US-Dollar aufgestockt, um die Regierungsstrategie der massenhaften Inhaftierung und Abschiebung von Migrant*innen umzusetzen. Hierzu zählen 45 Mrd. US-Dollar allein für den Ausbau der Haftkapazitäten. Unter keinen Umständen dürfen Menschen willkürlich inhaftiert werden, und jene, die für Menschenrechtsverletzungen in Hafteinrichtungen verantwortlich sind, müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Inhaftierte müssen die medizinische Versorgung erhalten, die sie benötigen. Die US-Behörden müssen die massenhafte Abschiebung und Inhaftierung von Migrant*innen beenden.