Mehrere Gemeinden in Gefahr

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Afro-kolumbianische Gemeinde

Afro-kolumbianische Gemeinde

Mehrere indigene Gemeinschaften und die afro-kolumbianische Gemeinschaft der Taparal im kolumbianischen Departamento Chocó können sich durch die Anwesenheit der bewaffneten Gruppierung Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) nicht mehr frei bewegen und sind sehr verängstigt. Sie befürchten, dass es in ihren Gemeinden zu bewaffneten Zusammenstößen zwischen der AGC und der Nationalen Befreiungsarmee (Ejército De Liberación Nacional – ELN) kommen könnte.

Setzt euch für die gefährdeten Gemeinden in Chocó ein!

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Dein Appell

Sehr geehrter Präsident,

mit großer Sorge habe ich von der Situation der indigenen Gemeinden in Chocó erfahren. Deswegen wende ich mich heute an Sie:

Ich fordere Sie höflich auf, durch eine angemessene staatliche Präsenz in den durch die Anwesenheit bewaffneter Gruppen gefährdeten Gemeinden das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie das Recht auf Sicherheit der indigenen und afro-kolumbianischen Gemeinschaften zu gewährleisten.

Bitte ergreifen Sie in Absprache mit Menschenrechtler_innen und Sprecher_innen indigener und afro-kolumbianischer Gemeinschaften entsprechend ihren Wünschen Schutzmaßnahmen auf individueller und kollektiver Ebene, um ihr Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zu schützen.

Ergreifen Sie bitte außerdem angemessene Präventions- und Schutzmaßnahmen für vertriebene und von Vertreibung bedrohte indigene Gemeinschaften in Übereinstimmung mit Resolution 4 des Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2009.

Mit freundlichen Grüßen,

 

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen oder direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken. Wähle einfach deine bevorzugte Versandmethode und die Sprache, in der du den Brief verschicken möchtest, aus.

Bitte abschicken bis: 16.01.2018

Appell an:

Juan Manuel Santos

Presidente de la República

Palacio de Nariño, Carrera 8 Núm. 7-26

Bogotá

KOLUMBIEN

Sende eine Kopie an:

Ombudsperson
Carlos Alfonso Negret
Carrera 9 Núm.16 - 21
Bogotá D. C.
KOLUMBIEN

E-Mail: Asuntosdefensor@defensoria.gov.co

Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Catalina Avila Morales Botschaftsrätin (Geschäftsträgerin a.i.)
Taubenstr. 23
10117 Berlin

Fax: 030-2639 6125
E-Mail: ealemania@cancilleria.gov.co

 

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie höflich auf, durch eine angemessene staatliche Präsenz in den durch die Anwesenheit bewaffneter Gruppen gefährdeten Gemeinden das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie das Recht auf Sicherheit der indigenen und afro-kolumbianischen Gemeinschaften zu gewährleisten.
  • Bitte ergreifen Sie in Absprache mit Menschenrechtler_innen und Sprecher_innen indigener und afro-kolumbianischer Gemeinschaften entsprechend ihren Wünschen Schutzmaßnahmen auf individueller und kollektiver Ebene, um ihr Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zu schützen.
  • Ergreifen Sie bitte außerdem angemessene Präventions- und Schutzmaßnahmen für vertriebene und von Vertreibung bedrohte indigene Gemeinschaften in Übereinstimmung mit Resolution 4 des Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2009.

Sachlage

Der Runde Tisch für Dialog und Absprache der Indigenen Völker in Chocó berichtete Amnesty International, dass am 2. Dezember mehr als 100 Angehörige der paramilitärischen Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) in die Gemeinde Pichindé der Gemeinschaft der Embera eindrangen. Die Gemeinde liegt am Fluss Taparal, einem Arm des Flusses Chintadó, der in der Gemeinde Riosucio in Chocó beginnt. Die Gemeinde Pichindé besteht aus 260 Einwohner_innen, bzw. 54 Familien, die sich nach Einschüchterungen durch die bewaffnete Gruppe nicht mehr frei bewegen können.

Am Fluss Chintadó liegen zwei weitere indigene Gemeinden: In Marcial leben 308 Menschen in 75 Familienzusammenhängen und in Jagual sind rund 460 Personen, bzw. 100 Familien, ansässig. Die afro-kolumbianische Gemeinde am Taparal liegt ganz in der Nähe und besteht aus rund 380 Bewohner_innen in ungefähr 50 Familien. Diese Gemeinden können sich derzeit nicht mehr frei bewegen und befürchten bewaffnete Zusammenstöße zwischen der AGC und der Nationalen Befreiungsarmee, deren Präsenz in diesem Gebiet zugenommen hat. Die zuständigen Behörden wissen bereits über die Situation Bescheid und müssen nun dringend Sicherheits- und Unterstützungsmechanismen für die bedrohten Gemeinden in Gang setzen. Sie müssen zudem konkrete Maßnahmen zum Schutz der Gemeinden vor Vertreibung ergreifen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Amnesty International hat den Anstieg an Vertreibungen und die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Gemeinschaften in Chocó bereits öffentlich angeprangert. Diese fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen zählen zu den größten Herausforderungen bei der Umsetzung des Friedensprozesses. Zu diesen Herausforderungen gehören auch der Schutz jener Gemeinschaften, die am schwersten von dem bewaffneten Konflikt betroffenen sind und die Garantie, dass diese ungeheuerlichen Taten nicht ungestraft bleiben. Nähere Informationen finden Sie auf Spanisch unter https://www.amnesty.org/es/latest/news/2017/11/la-encrucijada-colombian….

Am 22. November veröffentlichte Amnesty International einen Bericht über die Menschenrechtslage und die Garantien der Nicht-Wiederholung im Departamento Chocó mit dem englischen Titel „The Years of Solitude Continue: The Peace Agreement and Guarantees of Non-Repetition in Chocó“ online unter: https://www.amnesty.org/en/documents/amr23/7425/2017/en/ und startete eine an den kolumbianischen Präsidenten gerichtete Petition, in dem er aufgefordert wird, den indigenen und afro-kolumbianischen Gemeinschaften in Chocó individuellen und gemeinschaftlichen Schutz bereitzustellen. Die englischsprachige Petition findet sich online unter: https://www.amnesty.org/en/get-involved/take-action/protect-ethnic-comm….

In der ersten Hälfte des Jahres 2017 haben die indigenen Gemeinschaften in Chocó mindestens zwei Mal das Eindringen paramilitärischer Gruppen in ihre Territorien gemeldet. Zum ersten Mal passierte dies am 6. März. Es kam zu massiven Vertreibungen von Familien und zur Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit in den benachbarten Gemeinden in Peña Azul. Siehe dazu auch UA-056/2017, online unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-056-2017/ueber-300-menschen-ver…. Beim zweiten Mal drangen am 18. April paramilitärische Gruppen in das Territorium Jiguamiandó nahe der humanitären Zone Pueblo Nuevo ein. Siehe dazu UA-162/2017-1, online unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-062-2017-1/paramilitaers-weiter….

In Chocó werden weiterhin Menschenrechtsverletzungen und Völkerrechtsverbrechen begangen, darunter auch gezielte Tötungen von Angehörigen der afro-kolumbianischen und indigenen Gemeinschaften. Darüber hinaus werden die Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben oder dort eingeschlossen und es finden Zwangsrekrutierungen indigener Jungen und Mädchen statt.

Die indigenen Gemeinschaften in Chocó sind anhaltenden Drohungen und gewaltsamen Übergriffen durch bewaffnete Gruppen und Paramilitärs ausgesetzt. 2009 erließ das kolumbianische Verfassungsgericht die Resolution 4, welche die Regierung aufforderte, öffentliche Maßnahmen gegen die Vertreibungen zu ergreifen. Bei der Formulierung des Ziels dieser Resolution, Leben, Freiheit, kulturelle Vielfalt und weitere Rechte zu schützen, spielte die ethnische Zugehörigkeit der Betroffenen eine zentrale Rolle.