Amnesty International fordert Freiheit für die Bevölkerung in Gambia
22. Juli 2009 - Seit 1994 verschlechtert sich in Gambia die Menschenrechtslage zusehends. Sowohl die Regierung, als auch die Polizei und der nationale gambische Sicherheitsdienst (NIA) missachten die politischen Freiheiten der Bürger und begehen schwere Menschenrechtsverletzungen.
Nach einem Bericht von Amnesty International aus dem November 2008, hat sich die Situation seit dem vereitelten Staatsstreiches 2006 weiter verschlechtert. Grundlegende Rechte, wie die Meinungsfreiheit, werden in dem afrikanischen Land stark eingeschränkt. Die Behörden unterdrücken abweichende politische Standpunkte, indem Journalisten und Oppositionelle schikaniert, bedroht, festgenommen und sogar getötet werden. Um zu verhindern, dass nachteilige Berichte über die Regierung an die Öffentlichkeit gelangen, werden Zeitungen und das Internet zensiert und blockiert. Auch die Anzahl willkürlicher Verhaftungen stieg deutlich an. Seit März 2006 wurden mindestens 30 Personen ohne Anklage festgenommen oder nach unfairen Prozessen inhaftiert. In den Gefängnissen droht ihnen Folter. Einige starben während der Haft oder kurz nach ihrer Verhaftung. Im Juni 2009 wurden sieben Journalisten widerrechtlich inhaftiert und werden derzeit wegen Volksverhetzung angeklagt. Hintergrund waren ihre Äußerung über die Beteiligung der Regierung am Mord an Deydra Hydara, dem ehemaligen Herausgeber der Zeitung "The Point".
Anlässlich des nationalen Feiertages in Gambia am 22. Juli, wurde ein weltweiter Aktionstag ausgerufen, an dem Tausende Aktivisten aus zwölf Ländern Aufmerksamkeit auf die fehlenden politischen Freiheiten und Menschenrechtsverletzungen richten. Sie fordern die gambische Regierung auf, die Rechte der Afrikanischen Charta ohne Einschränkung einzuhalten. Dazu gehört das Folterverbot, das Recht auf einen fairen Prozess, Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Außerdem müssen die Verantwortlichen für die begangenen Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung gezogen werden.