Aktuell Iran 17. Januar 2014

Iran: 40 Menschen in zwei Wochen gehängt

Todesstrafe abschaffen!

Todesstrafe abschaffen!

16. Januar 2014 - Im Iran wurden seit Beginn des Jahres insgesamt 40 Hinrichtungen vollstreckt, davon 33 allein in der vergangenen Woche. Seit Beginn des Jahres hat Amnesty International 21 offiziell von iranischen Behörden bestätigte Hinrichtungen dokumentiert. Verlässliche Quellen berichten von 19 weiteren Hinrichtungen. In der Woche seit dem 9. Januar wurden mehr offiziell bestätigte Hinrichtungen im Iran ausgeführt als im gesamten Monat Januar des Jahres 2013.

"Die hohe Anzahl der vollzogenen Hinrichtungen in der ersten Hälfte dieses Monats ist alarmierend. Die Versuche der iranischen Regierung ihr Image im Ausland aufzubessern sind bedeutungslos, wenn zeitgleich immer mehr Menschen hingerichtet werden", sagte Hassiba Hadj Sahraoui, stellvertretende Direktorin der Abteilung für den Mittleren Osten und Nordafrika bei Amnesty International.

Die Todesstrafe verstößt gegen das Recht jedes Menschen auf Leben und ist eine grausame, unmenschliche und entwürdigende Bestrafung.

"Die iranischen Behörden müssen die Todesstrafe dringend abschaffen. Immer wieder hat sich gezeigt, dass sie auf Straftäter nicht im geringsten abschreckend wirkt", so Hassiba Hadj Sahraoui.

Bei öffentlichen Hinrichtungen im Iran wird die verurteilte Person üblicherweise vor der Zuschauermenge mit einer Schlinge um den Hals an einem Kran in die Höhe gezogen.
Amnesty International ruft die iranische Regierung dringend dazu auf, ein Moratorium für alle Hinrichtungen einzulegen und alle Todesstrafen umzuwandeln. Außerdem dürfen die iranischen Behörden ihren Umgang mit der Todesstrafe nicht länger geheim halten.

Die meisten der Hingerichteten im Iran wurden wegen mutmaßlicher Drogendelikte verurteilt. Nach internationalem Standard zählen nicht tödliche Verbrechen wie Drogendelikte nicht zu den schwersten Verbrechen. Doch auf diese schwersten Verbrechen ist die Todesstrafe beschränkt. Unter der Drogengesetzgebung Irans gibt es bei Drogendelikten zudem keine wirkungsvolle Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen. Dies verstößt gegen die internationale Pflicht des Landes, jedem verurteilten Straftäter das Recht auf einen Rechtsbehelf einzuräumen.

"Im Iran werden Drogendelikte vor Revolutionsgerichten behandelt, welche sich regelmäßig nicht nach den internationalen Standards für faire Verfahren richten. Menschen werden in unfairen Prozessen skrupellos zum Tode verurteilt. Dies ist untragbar", so Hassiba Hadj Sahraoui.

Die Prozesse vor den Revolutionsgerichte laufen zumeist hinter verschlossenen Türen ab. Den Richtern steht es in bestimmten Fällen frei, den Verteidigern während der Ermittlungen den Zugang zu ihren Mandanten verwehren.

Amnesty International lehnt die Todesstrafe ohne Ausnahme ab.

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