Aktuell Russische Föderation 06. Februar 2014

Im Schatten von Sotschi: Weiterer Umweltschützer in Haft genommen

Im Schatten von Sotschi: Zwei gewaltlose politische Gefangene innerhalb einer Woche

Im Schatten von Sotschi: Zwei gewaltlose politische Gefangene innerhalb einer Woche

6. Februar 2014 - Während in Sotschi der Countdown für die Olympischen Winterspiele läuft, wurde innerhalb einer Woche der zweite gewaltlose politische Gefangene in Gewahrsam genommen.

Nach einer kurzen und offenkundig unfairen Gerichtsverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bei der nicht einmal ein Rechtsanwalt zugegen war, wurde der Umweltschützer Igor Chartschenko (Kharchenko) wegen angeblichen "Widerstands gegen polizeiliche Anweisungen" zu fünf Tagen Haft verurteilt. Nach Angaben von Amnesty International ist er damit seit Montag der zweite neue gewaltlose politische Gefangene in Russland.

Igor Chartschenko (Igor Kharchenko), der sich in der russischen Umweltschutzorganisation Ecologicheskaya Vakhta po Severnomu Kavkazu engagiert, wurde am Montagabend und ein weiteres Mal am Dienstag festgenommen. Zuvor hatten maskierte Männer in Krasnodar – die Hauptstadt der Region, in der die diesjährigen Olympischen Spiele ausgerichtet werden – sein Auto zerstört. Amnesty International liegen Videoaufnahmen der Festnahme vor, die in klarem Widerspruch zu den Behauptungen der Polizei stehen, Igor Chartschenko hätte sich den Anweisungen der Polizei widersetzt.

"Der Richter entschied bereits nach wenigen Minuten hinter verschlossenen Türen, dass ein weiterer Umweltschützer den Beginn der Spiele hinter Gittern verbringen soll. Die Verurteilung ereignete sich just an dem Tag, an dem die Olympische Fackel in Sotschi eintraf. Sportsgeist und Fairness sind Kennzeichen des Olympischen Geistes. Die russischen Machthaber scheinen das Regelbuch allerdings zugunsten der Unterdrückung von kritischen Stimmen weggeworfen zu haben", erklärte Sergei Nikitin, der Leiter des Moskauer Büros von Amnesty International.

"Dieses falsche Spiel muss aufhören. Die russischen Behörden müssen die Schikane gegen zivilgesellschaftlich engagierte Personen einstellen und stattdessen das Recht auf freie Meinungsäußerung schützen und die gewaltlosen politischen Gefangenen von Sotschi aus der Haft entlassen, namentlich Igor Chartschenko und seinen Kollegen, den Umweltschützer Jewgeni Witischko (Yevgeny Vitishko), der aufgrund von konstruierten Anklagen eine 15-tägige Haftstrafe absitzt.

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