Mosambik: Journalist bekommt Arbeitsgeräte zurück

Diese Urgent Action ist beendet.

Drei Monate lang konnte der Journalist Estácio Valoi nicht arbeiten, nachdem die Behörden seine Mobiltelefone, sein Laptop und andere Geräte beschlagnahmt hatten. Der Fall zeigt, wie Journalist*innen in Cabo Delgado weiterhin eingeschüchtert werden.

Portrtätfoto von Estácio Valoi, der auf einem Holzstuhl sitzt und in die Kamera blickt.

Sachlage

Die mosambikanischen Behörden gaben dem Investigativjournalisten Estácio Valoi am 18. September seine Arbeitsgeräte zurück, die sie am 16. Juni beschlagnahmt hatten. Zuvor hatte das Amtsgericht Pemba am 9. September die Aufhebung der Beschlagnahme angeordnet. Das Gericht stellte fest, dass die Ermittlungen, mit denen die Maßnahme begründet worden war, bereits abgeschlossen waren und daher keine Grundlage mehr für die weitere Beschlagnahme bestand.

Am 16. Juni durchsuchten Angehörige der mosambikanischen Kriminalpolizei die Wohnung von Estácio Valoi in Pemba (Provinz Cabo Delgado). Sie beschlagnahmten seine Arbeitsgeräte, darunter Mobiltelefone und ein Laptop. Hintergrund war ein Strafverfahren gegen ihn im Zusammenhang mit seiner Berichterstattung über Umweltkriminalität. Obwohl Estácio Valoi seine Geräte auf Anweisung der Staatsanwaltschaft am 26. Juni entsperrte, wurden sie ihm nicht zurückgegeben. Am 30. Juni beantragte sein Rechtsbeistand offiziell die unverzügliche Rückgabe der beschlagnahmten Geräte mit der Begründung, dass deren fortgesetzte Einbehaltung unnötig und unverhältnismäßig sei.

Estácio Valoi ist Herausgeber der unabhängigen Nachrichtenplattform Moz24h und berichtet seit mehr als zehn Jahren über Umweltkriminalität, illegalen Holzeinschlag, Korruption sowie den bewaffneten Konflikt, der 2017 in der Provinz Cabo Delgado ausgebrochen ist. Seine Berichterstattung hat zur öffentlichen Debatte über die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und die Umweltpolitik in Mosambik beigetragen. Im August 2025 veröffentlichte er eine Recherche über 111 Container mit Holz, die von den Behörden im Hafen von Beira beschlagnahmt worden waren und mutmaßlich mit dem Unternehmen Safi Timber in Verbindung standen. 

Auf Grundlage einer von Safi Timber eingereichten Strafanzeige wegen Verleumdung wurde Estácio Valoi am 23. April 2026 als Verdächtiger eingestuft. Es folgte die Hausdurchsuchung. Am 29. Juni bestätigte das Provinzgericht von Cabo Delgado, dass ein Strafverfahren gegen ihn anhängig sei, machte jedoch keine Angaben zu den zugrunde liegenden Vorwürfen.

Amnesty International rief die mosambikischen Behörden mit einer Urgent Action vom 3. Juli 2026 auf, die Arbeitsgeräte von Estácio Valoi sofort zurückzugeben, sofern nicht vor einem zuständigen Gericht nachgewiesen werden kann, dass deren fortgesetzte Einbehaltung rechtmäßig, notwendig und verhältnismäßig ist.

Estácio Valoi schrieb an Amnesty International: "Vielen Dank an alle für das schnelle Eingreifen (…). Dieser Vorgang betrifft nicht nur mich allein, sondern alle Journalist*innen, Menschenrechtsaktivist*innen und die Gesellschaft als Ganzes, insbesondere wenn es um Pressefreiheit und Meinungsfreiheit geht. A luta continua (Der Kampf geht weiter)!"

Diese Urgent Action ist beendet. Es sind keine weiteren Protestbriefe nötig. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!