Polizeigewalt gegen Adivasi
Poster für die Freilassung von Mitgliedern der indischen Menschenrechtsgruppe Bhima Koregaon 11
© Amnesty International
Im Bundesstaat Chhattisgarh in Zentralindien beschuldigen 25 Adivasi aus einem Dorf im Distrikt Sukma die Polizei, sie während einer Protestaktion geschlagen zu haben. Nun befürchten sie weitere Vergeltungsmaßnahmen seitens der Behörden. Mehrere Personen erlitten schwere Verletzungen und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei weigerte sich, eine Anzeige aufzunehmen.
Appell an
MINISTERPRÄSIDENT VON CHHATTISGARH
Raman Singh
C M House
Civil Line. Raipur
Chhattisgarh
INDIEN
(Anrede: Dear Sir / Sehr geehrter Herr Ministerpräsident)
Fax: (00 91) 771 222 1306 oder
(00 91) 771 233 1001
POLIZEIKOMMISSAR DES DISTRIKTS SUKMA
D Shravan
Office of the Superintendent of Police
Sukma Police District
Chhattisgarh
INDIEN
(Anrede: Dear Sir / Sehr geehrter Herr Polizeikommissar)
Fax: (00 91) 771 424 0077
Sende eine Kopie an
VORSITZENDER DER INDISCHEN MENSCHENRECHTSKOMMISSION
K. G. Balakrishnan
Manav Adhikar Bhawan
Block-C, GPO Complex, INA
New Delhi
INDIEN
Fax: (00 91) 11 2465 1329
E-Mail: http://nhrc.nic.in/complaints.htm
BOTSCHAFT DER REPUBLIK INDIEN
S. E. Herrn Vijay Keshav Gokhale
Tiergartenstr. 17
10785 Berlin
Fax: 030-2579 5102 oder 030-2655 7000
E-Mail: dcm@indianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Hindi, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 19. Januar 2015 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich möchte Sie bitten, die Vorwürfe der exzessiven Gewaltanwendungen durch Angehörige der Polizei gegen 25 Personen im Distrikt Sukma untersuchen zu lassen und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.
- Bitte stellen Sie sicher, dass die verletzten Adivasi die kostenlose medizinische Versorgung erhalten, die ihnen laut indischem Gesetz zusteht. Bitte sorgen Sie auch dafür, dass die Dorfbewohner_innen vor weiteren Vergeltungsmaßnahmen geschützt werden.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Calling on the Chhattisgarh authorities to investigate allegations of excessive use of force by the police on the 25 people, and bring those responsible to justice.
- Urging the authorities to ensure that the injured Adivasi villagers receive the free medical care they are entitled to under Indian law, and that the villagers are not subject to any repercussions.
Sachlage
Am 26. November sollen in Dörfern im Distrikt Sukma im Bundesstaat Chhattisgarh 26 Angehörige der Adivasi von der Polizei festgenommen und abgeführt worden sein. Dorfbewohner_innen zufolge wurden bei einem Protest gegen die Festnahmen 25 Demonstrierende von der Polizei geschlagen. Von den Dorfbewohner_innen, die inhaftiert worden waren, wurden elf am folgenden Tag entlassen, 15 sitzen noch in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, öffentliches Eigentum beschädigt zu haben.
Laut lokalen Aktivist_innen wurden vier der geschlagenen Demonstrierenden mit schweren Verletzungen, unter anderem mit Knochenbrüchen, in das Kreiskrankenhaus in Jagdalpur gebracht. Zwei Frauen berichteten, sie seien von Polizist_innen mit Bambusstöcken auf Beine und Oberschenkel geschlagen worden, als sie fragten, warum die Polizist_innen Männer aus ihren Familien abführten.
Die Demonstrierenden meldeten den Vorfall bei der Polizeistation in Kukanar im Distrikt Sukma, doch die Polizei weigerte sich die Anzeige aufzunehmen, obwohl sie dazu laut indischem Gesetz verpflichtet sind. Der Polizeikommissar des Distrikts Sukma erklärte Amnesty International, die Polizei sei nicht bereit, die Anzeige aufzunehmen, da sie die Dorfbewohner_innen nicht geschlagen habe. Lokale Aktivist_innen berichteten zudem, dass den Verletzten eine kostenlose medizinische Versorgung verwehrt wurde, obwohl ihnen diese nach indischem Gesetz zusteht, da sie unterhalb der Armutsgrenze leben.
Hintergrundinformation
Seit 2005 wurden in Zentralindien viele gesellschaftliche und politische Aktivist_innen sowie Menschenrechtsverteidiger_innen unter falsche Anklagen gestellt und inhaftiert, weil sie auf die Menschenrechtssituation in der Region aufmerksam machten. Die exzessive Gewaltanwendung der Polizei sowie fehlender Zugang zur Justiz geben großen Anlass zur Sorge. Aufgrund von anhaltenden Konflikten zwischen Sicherheitskräften und verbotenen maoistischen Gruppen sind Bewohner_innen der Region in aller Regelmäßigkeit Gewalt ausgesetzt.