Aktuell Deutschland 20. Oktober 2017

Rüstungsexporte besser kontrollieren

Interview mit Amnesty-Mitglied Wenke
Grossaufnahme einer jungen Frau mit blondem Haar, die entschlossen in die Kamera blickt

Wenke, Amnesty-Mitglied und Teilnehmerin der Amnesty-Kampagne "Einmischen für Menschenrechte" zur Bundestagswahl 2017

Tausende Menschen haben vor der Bundestagswahl bei unserer Kampagne "Einmischen für Menschenrechte" mitgemacht und an ihre Bundestagskandidatinnen und -Kandidaten klare Forderungen nach einer menschenrechtsbasierten Politik formuliert. Amnesty-Mitglied Wenke verrät im Interview, warum sie im Rahmen dieser Kampagne eine effektivere Kontrolle von Rüstungsexporten gefordert hat.

Warum hast du dich entschieden, Teil der Kampagne "Einmischen für Menschenrechte" zu werden und Gesicht zu zeigen?

Menschenrechte sind keine Schnapsidee und kein Luxusgut. Sie sind elementar. Deswegen ist es wichtig, dass sie bei politischen Entscheidungen prioritär mitgedacht werden und nicht nur in schöne Worte verpackt in Sonntagsreden Platz finden. Ich will, dass Menschenrechte auf der Tagesordnung stehen – dafür zeige ich gerne Gesicht!

Seit wann und warum bist du Mitglied bei Amnesty und was ist dein ganz persönliches Anliegen im Kampf für die Menschenrechte?

Ich bin seit 2012 Mitglied bei Amnesty. Ich habe mich während meines Masters viel mit Aserbaidschan beschäftigt, war auch viel vor Ort. Die Berichte von Amnesty waren eine wichtige Quelle für mich, um informiert zu bleiben. Mehrere Menschenrechtsaktivistinnen und –aktivisten, die ich in Aserbaidschan kennen gelernt habe, wurden später inhaftiert. Meine Mitgliedschaft bei Amnesty hat mir ermöglicht, etwas zurückgeben und mich für politische Gefangene einsetzen zu können.

Eine junge, blonde Frau blickt entschlossen in die Kamera unterhalb ihres Gesichts kann man den Slogan Lesen:"Rüstungsexporte besser kontrollieren."

 

Auf den bundesweit aufgehängten Plakaten bist du mit der Amnesty Forderung "Rüstungsexporte besser kontrollieren" zu sehen - warum muss es eine bessere Kontrolle der Exporte geben?

Rüstungsexporte sind ein tödlicher Handel. Vor allem Kleinwaffen sind ein echtes Problem. Kein Geld der Welt und kein Arbeitsplatz darf es wert sein, dafür Menschenleben in Kauf zu nehmen. Rüstungsexporte brauchen daher enge Grenzen und strenge Kontrollen, um menschenrechtlichen Ansprüchen gerecht zu werden.

Derzeit finden Sondierungsgespräche statt – was wünschst du dir von der künftigen Bundesregierung?

Aktuell stehen die Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen an. Das sind keine natürlichen Bündnispartner. Die Koalitionsverhandlungen werden daher ein zähes Ringen sein, bei dem jeder versucht, seine eigenen Forderungen durchzusetzen. Ich wünsche mir, dass die Menschenrechte bei diesem Ringen nicht vergessen werden und während der nächsten vier Jahre stetige Richtschnur sind.

Weitere Informationen zur Kampagne findest du auf www.amnesty.de/einmischen

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