Pressemitteilung Türkei 09. Oktober 2017

„Jeder einzelne Tag in Haft ist einer zu viel“

BERLIN, 09.10.2017 - Statement des Generalsekretärs von Amnesty International in Deutschland Markus N. Beeko zur Anklageschrift gegen İdil Eser, Taner Kılıç und Peter Steudtner sowie acht weitere in der Türkei inhaftierte Menschenrechtsverteidiger:

„Die nun bekannt gewordene Anklageschrift gegen İdil Eser, Taner Kılıç und Peter Steudtner sowie acht weitere Menschenrechtsverteidiger belegt erneut die Versuche der politischen Instrumentalisierung des türkischen Justizsystems. Zwei Vertretern von Amnesty International sowie weiteren friedlichen Menschenrechtsaktivisten wird der absurde Vorwurf der Unterstützung einer terroristischen Organisation gemacht. Seit bald 100 Tagen sitzen İdil Eser, Peter Steudtner und acht andere bekannte Menschenrechtsverteidiger zu Unrecht in türkischen Gefängnissen, im Fall von Taner Kılıç sind es schon mehr als 120 Tage. Jeder einzelne Tag in Haft ist einer zu viel.

Amnesty International fordert, dass die Anklage abgewiesen wird und diese unbescholtenen Menschen auf der Stelle und ohne Bedingungen freigelassen werden.“     

Hintergrund:
Die systematische Unterdrückung kritischer Stimmen in der Türkei macht auch vor Vertretern von unabhängigen internationalen Organisationen nicht Halt: Vier Wochen nachdem im Juni 2017 der Vorstandssprecher der türkischen Sektion von Amnesty International Taner Kılıç festgenommen wurde, kam auch Amnesty-Direktorin İdil Eser Anfang Juli in Haft. Beiden wird die Unterstützung einer terroristischen Organisation vorgeworfen.

İdil Eser, Taner Kılıç und weitere Menschenrechtsverteidiger wie Peter Steudtner sind in der Türkei inhaftiert, weil sie sich für den Schutz der Menschenrechte auf der ganzen Welt einsetzen.

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