Seid ihr schon einmal überrannt worden?
Auf dem Amnesty-Bus berichtete Kibrom Andom Woldemichel aus Eritrea den Schülern von seiner Flucht. Mit dabei: zwei Amnesty-Aktivistinnen aus dem Frankfurter Bezirk.
© Amnesty International
Für die diesjährige Buchmesse hatten wir einen ganz neuen Auftritt geplant. Unser gelber Doppeldeckerbus positionierte sich in seinen strahlenden Farben mitten auf dem Messegelände und zog trotz des nicht ganz so tollen Wetters unglaublich viele Besucher an.
Unter dem Pavillon konnten nicht nur Petitionen unterzeichnet, sondern auch Baumwolltaschen farbenfroh bemalt werden. Trauben von Schülern aller Altersklassen drängelten sich um die Tische, bemalten die Amnesty-Kerze und nahmen sie dann als leuchtenden Werbeträger mit.
Der Höhepunkt waren drei Schulklassen aus der dritten bis fünften Klasse, die uns im Rahmen des "Kid’s Days" mit ihren Lehrern besuchten. Natürlich ist es schwierig, so jungen Schülern unsere Arbeit näher zu bringen. Wir hatten das Thema Flüchtlinge und "SOS Europa" in den Mittelpunkt gestellt. Wir regten die Kinder an, einmal darüber nachzudenken, warum manche Menschen gezwungen sind, ihre vertraute Heimat zu verlassen. Dann packten wir "unsere Koffer". Großartig, was die Kinder alles am liebsten auf ihre Flucht mitnehmen wollten: Das geliebte Meerschweinchen, warme Schuhe, die Oma, ein Computerspiel, eine Heizdecke, viel, viel Geld, Essen und Trinken und Fotos der Zurückgelassenen.
Wie fühlt es sich an, wenn man plötzlich die eigene Heimat verlassen muss - und was nimmt man mit? Darüber diskutierten die jungen Schülerinnen und Schüler beim "Kid's Day".
© Amnesty International
Afnan Khan aus Pakistan und Kibrom Andom Woldemichel aus Eritrea, beides Flüchtlinge, die von unserer Asylgruppe in Frankfurt betreut wurden, erzählten, was sie tatsächlich in ihren Koffer gepackt hatten und wie es ihnen auf der Flucht und bei uns in Deutschland erging.
An den großen Augen und sprachlosen Mündern der Kinder konnte man leicht erahnen, welchen großen Eindruck dieser Tatsachenbericht auf sie machte.
Das Thema Flüchtlingsschutz und Menschenrechtsverletzungen an Kinder heranzutragen, beschäftigt uns in Frankfurt schon lange intensiv. Wir bieten Lehrern Unterrichtsbesuche zu diversen Themen an und haben glücklicherweise eine sehr aktive Jugend- und Hochschulgruppe. Die Buchmesse war nicht nur in dieser Hinsicht ein voller Erfolg. Wir freuen uns schon jetzt auf 2015!
Auch ihr wollt euch mit eurer Klasse für Menschenrechte einsetzen? Dann beteiligt euch am Amnesty-Briefmarathon an Schulen!
Auf der Buchmesse haben wir auch den Schauspieler und Amnesty-Unterstützer Ulrich Matthes getroffen. Für uns rezitierte er eines der "Poems of Horror", die im Rahmen der Kampagne "Stop Folter" entstanden sind.