Urteil im Prozess gegen Tashi Wangchuk

Diese Urgent Action ist beendet.

Der gewaltlose politische Gefangene ist am 22. Mai 2018 wegen „Anstiftung zum Separatismus“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Menschenrechtsverteidiger war vor zwei Jahren inhaftiert worden und wartete fast zwei Jahre auf seinen Prozessbeginn. In dieser Zeit durfte er keinen Kontakt zu seiner Familie haben.

Tashi Wangchuk

Tashi Wangchuk

Sachlage

Tashi Wangchuk ist am 22. Mai 2018 von der Präfektur Yushu in der Provinz Qinghai im Nordwesten Chinas wegen „Anstiftung zum Separatismus“ verurteilt worden. Die Präfektur befindet sich in der Autonomen Region Tibet. In dem Urteil wird als wesentliches Beweismaterial gegen ihn ein Kurzfilm genannt, den die New York Times 2015 produziert hatte und der von Tashi Wangchuks Einsatz handelt, die tibetische Sprache verstärkt in Schulen zu lehren.

Tashi Wangchuk hat bereits angekündigt, Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen zu wollen. Es wird vermutet, dass er bis zum Prozessende weiterhin in der Strafanstalt bleiben muss, da derzeit noch keine genaueren Details über seine geplante Berufung bekannt sind. Seit seiner Inhaftierung im Januar 2016 hat Tashi Wangchuk keinen Zugang zu seinen Familienangehörigen.

Vor seiner Festnahme hatte er seine Sorge darüber ausgedrückt, dass die meisten tibetischen Kinder ihre Muttersprache nicht fließend sprechen können. Zudem äußerte er sich besorgt darüber, dass die tibetische Kultur schrittweise aussterbe. Der von der New York Times 2015 produzierte Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Tashi Wangchuks Reise nach Peking, wo er juristische Unterstützung für sein Vorhaben suchte, eine Klage gegen örtliche Beamt_innen einzureichen, weil die tibetische Sprache in den Schulen, die in von Tibeter_innen bewohnten Gebieten liegen, nicht gelehrt wird.

Tashi Wangchuk ist ein Menschenrechtsverteidiger und gewaltloser politischer Gefangener, der von den Medien und dem chinesischen Rechtssystem Gebrauch machte, um sich friedlich für den Erhalt der tibetischen Sprache, Kultur und Identität einzusetzen. Angesichts eines ersten Urteils im Verfahren, hat die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit zunächst eingestellt. Diese besteht einerseits darin, die Strafverfolgung einzuleiten, andererseits, den Strafprozess sowie das Gerichtsurteil zu überwachen. Weitere Aktionen sind in diesem Fall deshalb derzeit nicht nötig. Amnesty International wird jedoch weiter die unverzügliche und bedingungslose Freilassung von Tashi Wangchuk fordern.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.