Aktuell Bahrain 17. März 2011

Bahrain: Bericht über Brutalität der Sicherheitskräfte veröffentlicht

Demonstration in Bahrain, Februar 2011

Demonstration in Bahrain, Februar 2011

17. März 2011 – In einem heute veröffentlichten Bericht dokumentiert Amnesty International den systematischen Einsatz unverhältnismäßiger Gewalt gegen Protestierende in Bahrain.

Der Bericht („Bloodied but unbowed: Unwarranted state violence against Bahraini protesters“) zeigt auf, wie die Sicherheitskräfte ohne Vorwarnung mit scharfer Munition und extremer Gewalt gegen Demonstrierende vorgingen. Sicherheitskräfte hinderten Ärzte und Krankenhelfer daran, den Verletzten zu helfen, und griffen medizinische Helfer sogar direkt an. Der Bericht basiert auf Zeugenaussagen, die von einem Amnesty-Ermittlungsteam in Bahrain zwischen dem 20. und 26. Februar 2011 aufgenommen wurden.

Die bahrainischen Behörden müssen diejenigen Mitglieder der Sicherheitskräfte, die für die Anwendung unverhältnismäßiger Gewalt und für Übergriffe auf Demonstrierende im Februar 2011 verantwortlich sind, zur Rechenschaft ziehen, fordert Amnesty International.

„Die Taten der Sicherheitskräfte müssen vollständig und unabhängig untersucht werden,“ fordert Malcolm Smart, Direktor der Abteilung Naher und Mittlerer Osten und Nordafrika bei Amnesty International. „Es darf keine Straflosigkeit für ungesetzliche Tötungen, Übergriffe oder andere Misshandlungen gegen Demonstrierende und medizinisches Personal geben.“

Am 17. Februar 2011 griffen Sicherheitskräfte in den frühen Morgenstunden ein Nachtlager von Demonstrierenden an, die sich im Zentrum der Hauptstadt Manama versammelt hatten. Die Sicherheitskräfte setzten zum Auseinandertreiben der Demonstrierenden Tränengas, Gummigeschosse und Luftgewehre ein. Einem Augenzeugen zufolge versammelte sich ein Bataillon der Bereitschaftspolizei auf der Brücke und schoss von dort aus auf Demonstrierende, während ein zweites Bataillon von der gegenüberliegenden Seite auf die Menschenmenge feuerte, die sich in Sicherheit zu bringen versuchte. Fünf Menschen wurden bei diesen Übergriffen getötet, Hunderte verletzt.

In der Zwischenzeit hat sich die Situation durch weitere Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften und mit dem Einmarsch von Truppen aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten weiter verschärft. Der bahrainische König verhängte den Ausnahmezustand.

Amnesty International fordert die Regierungen dazu auf, alle Waffenlieferungen nach Bahrain sofort auszusetzen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier im Original.

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