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Die Wayúu-Gemeinschaft wohnt auf 500 Millionen Tonnen Kohle
Das gute Leben startet in Deutschland: Feierlich wird die Kohlemine im Ruhrpott geschlossen – ein Abschied mit Wehmut für die Beschäftigten, die Gewerkschaft lässt traurige Lieder singen. Hier kommt jetzt die Energiewende hin, bis 2018 soll mit dem Kohleabbau Schluss sein.
Woanders sind sie darüber auch nicht happy. Denn der Brennstoff wird weiter benötigt. Nimmt man eben den aus Kolumbien. Und dort erklärt der Sprecher des Konzerns El Cerrejón den Indianern der Wayúu-Gemeinschaft Tamaquito, warum sie jetzt ihr Dorf räumen müssen: Sie wohnen auf 500 Millionen Tonnen Kohle.
Jens Schanze hat diese Verhandlungen für sein überzeugendes Filmprojekt "La Buena Vida" begleitet. Die Wayúu führten bis dato ein recht naturbelassenes Leben, das sie nun vergessen können: Denn nicht nur der Abbau der Kohle droht. Sondern auch der von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten.
Die Indianer wissen, dass die Firma sie betrügt und das gesamte Areal in eine Giftwüste verwandeln wird. Der Konzern verspricht viel, Saatgut soll's geben und Wohnhäuser, aber sicher. Am neuen Ort angekommen, findet sich nichts dergleichen. Der Ton der Konzernmitarbeiter wird ruppig. Drohungen folgen.
Topfitte Subjekte des Kapitalismus sollen aus den friedlichen und intelligenten Menschen werden. Die Firma bietet Kurse in Marktwirtschaft an. Man ist ja nicht auf den Kopf gefallen, deren Lehre ist schon allzu bekannt: "Unsere Geister sagen, heißt es in einer Diskussionsrunde, "der Profit des Konzerns muss mit den Wayúu geteilt werden."
"La Buena Vida – Das gute Leben". D 2013/2014. Regie: Jens Schanze. Gerade angelaufen
Weitere Informationen zum Film und den Trailer finden Sie hier.