Russland: indigene Aktivistin in Haft
Die Menschenrechtsverteidigerin Daria Egereva setzt sich in Russland für die Rechte des indigenen Volkes der Selkup*innen ein (undatiertes Foto).
© Teo Ormond-Skeaping/Loss and Damage Collaboration
Daria Egereva ist eine Repräsentantin der Selkup*innen – einer der kleinen indigenen Gruppen Westsibiriens. Sie ist außerdem eine der Vorsitzenden des Internationalen Forums indigener Völker zum Klimawandel und genießt große Anerkennung für ihre führende Rolle bei der weltweiten Förderung der Rechte indigener Gemeinschaften. Daria Egereva wurde im Dezember 2025 festgenommen. Zur selben Zeit wurden die Wohnungen von mindestens 17 weiteren indigenen Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen durchsucht. Dies deutet auf ein breiteres repressives Vorgehen gegen die indigene Zivilgesellschaft hin.
Setzt euch für Daria Egereva ein!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
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Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Head of the Investigative Committee of the Russian Federation
Bastrykin Aleksander Ivanovich
2 Tehnicheskiy Pereulok
Moscow, 105005
RUSSISCHE FÖDERATION
Sende eine Kopie an
Botschaft der Russischen Föderation
S. E. Herrn Sergej J. Netschajew
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
Fax: 030-2299 397
E-Mail: info@russische-botschaft.de
Amnesty fordert:
- Ich fordere Sie auf, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, damit Daria Egereva unverzüglich und bedingungslos freigelassen wird, alle Anklagen gegen sie fallen gelassen werden und ein sicheres und förderliches Umfeld für sie geschaffen wird, damit sie ihren Menschenrechtsaktivismus ungehindert fortsetzen kann.
Sachlage
Am 17. Dezember 2025 wurde die Menschenrechtsverteidigerin für die Rechte indigener Gemeinschaften, Daria Egereva, festgenommen und Anklage wegen "Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Organisation" gegen sie erhoben.
Daria Egereva ist eine bekannte Menschenrechtsverteidigerin und Klimaaktivistin, die sich seit langem auf internationaler Ebene für indigene Gemeinschaften einsetzt. Ihre Arbeit konzentriert sich ausschließlich auf Klimafragen, indigene Kultur, Sprache und Frauenrechte. Darias Strafverfolgung scheint eine direkte Vergeltungsmaßnahme für ihre Menschenrechtsarbeit zu sein.
Die Gesetze zur Terrorismusbekämpfung dürfen nicht dazu missbraucht werden, die indigene Zivilgesellschaft ins Visier zu nehmen und diejenigen zum Schweigen zu bringen, die sich für die Förderung und den Schutz der Rechte von Minderheiten und marginalisierten Gemeinschaften einsetzen.
Hintergrundinformation
Daria Egereva wurde am 17. Dezember 2025 in Moskau festgenommen, nachdem sie von der COP30-Klimakonferenz der Vereinten Nationen im brasilianischen Belém zurückgekehrt war. Anschließend klagten die russischen Behörden sie nach Paragraf 205.5, Teil 2 des Strafgesetzbuchs wegen "Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Organisation" an. Dieses Vergehen kann mit einer Haftstrafe von 10 bis 20 Jahren geahndet werden.
Die Anklagen stehen im Zusammenhang mit ihrer vermeintlichen Beteiligung am Aborigen Forum. Dies ist ein informelles Netzwerk von Expert*innen, Sprecher*innen und Aktivist*innen, die die Gesetzgebung analysieren und sich für die Rechte, Interessen und Kulturen indigener Gemeinschaften einsetzen. 2024 stufte der Oberste Gerichtshof Russlands 172 Organisationen, die mit ethnischen Minderheiten oder indigenen Gemeinschaften in Verbindung stehen, als "terroristisch" ein. Eine dieser Organisationen war das Aborigen Forum. Daria Egereva vertritt das Centre for Support of Indigenous Small-Numbered Peoples of the North, eine Mitgliedsorganisation des Forums.
Zum Zeitpunkt der Festnahme von Daria Egereva wurden auch die Wohnungen von mindestens 17 weiteren indigenen Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen durchsucht, was auf ein breiteres repressives Vorgehen gegen die indigene Zivilgesellschaft hindeutet. Am 12. März 2026 fand vor dem Moskauer Bezirksgericht Basmanny eine Anhörung über die Verlängerung ihrer Untersuchungshaft statt. Auf Antrag der ermittelnden Behörden verlängerte das Gericht ihre Haft um weitere drei Monate. Die Anhörung war öffentlich und wurde von Diplomat*innen mehrerer Botschaften sowie von Daria Egerevas Ehemann und Kindern besucht.
Daria Egereva ist eine Repräsentantin der Selkup*innen – einer der kleinen indigenen Gruppen Westsibiriens. Die Selkup*innen sind eine indigene Gemeinschaft aus dem Norden, das etwa 3.500 Menschen zählt und hauptsächlich in der Region Jamal-Nenzen und Oblast Tjumen sowie in der Region Tomsk und der Region Krasnojarsk lebt.
Daria Egereva ist auch eine bekannte Menschenrechtsverteidigerin und Klimaaktivistin, die sich seit langem auf internationaler Ebene für indigene Gemeinschaften einsetzt. Sie ist außerdem eine der Vorsitzenden des Internationalen Forums indigener Völker zum Klimawandel und genießt große Anerkennung für ihre führende Rolle bei der weltweiten Förderung der Rechte indigener Gemeinschaften. Sie ist auch langjähriges Mitglied der Indigenenorganisation CSIPN.