Kultur 17. Januar 2018

Ali Samadi Ahadi

Mitglied der Amnesty-Jury auf der Berlinale 2018
Portraitfoto von Ali Samadi Ahadi

Regisseur, Autor und Produzent Ali Samadi Ahadi

Für seinen Dokumentarfilm "The Green Wave" über die Grüne Revolution im Iran 2009 erhielt Ali Samadi Ahadi international zahlreiche Preise. 2018 ist der Regisseur, Autor und Produzent in der Amnesty-Jury auf der Berlinale, gemeinsam mit Schauspielerin Friederike Kempter und Bettina Müller, Leiterin der Abteilung Kampagnen und Kommunikation der deutschen Amnesty-Sektion.

INTERVIEW

Sie sind bei der diesjährigen Berlinale Mitglied der unabhängigen Jury von Amnesty International. Warum ist es Ihnen wichtig, Amnesty auf diese Weise zu unterstützen?

Schon seit meiner Jugend bin ich von dem, was Amnesty im laufe seiner Geschichte geschafft hat, begeistert. Mir ist es eine große Freude, wenn ich mit meiner Leidenschaft Filme zu gucken und mich mit diesen auseinanderzusetzen, Amnesty helfen kann.

Sie werden sich im Rahmen der Juryarbeit etwa 15 unterschiedliche Menschenrechtsfilme ansehen, das Spektrum reicht von der tagesaktuellen Reportage und Dokumentation bis zum großen Spielfilm. Was erwarten Sie von einem guten Film zum Thema Menschenrechte?

Für mich ist natürlich ein guter Film in der Lage, mich auf eine Reise mitzunehmen. Auf eine Reise, in der ich mich mit den Protagonisten verbünden und identifizieren kann. Wenn dann auch noch die Menschenrechtsfrage mit in der Geschichte eine zentrale/emotionale Rolle spielt umso besser!

Gibt es einen Film zum Thema Menschenrechte, der Sie besonders beeindruckt hat?

Es gibt viele Filme in dieser Richtung! Als Kind habe ich Modern Times sehr toll!

VITA

Ali Samadi Ahadi wurde in 1972 Tabriz, im Iran geboren. Er entfloh dem Ersten Golfkrieg im Alter von 13 Jahren nach Deutschland. Nach dem Abitur 1992 studierte er Sozialwissenschaften, Design für elektronische Medien und Visuelle Kommunikation in Hannover und Kassel.

Seine erste Fernsehproduktion für ZDF/3sat war 2004 der Dokumentarfilm "Culture Clan" über ein Musikprojekt zwischen deutschen und südafrikanischen Musikern (Regie, Kamera, Schnitt). 2006 erhielt er den Deutschen Filmpreis in Gold LOLA in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" für sein Kino-Debut "Lost Children" über das Schicksal von Kindersoldaten in Uganda. 2009 wurde er für die Komödie "Salami Aleikum" mit dem Preis der Deutschen Filmkritik in der Kategorie "Bestes Spielfilmdebüt" ausgezeichnet und erhielt für dieses Drehbuch zusammen mit dem Co-Autor Arne Nolting 2012 den CIVIS Fernsehpreis Unterhaltung Fiction.

Für seinen Dokumentarfilm "Iran: Elections 2009" erhielt er den Grimme-Preis für Information & Kultur 2011. Eine längere Version dieses Dokumentarfilms kam unter dem Titel "The Green Wave" ins Kino, lief im Wettbewerb des Sundance Film Festivals und erhielt zahlreiche weitere Preise bei internationalen Filmfestivals in Prag, Den Haag, Genf und Washington. In den Jahren 2011 bis 2013 drehte er die beiden Kino-Komödien "45 Minuten bis Ramallah" und "Die Mamba". 2014 und 2015 verfilmte er zwei Drehbücher der teilanimierten Kinderkinofilme "Pettersson & Findus", zur Zeit ist der 3. Teil dieser Reihe in Postproduktion. Mittlerweile ist er auch als Produzent tätig – der von ihm produzierte Film "Teheran Tabu" ist in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2018.

Seit 2010 Vorstandsmitglied im Verein Transparency for Iran e.V.  2011/12 war er Artist in Residence an der Universität Bonn am Käte Hamburger Kolleg "Recht als Kultur". Er ist Gründungsmitglied des Vereins DIWAN Deutsch-Iranische Begegnungen in Köln.

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