Sektion der Bundesrepublik Deutschland

SOS Europa: Erst Menschen, dann Grenzen schützen!

Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht - so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und bitterer Armut. Viele hoffen, in Europa Schutz finden und ein neues Leben beginnen zu können. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe!

Die Flucht nach Europa ist lebensgefährlich: 2015 starben allein auf dem Mittelmeer über 3.600 Menschen bei dem Versuch, in die EU zu gelangen. Andere ersticken auf dem Landweg in überfüllten LKW-Anhängern.

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten sind mitverantwortlich für diese Toten: Sie haben eine immer unbezwingbarere Festung geschaffen, um sich gegen Migrantinnen und Migranten abzuschotten. Flüchtlinge sind daher gezwungen, gefährliche Wege auf sich zu nehmen - viel zu oft mit tödlichen Folgen.

Die Hauptverantwortung beim Schutz von Flüchtlingen tragen bislang diejenigen Staaten, die ohnehin schon wenig haben: Ungefähr 80 Prozent aller Flüchtlinge werden von sogenannten Entwicklungsländern aufgenommen. In die EU und nach Deutschland kommen nur vergleichsweise wenige: Bis Mitte 2015 beherbergte die Türkei die meisten Flüchtlinge, gefolgt von Pakistan, Libanon, Iran, Äthiopien und Jordanien.

Deutschland und andere EU-Staaten müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen und sie menschenwürdig behandeln. Sie müssen faire und zügige Asylverfahren gewährleisten und denjenigen, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können, eine Perspektive bieten.

"Eine Union des Schutzes"

Agenda von Amnesty International zum Schutz von Flüchtlingen in Europa

SOS Europa: Amnesty-Aktion am Strand von Lampedusa, Italien, Juli 2012: © Amnesty InternationalSOS Europa: Amnesty-Aktion am Strand von Lampedusa, Italien, Juli 2012: © Amnesty International

Um auf die Notlage der Flüchtlinge reagieren zu können, ist eine radikale Erneuerung des scheiternden europäischen Asylsystems erforderlich. Amnesty International fordert die Staats- und Regierungschefs der EU auf, sichere und legale Zugangswege für Flüchtlinge zu schaffen.

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Mitmachen

Menschen vor rassistischer Gewalt in Deutschland schützen!


Brandanschläge, Angriffe, Gewaltandrohungen und Einschüchterungen: Deutschland erlebt aktuell eine drastische Zunahme rassistischer Gewalt. Unterzeichnen Sie jetzt, damit Menschen vor rassistischer Gewalt geschützt werden!

Für ein Europa der Menschenrechte!

Klares Bekenntnis zu Solidarität und Humanität als Grundpfeiler eines offenen, vielfältigen Deutschlands und Europas: Foto: Henning Schacht, © Amnesty InternationalKlares Bekenntnis zu Solidarität und Humanität als Grundpfeiler eines offenen, vielfältigen Deutschlands und Europas: Foto: Henning Schacht, © Amnesty International

Amnesty International hat zusammen mit anderen NGOs, Gewerkschaften, Flüchtlingsinitiativen und Künstlerinnen und Künstlern einen Aufruf zu Humanität und Solidarität gestartet. Unterzeichnen auch Sie unser Bekenntnis zu einem Europa der Menschenrechte!

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Aktuell

Libyen: Gewalt gegen Flüchtlinge und Migranten

Die libysche Küstenwache hindert ein Boot mit Flüchtlingen im Juni 2015 an der Überfahrt nach Europa: © MAHMUD TURKIA/AFP/Getty ImagesDie libysche Küstenwache hindert ein Boot mit Flüchtlingen im Juni 2015 an der Überfahrt nach Europa: © MAHMUD TURKIA/AFP/Getty Images

Nach dem fragwürdigen "Flüchtlingsdeal" mit der Türkei hat die Europäische Union nun angekündigt, in der Migrationsfrage enger mit Libyen zusammenarbeiten zu wollen. Sie riskiert damit, sich mitschuldig zu machen an Folter und Misshandlung sowie an der unbefristeten Inhaftierung von Flüchtlingen und Migrantinnen und Migranten in dem nordafrikanischen Land.

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Türkei: Ungenügender Schutz für Flüchtlinge

Ein afghanischer Asylsuchender in seiner Unterkunft in Istanbul im März 2016: © Amnesty InternationalEin afghanischer Asylsuchender in seiner Unterkunft in Istanbul im März 2016: © Amnesty International

Mit mehr als drei Millionen Flüchtlingen im Land ist die Türkei massiv überfordert. Die Abschiebungen von Asylsuchenden aus der EU sind daher illegal und gehen auf Kosten der Schutzsuchenden.

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INFORMIEREN

Amnesty zur Debatte über Obergrenzen und Kontingentlösungen

Amensty-Aktion gegen die Verschärfung der Asylpolitik am 13.September 2015 in Berlin: © Amnesty International / Foto: Henning SchachtAmensty-Aktion gegen die Verschärfung der Asylpolitik am 13.September 2015 in Berlin: © Amnesty International / Foto: Henning Schacht

Anlässlich der Innenministerkonferenz fordert Amnesty International einen eindeutigen Einsatz der deutschen Innenpolitik für den Flüchtlingsschutz.

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Die Menschenrechte als Eckpfeiler der Flüchtlingspolitik

Röszke/Horgoš: Die ungarischen Behörden haben den Grenzübergang abgeriegelt, um sich vor Flüchtlingen abzuschotten: © Amnesty InternationalRöszke/Horgoš: Die ungarischen Behörden haben den Grenzübergang abgeriegelt, um sich vor Flüchtlingen abzuschotten: © Amnesty International

Zum bundesweiten Flüchtlingstag warnen Amnesty International und PRO ASYL vor weiteren Abschottungsmaßnahmen an den Außen- wie Innengrenzen der EU sowie vor Verschärfungen im Asylrecht. Stattdessen müssen nachhaltige Lösungen beschlossen werden.

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Die Flüchtlingsarbeit von Amnesty International

Amnesty kämpft seit Jahren für eine Neuausrichtung des Flüchtlingsschutzes in Europa, damit das Menschenrecht auf Asyl (Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) auch tatsächlich für alle Schutzbedürftigen umgesetzt wird.

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Die Asylberatung von Amnesty International

Amnesty-Aktivistin bei einer Aktion gegen eine Verschärfung der Asylpolitik im September 2015 in Berlin: © Amnesty International, Foto: Henning SchachtAmnesty-Aktivistin bei einer Aktion gegen eine Verschärfung der Asylpolitik im September 2015 in Berlin: © Amnesty International, Foto: Henning Schacht

In vielen der 43 Bezirke in Deutschland hat Amnesty International spezielle Asylgruppen, die für die Flüchtlingsarbeit und Asylberatung in ihrem Bezirk zuständig sind. Die Bezirke bieten regelmäßig Sprechstunden für Asylbewerberinnen und -bewerber an, in denen die Gruppen sie über alle Fragen ihres Asylverfahrens informieren.

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Weitere Artikel

Europa muss Verantwortung für Flüchtlinge in Griechenland übernehmen

Zurzeit richten sich alle Augen auf die Umsetzung des kürzlich ausgehandelten EU-Türkei-Abkommens. Währenddessen geraten jedoch die rund 46.000 Flüchtlinge und Migranten und Migrantinnen, die unter trostlosen Bedingungen in Griechenland festsitzen, in Vergessenheit.

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Historischer Rückschlag für die Rechte von Flüchtlingen

Das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei ist doppelzüngig. Die Europäische Union kehrt damit der globalen Flüchtlingskrise den Rücken zu und missachtet internationale Verpflichtungen.

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Türkei schiebt massenhaft syrische Flüchtlinge ab

Amnesty-Recherchen beweisen, dass die Türkei seit Januar fast täglich syrische Männer, Frauen und Kinder in Gruppen von bis zu 100 Menschen nach Syrien abgeschoben hat. Dieser Verstoß gegen internationales Recht ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Türkei kein sicherer Drittstaat für Flüchtlinge ist, in den die EU bedenkenlos Schutzbedürftige zurückschicken kann.

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Amnesty vor Ort

Selmin Çalışkan in Slowenien

Die Amnesty-Generalsekretärin der deutschen Sektion, Selmin Çalışkan, war im November 2015 in Slowenien und hat sich ein Bild von den Grenzübergängen, Flüchtlingscamps und der Arbeit von Amnesty vor Ort gemacht.

Amnesty-Reise nach Italien

Die Abschottungspolitik der Europäischen Union drängt Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten immer wieder auf die gefährlichere Route über das Mittelmeer. Eine internationale Amnesty-Delegation reiste im September 2014 nach Italien, um sich über die Situation zu informieren und um ein Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen zu setzen.