Militärdienstverweigerer ist frei

Diese Urgent Action ist beendet.

Am 6. Januar wurde Yuval Peleg aus einem Militärgefängnis freigelassen und vom Militärdienst freigestellt. Der 18-Jährige verbüßte eine Haftstrafe von insgesamt 130 Tagen, weil er sich geweigert hatte, den Militärdienst anzutreten. Yuval Peleg begründet seine Verweigerung mit der Beteiligung des israelischen Militärs am Völkermord im Gazastreifen und der rechtswidrigen Besatzung des Besetzten Palästinensischen Gebiets.

Ein junger Mann vor einer Mauer, dort zu sehen, ein Graffiti mit einem alten Mann und einem Soldaten

Der israelische Kriegsdienstverweigerer Yuval Peleg (17. Juli 2025)

Vielen Dank allen, die sich an dieser Urgent Action beteiligt haben!

Sachlage

Am 6. Januar wurde der 18-jährige Yuval Peleg aus dem Militärgefängnis Neve Tzedek in Zentralisrael freigelassen und vom Militärdienst freigestellt. Er war inhaftiert worden, nachdem er am 21. Juli 2025 im Rekrutierungszentrum in Ramat Gan den Wehrdienst verweigert hatte. Yuval Peleg hatte seine Verweigerung des Militärdienstes aus Gewissensgründen vor seinem Einberufungstermin deutlich gemacht. Er tat dies vor Vertreter*innen der israelischen Armee sowie in einer Erklärung im Rahmen des Verweigerungsverfahrens des Netzwerks für Kriegsdienstverweiger*innen aus Gewissensgründen, Mesarvot. Das Militär stufte seine Verweigerung jedoch als Ungehorsam ein. Amnesty International betrachtet Yuval Peleg und andere Militärdienstverweiger*innen als gewaltlose politische Gefangene, die sich lediglich aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihres Rechts auf Militärdienstverweigerung in Haft befinden.

In einer Erklärung, die er nach seiner Freilassung mit Amnesty International teilte, schrieb Yuval Peleg: "Nach fünf aufeinanderfolgenden Haftstrafen und insgesamt 130 Tagen in einem Militärgefängnis bin ich nun endlich frei und vom Militärdienst befreit. Ich hatte mich geweigert, in die IDF einzutreten. Jetzt bin ich unglaublich froh, nicht mehr im Gefängnis zu sein. Es war eine harte Erfahrung die länger dauerte als ich gehofft hatte, aber ich möchte allen bei Amnesty International für die Unterstützung danken. Trotz meiner Inhaftierung war es unglaublich bestärkend zu wissen, dass es Menschen auf der ganzen Welt gibt, die meine Aktionen unterstützen und sich für meine Freilassung einsetzen. Ich weiß nicht, wie ich das Ganze ohne sie durchgestanden hätte."

Und weiter: "So schwierig es auch war, bereue ich es nicht, die Einberufung abgelehnt zu haben. Ich würde es wieder tun. Die IDF haben bewiesen, dass sie eine verabscheuungswürdige, kriminelle Organisation sind, und es gibt keine Entschuldigung dafür, ihr beizutreten. Ich und viele andere werden so lange wie nötig gegen sie kämpfen und Widerstand leisten. Ich möchte alle daran erinnern, dass ich zwar endlich freigelassen wurde, dass aber noch zwei weitere Militärdienstverweigerer im Gefängnis sitzen und ein weiterer möglicherweise dorthin zurückgeschickt wird. Ich hoffe, dass auch sie so bald wie möglich freikommen und unterstütze sie in Haft. Vor allem aber haben die kriminellen Handlungen der IDF und des Staates Israel nicht aufgehört. Der Völkermord im Gazastreifen hält trotz der vorgetäuschten 'Waffenruhe' an und die nun schon fast 60 Jahre andauernde Besatzung des Westjordanlandes geht weiter, um den ethnischen Säuberungen, die von den Zionisten schon vor 1948 durchgeführt wurden, noch eins draufzusetzen. Das muss wirklich bekämpft werden und so lange das andauert, wird der Widerstand dagegen zunehmen – sowohl von innen als auch von außen." 

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich.