NGO-Mitarbeiter willkürlich inhaftiert

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Sechs Angestellte der Nichtregierungsorganisation Azul Positivo sind am 12. Januar in Maracaibo im venezolanischen Bundesstaat Zulia von Angehörigen der militärischen Spionageabwehr festgenommen worden. Einer der Festgenommenen ist seither wieder freigekommen, alle anderen sind jedoch nach wie vor in Haft und sollen angeklagt werden. Sie haben keinen Zugang zu ihren Rechtsbeiständen und Familien. Das Büro der Organisation wurde durchsucht und die Arbeitsausrüstung der sechs Angestellten beschlagnahmt. Die Festgenommenen müssen umgehend freigelassen werden, da sie nur aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit inhaftiert sind.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Präsident,

mit großer Sorge verfolge ich die Situation von Johan León Reyes, Yordy Bermúdez, Layners Gutiérrez Díaz, Alejandro Gómez Di Maggio, Miguel Guerra Raydan und Luis Ferrebuz. Die sechs Mitarbeiter der NGO Azul Positivo wurden am 12. Januar 2021 in Maracaibo willkürlich und ohne Haftbefehl von Angehörigen der militärischen Spionageabwehr festgenommen. Miguel Guerra Raydan ist seither wieder frei; alle anderen werden nach wie vor ohne Zugang zu ihren Rechtsbeiständen und Familien festgehalten.

Seit Anfang Januar 2021 berichten zivilgesellschaftliche Organisationen in Venezuela erneut über ein verschärftes Vorgehen gegen Menschenrechtsverteidiger_innen, hauptsächlich im Bereich der internationalen Zusammenarbeit. Diese jüngsten Repressalien richten sich auch gegen unabhängige Medienkanäle.

Sorgen Sie bitte für die umgehende Freilassung von Johan León Reyes, Yordy Bermúdez, Layners Gutiérrez Díaz, Alejandro Gómez Di Maggio und Luis Ferrebuz. Beenden Sie bitte unverzüglich die Drangsalierung, Strafverfolgung und Zensur von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für die Rechte aller Venezolaner_innen einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Mr. President,

I am dismayed to learn of the detention of civil society and humanitarian workers belonging to Azul Positivo, by officers in the Directorate of Military Counterintelligence (DGCIM) in Maracaibo on 12 January. Johan León Reyes, Yordy Bermúdez, Layners Gutiérrez Díaz, Alejandro Gómez Di Maggio, Miguel Guerra Raydan, and Luis Ferrebuz were arbitrary detained without warrant. Although Miguel Guerra has reportedly been released, together with the others they were held without access to lawyers or family.

Azul Positivo’s work as a humanitarian organization is admirable and critical given the dire human rights situation in Venezuela. Their work must be guaranteed, protected, and celebrated, not criminalized.

I call upon you to ensure the immediate release of all the staff of Azul Positivo and to end the harassment, criminal prosecution, and censorship of all civil society organizations working to protect the rights of all Venezuelans, particularly those in most need.

Yours sincerely,

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Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 11.03.2021

Appell an

Presidente Nicolás Maduro
Palacio de Miraflores
Av. Norte 10, Caracas 1012
Distrito Capital
VENEZUELA

Sende eine Kopie an

Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela
S. E. Herrn Ramon Orlando Maniglia Ferreira
Schillstraße 10
10785 Berlin

Fax: 030-83 224 020
E-Mail: embavenez.berlin@botschaft-venezuela.de

Amnesty fordert:

  • Sorgen Sie bitte für die umgehende Freilassung von Johan León Reyes, Yordy Bermúdez, Layners Gutiérrez Díaz, Alejandro Gómez Di Maggio und Luis Ferrebuz.
  • Beenden Sie bitte unverzüglich die Drangsalierung, Strafverfolgung und Zensur von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für die Rechte aller Venezolaner_innen einsetzen.

Sachlage

Am 12. Januar wurden Johan León Reyes, Yordy Bermúdez, Layners Gutiérrez Díaz, Alejandro Gómez Di Maggio, Miguel Guerra Raydan und Luis Ferrebuz in Maracaibo willkürlich und ohne Haftbefehl von Angehörigen der militärischen Spionageabwehr festgenommen. Miguel Guerra Raydan ist seither wieder frei; alle anderen werden nach wie vor ohne Zugang zu ihren Rechtsbeiständen und Familien festgehalten. Die Männer sind Mitarbeiter der NGO Azul Positivo, einer zivilgesellschaftlichen Organisation, die sich seit 2004 für Inklusion und die gerechte Behandlung von HIV+-Patient_innen einsetzt. Sie arbeitet zudem zu den Themen sexuell übertragbare Infektionen, Diversität und sexualisierte Gewalt.

Laut Angaben der nichtstaatlichen Menschenrechtskommission von Zulia (CODHEZ) erschienen am 12. Januar um etwa 11.30 Uhr mindestens 15 Angehörige der militärischen Spionageabwehr im Hauptsitz von Azul Positivo im Aventura-Einkaufszentrum in Maracaibo, um vermeintlich Verwaltungsmaßnahmen zu ergreifen, die mit den humanitären Aktivitäten der Organisation im Bundesstaat Zulia zusammenhängen.

Die Direktor_innen und mehrere Angestellte wurden mehr als sechs Stunden lang in ihren Büros festgehalten und zu ihrer humanitären Arbeit befragt. Daraufhin sollen Johan León Reyes, Yordy Bermúdez, Layners Gutiérrez Díaz, Alejandro Gómez Di Maggio und Miguel Guerra Raydan in die Zentrale der militärischen Spionageabwehr gebracht worden sein. Der Zugang zu Rechtsbeiständen wurde ihnen verweigert. Später am selben Tag wurde Luis Ferrebuz, der ebenfalls bei Azul Positivo angestellt ist, bei sich zuhause festgenommen. Miguel Guerra Raydan wurde Berichten zufolge wieder freigelassen.

Seit Anfang Januar 2021 berichten zivilgesellschaftliche Organisationen in Venezuela erneut über ein verschärftes Vorgehen gegen Menschenrechtsverteidiger_innen, hauptsächlich im Bereich der internationalen Zusammenarbeit. Diese jüngsten Repressalien richten sich auch gegen unabhängige Medienkanäle.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Azul Positivo ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich seit 2004 für Inklusion und die gerechte Behandlung von HIV+-Patient_innen einsetzt. Sie arbeitet zudem zu den Themen sexuell übertragbare Infektionen, Diversität und sexualisierte Gewalt. Seit 2006 beteiligt sie sich gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften an Projekten in zahlreichen Städten im nordwestlichen Bundesstaat Zulia. Mit ihrem Einsatz hat die Organisation zu der Arbeit einiger staatlicher Gesundheitseinrichtungen beigetragen, wie z. B. der Nationalen Stelle für Medizin und Forensische Wissenschaften (Servicio Nacional de Medicina y Ciencias Forenses), dem regionalen AIDS-Programm und dem Gesundheitsministerium. Zudem arbeitet Azul Positivo mit Agenturen der Vereinten Nationen zusammen, so zum Beispiel mit UNAIDS, UNHCR und UNFPA, um Projekte zu sexueller und reproduktiver Gesundheit an der Grenze zu Kolumbien durchzuführen.

Die Regierung unter Nicolás Maduro fährt eine repressive und auf Schikane, Strafverfolgung und Zensur beruhende Linie gegen Aktivist_innen und zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für die Rechte von Venezolaner_innen einsetzen. In Venezuela herrscht eine komplexe humanitäre und menschenrechtliche Krise, die dazu geführt hat, dass zahllose Venezolaner_innen bereits aus dem Land geflohen sind, um anderswo Schutz zu suchen. Im Dezember 2020 hatten bereits 5,4 Millionen Menschen das Land verlassen.

Ein 2020 veröffentlichter Bericht der unabhängigen internationalen Ermittlungsmission für die Bolivarische Republik Venezuela hat zahlreiche seit 2014 begangene Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, darunter außergerichtliche Hinrichtungen, Verschwindenlassen, willkürliche Inhaftierungen sowie Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass dies schwere Menschenrechtsverletzungen sind, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkommen könnten.