Aktivisten in geheimer Haft?

Die syrischen Aktivisten Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz sind zuletzt am 2. November in ihrer im Norden Syriens gelegenen Heimatstadt Aleppo gesehen worden. Vermutlich sind die beiden Männer festgenommen worden und befinden sich derzeit in geheimer Haft. In diesem Fall bestünde große Gefahr, dass sie gefoltert oder misshandelt werden.

Appell an

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

INNENMINISTER
Major General Mohamed Ibrahim al-Sha’aar

Ministry of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 113 110 554

Sende eine Kopie an

AUSSENMINISTER
Walid al-Mu’allim

Ministry of Foreign Affairs and Expatriates
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
Fax: (00 963) 11 214 625 12 oder (00 963) 11 214 625 13

BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herr Radwan Loutfi
Rauchstr. 25, 10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de, press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. Dezember 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge darüber ausdrücken, dass Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz womöglich festgenommen worden sind und derzeit in geheimer Haft gehalten werden könnten. Bitte teilen Sie umgehend den Aufenthaltsort der beiden Männer mit.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz, sollten sie sich in Haft befinden, Schutz vor Folter und Misshandlung erfahren, unverzüglich Kontakt zu ihren Familien und einem Rechtsbeistand eigener Wahl aufnehmen können und bei Bedarf medizinisch versorgt werden.

  • Ich weise darauf hin, dass Amnesty International Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz als gewaltlose politische Gefangene betrachtet, sollten sie allein wegen ihres gewaltfreien Einsatzes für Reformen in Haft gehalten werden. In diesem Fall fordert Amnesty International die sofortige und bedingungslose Freilassung der beiden Männer.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern that Mohamed Bachir Arab and Ahmed Omar Azoz may have been arrested and now be held in secret detention and calling on the authorities to immediately disclose any information they have about their whereabouts.

  • Calling for the two men, if they are in detention, to be protected from torture and other ill-treatment, allowed immediate contact with their families and a lawyer of their choice, and granted any medical care they may require.

  • Noting that, if, in addition, they are being held solely in connection with peaceful pro-reform activities, Amnesty International would consider them prisoners of conscience and call for their immediate and unconditional release.

Sachlage

Am 2. November 2011 erzählte Mohamed Bachir Arab einem guten Bekannten, dass er sich mit seinem Freund Ahmed Omar Azoz treffen werde. Seitdem, so der Bekannte gegenüber Amnesty International, gibt es von den beiden Freunden kein Lebenszeichen mehr. Sämtliche Bemühungen, über inoffizielle Quellen und durch Nachfragen bei jüngst aus der Haft entlassenen Gefangenen den Aufenthaltsort von Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz ausfindig zu machen, schlugen fehl. Aus einer Quelle verlautete, die Behörden hätten sich mit keiner der beiden Familien in Verbindung gesetzt. Die Familien haben es ihrerseits aus Furcht vor Repressalien nicht gewagt, sich auf direktem Weg bei den Behörden nach dem Verbleib ihrer Angehörigen zu erkundigen. Nach Kenntnis von Amnesty International haben die Behörden bislang noch keine Stellungnahme zum Verbleib von Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz abgegeben.

Beide Männer hielten sich zum Zeitpunkt ihres Verschwindens vor den syrischen Behörden versteckt, Mohamed Bachir Arab bereits seit rund sechs Monaten. Damals hatten offenbar Angehörige des syrischen Militärgeheimdienstes die Wohnung von Mohamed Bachir Arab in seiner Abwesenheit durchsucht und seinen Computer beschlagnahmt. Ahmed Omar Azoz hatte zehn Tage vor seinem Verschwinden, als sich uniformierte Angehörige der Sicherheitskräfte in der Wohnung seiner Familie nach ihm erkundigten, ein Versteck aufgesucht. Die beiden Männer scheinen gemeinsam mit anderen AktivistInnen in Aleppo friedliche Proteste organisiert zu haben. Vor diesem Hintergrund und angesichts des Aufsuchens ihrer Wohnungen durch Sicherheitskräfte muss befürchtet werden, dass die beiden Männer festgenommen worden sind und sich derzeit in geheimer Haft befinden. Mehrere andere in den zurückliegenden Monaten als vermisst gemeldete AktivistInnen sind später in Haftanstalten wieder aufgetaucht.

Sollten sich Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz in geheimer Haft befinden, besteht große Gefahr, dass sie gefoltert oder anderweitig misshandelt werden könnten. Falls sie sich lediglich wegen ihres friedlichen Einsatzes für Reformen in Syrien in Haft befinden sollten, würde Amnesty International sie als gewaltlose politische Gefangene betrachten, die unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden müssen.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge darüber ausdrücken, dass Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz womöglich festgenommen worden sind und derzeit in geheimer Haft gehalten werden könnten. Bitte teilen Sie umgehend den Aufenthaltsort der beiden Männer mit.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz, sollten sie sich in Haft befinden, Schutz vor Folter und Misshandlung erfahren, unverzüglich Kontakt zu ihren Familien und einem Rechtsbeistand eigener Wahl aufnehmen können und bei Bedarf medizinisch versorgt werden.

  • Ich weise darauf hin, dass Amnesty International Mohamed Bachir Arab und Ahmed Omar Azoz als gewaltlose politische Gefangene betrachtet, sollten sie allein wegen ihres gewaltfreien Einsatzes für Reformen in Haft gehalten werden. In diesem Fall fordert Amnesty International die sofortige und bedingungslose Freilassung der beiden Männer.

[APPELLE AN]

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

INNENMINISTER
Major General Mohamed Ibrahim al-Sha’aar

Ministry of Interior
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Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 113 110 554

KOPIEN AN
AUSSENMINISTER
Walid al-Mu’allim

Ministry of Foreign Affairs and Expatriates
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
Fax: (00 963) 11 214 625 12 oder (00 963) 11 214 625 13

BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herr Radwan Loutfi
Rauchstr. 25, 10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de, press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. Dezember 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die Demonstrationen für Reformen in Syrien begannen im Februar 2011 und entwickelten sich Mitte März zu Massenprotesten. Obwohl die Demonstrationen weitgehend friedlich verliefen, reagierten die Behörden in ihrem Bestreben, die Proteste niederzuschlagen, mit großer Brutalität. Amnesty International verfügt über die Namen von mehr als 3000 Menschen, die Berichten zufolge seit Mitte März im Zusammenhang mit den Demonstrationen gestorben sind oder getötet wurden. Vermutlich sind viele von ihnen von den Sicherheitskräften, die mit scharfer Munition gegen die ProtestteilnehmerInnen vorgegangen sind, erschossen worden, während sie an friedlichen Demonstrationen oder der Beisetzung von Opfern früherer Proteste teilnahmen.

Tausende weitere Menschen wurden festgenommen und viele von ihnen ohne Kontakt zur Außenwelt an unbekannten Orten in Haft gehalten, an denen Folter und anderweitige Misshandlungen an der Tagesordnung sein sollen. Mit der Liga der Arabischen Staaten wurde am 30. Oktober 2011 ein Aktionsplan vereinbart, auf dessen Grundlage die syrischen Behörden am 2. November zusicherten, ihre Truppen aus Städten, in denen Demonstrationen stattgefunden hatten, zurückzuziehen. Die Behörden sagten ferner zu, im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen festgenommene Personen aus der Haft zu entlassen und Gespräche mit Oppositionsgruppen aufnehmen zu wollen. Am 5. November 2011 gab die Regierung die Freilassung von 553 Gefangenen bekannt, die "an den Vorgängen beteiligt waren, deren Hände jedoch nicht blutbefleckt sind". Seitdem sind allerdings weitere ProtestteilnehmerInnen und vermeintliche UnterstützerInnen der Demonstrationen festgenommen worden.

Seit dem 1. April sollen mehr als 100 Menschen unter ungeklärten Umständen in der Haft gestorben sein, darunter auch Kinder. Einige der Leichen wiesen Spuren von Verstümmelungen auf, die den Opfern entweder vor oder nach dem Tod zugefügt worden sind. Die grauenvolle Art der Verstümmelungen dient offenbar dem Ziel, Angst und Schrecken unter den Familien zu verbreiten, denen die Leichen ausgehändigt wurden.

In den vergangenen Wochen mehrten sich Berichte über gewaltsame Todesfälle in den Reihen der Armee und der Sicherheitskräfte. Viele der Opfer sollen bei Zusammenstößen mit der Freien Syrischen Armee gestorben sein, die sich im Juli gegründet hat. Sie setzt sich zum Teil aus desertierten Angehörigen der Streitkräfte und anderen Personen zusammen, die mit der erklärten Absicht zu den Waffen gegriffen haben, ihre Wohnviertel gegen Einsätze der Sicherheitskräfte schützen zu wollen.

Amnesty International hat erfahren, dass Mohamed Bachir Arab im Jahr 2004 schon einmal festgenommen und gegen ihn Anklage erhoben worden war, nachdem er an der Universität von Aleppo Demonstrationen organisiert hatte. Damals soll er elf Monate im Gefängnis zugebracht haben.