USA: Hafteinrichtung für Kinder schließen!
© IMAGO / ZUMA Press Wire
Das neue Abschiebezentrum auf dem England Airpark in Alexandria im US-Bundesstaat Louisiana steht unmittelbar vor seiner Eröffnung. In der Einrichtung sollen Kinder und Familien festgehalten und dann direkt abgeschoben werden. Der Boden des Flughafengeländes ist massiv verseucht.
Setzt euch für die Kinder und Familien ein, die von der Abschiebung bedroht sind!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
Du hast Probleme beim Ausdrucken des Briefes? Dann klicke bitte hier.
Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Ralph Hennessy
England Air Park Board of Commissioners
1611 Arnold Drive
Alexandria, LA 71303
USA
Sende eine Kopie an
Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
Herrn Alan D. Meltzer, Geschäftsträger a.i.
Clayallee 170
14195 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: BerlinPCO@state.gov
Amnesty fordert:
- Bitte beenden Sie die Zusammenarbeit von England Airpark mit ICE, annullieren Sie den Vertrag mit der LaSalle Family Foundation, und schließen Sie die Hafteinrichtung auf dem Flughafengelände.
Sachlage
England Airpark ist ein ehemaliger Stützpunkt der US Air Force, der heute als Flughafen genutzt wird. Im Februar 2026 schloss die Einwanderungsbehörde ICE einen Fünfjahresvertrag ab, um dort eine Hafteinrichtung für Kinder und Familien einrichten zu können. Diese soll das bereits bestehende Abschiebezentrum erweitern, das bereits jetzt eines der größten der USA ist. Die Hafteinrichtung hat eine Kapazität von 528 Betten und befindet sich an einem völlig verseuchten Standort: die Grundwasserverschmutzung soll dort laut Medienberichten 575.000-mal höher sein als die von den US-Behörden empfohlenen Grenzwerte. Darüber hinaus verstößt die Inhaftierung von Kindern und Familien wegen ihres Migrationstatus gegen ihre Menschenrechte.
LaSalle Corrections, die Mutterfirma der LaSalle Family Foundation, die am Betrieb der Hafteinrichtung beteiligt ist, ist bereits seit Langem für Misshandlungen in ihren Hafteinrichtungen in Louisiana bekannt.
Hintergrundinformation
Der England Airpark in Alexandria im US-Bundesstaat Louisiana ist ein ehemaliger Stützpunkt der US Air Force, der aktuell als Flughafen betrieben wird. Im Februar 2026 schloss die Einwanderungsbehörde ICE einen Fünfjahresvertrag mit England Airpark ab, um die Kasernengebäude auf dem Gelände zu einer Hafteinrichtung für Kinder und Familien umzubauen. Die Einrichtung hat eine geplante Kapazität von 528 Betten und ist als Kurzzeiteinrichtung konzipiert, um Kinder und Familien rasch von dem angrenzenden Flugplatz aus abzuschieben. Unter der Trump-Regierung ist es jedoch zur gängigen Praxis geworden, Familien über längere Zeiträume hinweg festzuhalten. In manchen Fällen waren Familien mit Kindern mehrere Monate oder gar über ein Jahr lang inhaftiert.
Die neue Einrichtung würde das bereits bestehende Abschiebezentrum erweitern, das bereits jetzt eines der größten der USA ist. Im Juni 2025 verließen so viele Abschiebeflüge die USA wie seit fünf Jahren nicht mehr. Alexandria lag mit durchschnittlich 14 Flügen pro Tag über das Jahr 2025 hinweg an erster Stelle. In der bereits bestehenden Einrichtung auf der Flughafenanlage gibt es immer wieder gesundheitliche Notfälle, und es wird wiederholt gegen das Rechtsstaatsprinzip verstoßen: etwa 20 % der 28.000 dort inhaftierten Menschen werden länger als die zulässige Höchstdauer von 72 Stunden festgehalten.
Da es sich um einen ehemaligen Militärflugplatz handelt, ist der Boden unter der geplanten Anlage schwer verseucht: Die im Boden nachgewiesenen Konzentrationen an Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) übersteigen den von den US-Behörden festgelegten sicheren Grenzwert für Grundwasser um ein Vielfaches – Medienberichte nennen Konzentrationen, die die US-Trinkwassergrenzwerte um das 575.000-fache übersteigen. Darüber hinaus ist auch der Schadstoff Trichlorethylen (TCE) nachweisbar, der mit schweren Erkrankungen wie Krebs und Leberschäden in Verbindung gebracht wird.
Laut der American Academy of Pediatrics, einer Organisation von Kinderärzt*innen, hat jede Form von Freiheitsentzug, auch wenn sie nur von kurzer Dauer ist, langfristige Folgen für Kinder. Unter anderem können posttraumatische Belastungsstörungen, Angstzustände, Depressionen und Suizidgedanken die Folge sein.
Es ist auch fraglich, ob in der Hafteinrichtung die verfahrensrechtlichen Garantien gewahrt werden. In den USA werden unbegleitete Minderjährige normalerweise in die Obhut des Office of Refugee Resettlement (ORR) gegeben. Das ORR ist an diesem Projekt jedoch nicht beteiligt; stattdessen werden die Betroffenen in die Obhut von ICE gegeben. Dies ist besorgniserregend, da es für unbegleitete Minderjährige in der Obhut des ORR strenge bundesweite Richtlinien gibt und ihnen bestimmte Rechte zustehen. Ein Kind im Gewahrsam von ICE erhält möglicherweise nicht denselben Rechtsschutz und ist in größerer Gefahr, abgeschoben zu werden. Darüber hinaus verstößt ICE bereits gegen das seit 1997 geltende Flores-Abkommen, das Mindeststandards für die Behandlung, Unterbringung und Freilassung von Minderjährigen festlegt, die in den USA aufgrund ihres Einwanderungsstatus inhaftiert sind.
LaSalle Corrections, die Mutterfirma der LaSalle Family Foundation, die am Betrieb der Hafteinrichtung beteiligt ist, ist bereits seit Langem für Misshandlungen in ihren Hafteinrichtungen in Louisiana bekannt. Im Oktober 2025 erhielt eine Familie vor Gericht eine Entschädigung in Höhe von 42,75 Mio. Dollar, weil einer ihrer Angehörigen in einer von LaSalle betriebenen Hafteinrichtung starb, nachdem Wärter seinen Kopf gegen einen Betonboden gerammt hatten. Im Januar 2024 wurden in einer weiteren von LaSalle betriebenen Einrichtung 200 Personen in einer Großzelle wahllos mit Pfefferspray besprüht und die Strom- und Wasserversorgung für den gesamten Trakt wurde abgestellt, um die Inhaftierten für einen Hungerstreik zu bestrafen. Dies sind nur zwei Beispiele für die in diesen Einrichtungen angewendete Gewalt.