Aktuell China 15. Oktober 2014

China: Unterstützer der Proteste in Hongkong freilassen

Die Demonstranten in Hongkong machen sich gegen die wachsende Kontrolle Pekings über die Angelegenheiten ihrer Stadt stark

Die Demonstranten in Hongkong machen sich gegen die wachsende Kontrolle Pekings über die Angelegenheiten ihrer Stadt stark

17. Oktober 2014 - Die chinesischen Behörden müssen die sofortige und bedingungslose Freilassung all jener veranlassen, die festgenommen wurden, weil sie auf friedliche Weise ihre Unterstützung für die Proteste der Demokratiebewegung in Hongkong zum Ausdruck gebracht haben.

In den letzten Tagen wurden in mehreren Städten auf dem chinesischen Festland mindestens 20 Personen von der Polizei festgenommen, weil sie online Bilder mit Botschaften veröffentlicht hatten, in denen sie den Protestierenden ihre Unterstützung aussprachen, weil sie ihre Köpfe aus Solidarität rasiert hatten oder planten, nach Hongkong zu reisen, um sich an den Demonstrationen zu beteiligen.

Weitere 60 Personen erhielten von den Behörden eine so genannte „Einladung zum Tee“ und wurden zum Verhör vorgeladen.

„Die Festnahme von Aktivisten und Aktivistinnen auf dem chinesischen Festland verdeutlicht nur einmal mehr, warum so viele Menschen in Hongkong die wachsende Kontrolle Pekings über die Angelegenheiten ihrer Stadt fürchten“, so William Nee, China-Experte bei Amnesty International.

„Die grundlegenden Freiheiten, die von Hunderttausenden in Hongkong in Anspruch genommen werden, werden den Menschen auf dem chinesischen Festland nach wie vor verweigert.“

Informationen zufolge hat die Polizei Personen in Peking, Jiangsu und den Städten Guangzhou und Shenzhen im Süden in der Nähe von Hongkong festgenommen.
„Die chinesischen Behörden müssen die sofortige Freilassung all jener veranlassen, die festgenommen wurden, weil sie auf friedliche Weise ihre Unterstützung für die Demonstrierenden in Hongkong gezeigt haben“, fordert William Nee.

Die staatliche chinesische Zensurbehörde hat versucht, die Online-Berichterstattung zu den Protesten der Demokratiebewegung zu unterdrücken. Kürzlich wurde auch der Zugang zu der beliebten Fotoplattform Instagram auf dem chinesischen Festland gesperrt.

Tausende von Menschen halten weiter Teile der Hongkonger Innenstadt besetzt, um eine umfassende Wahlreform zu fordern. Die Tatsache, dass die Polizei trotz der weitgehend friedlichen Proteste Tränengas und Pfefferspray einsetzte, sorgte nur dafür, dass noch mehr Menschen auf die Straße gingen.

„Die Polizei in Hongkong muss sich bei den laufenden Protesten in absoluter Zurückhaltung üben. Amnesty International fordert sie eindringlich auf, nicht denselben Weg einzuschlagen, wie die Polizei auf dem chinesischen Festland ihn zu häufig beschritten hat. Sie hat die friedliche Ausübung der Rechte auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung zu respektieren“, sagt William Nee.

Unterzeichnen Sie unsere Urgent Action und fordern Sie die unverzügliche Freilassung aller Gefangenen, die allein wegen der friedlichen Unterstützung der Proteste der Demokratiebewegung in Hongkong inhaftiert sind!

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