Ohne Kontakt zur Außenwelt
Muhammad Yassin Al Hamwi and sein Sohn Muhammad Muhammad Al Hamwi
© privat
Am 23. September wurden Muhammad Muhammad Al Hamwi, Muhammad Yassin Al Hamwi, Ahmad Kuraitem und Shaker al-Masri, die alle aus Daraya, einem Vorort von Damaskus, stammen, von syrischen Sicherheitskräften festgenommen. Der Kontakt zur Außenwelt wird ihnen verwehrt. Amnesty International ist in großer Sorge um die Männer, insbesondere weil einem der Männer mit dem Tod gedroht wurde.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 62 51
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de oder
press@syrianembassy.de oder secretary@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. November 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Muhammad Muhammad Al Hamwi, Muhammad Yassin Al Hamwi, Ahmad Kuraitem und Shaker al-Masri ohne Kontakt zur Außenwelt an einem unbekannten Ort festgehalten werden. Ich bitte Sie, weitere Informationen bezüglich ihres Aufenthaltsortes, der Gründe für ihre Festnahme und der Anklagepunkte bekannt zu geben. Außerdem fordere ich, dass Sie die Männer vor Folter und anderen Misshandlungen schützen, ihnen den Kontakt zu ihren Familien sowie Rechtsbeiständen ihrer Wahl gestatten und sie ausreichend medizinisch versorgt werden.
- Ich möchte außerdem meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass die vier Männer nur aufgrund der friedlichen Ausübung ihrer Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit festgenommen wurden. In diesem Fall sind sie gewaltlose politische Gefangene und müssen unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Expressing concern that Muhammad Yassin Al Hamwi, Muhammad Muhammad Al Hamwi, Ahmad Kuraitem and Shaker al-Masri are being detained incommunicado and at an unknown location, asking for information regarding their place of detention, the reason for their arrest and their legal status, and calling for them to be fully protected from torture and other ill-treatment, allowed contact with their families and lawyers of their choice, and provided with any medication and medical attention they may require.
- Expressing concern that the four men may be detained solely for peacefully exercising their right to express their political views and noting that, if this is the case, Amnesty International would consider them prisoners of conscience and call for their immediate and unconditional release.
Sachlage
Der im Exil lebende Reformbefürworter Haytham Al Hamwi berichtete Amnesty International, dass er Informationen erhalten habe, aus denen hervorgeht, dass über 20 Sicherheitskräfte, die vermutlich dem Luftwaffengeheimdienst angehören, am 23. September sein Haus stürmten. Sie suchten nach seinem 22 Jahre alten Bruder Muhammad Muhammad Al Hamwi. Dieser hielt sich bei Nachbarn auf, aber die Sicherheitskräfte nahmen den 65-jährigen Vater Muhammad Yassin Al Hamwi fest. Sie konfiszierten außerdem digitale Geräte in der Wohnung und zerstörten einige Besitztümer der Familie. Berichten zufolge wurde seine Mutter von einem der leitenden Sicherheitskräfte bedroht. Er sagte: "Ich zerquetsche die Kehle deines Sohnes mit meinem Fuß. Ich werde ihn dir so wie Ghayath Mattar zurückbringen". Ghayath Mattar war ein Aktivist, der vier Tage nach seiner Festnahme am 6. September in Haft starb.
Die Sicherheitskräfte fanden Muhammad Muhammad Al Hamwi später und nahmen ihn sowie den 34-jährigen Ahmad Kuraitem und den 22 Jahre alten Shaker al-Masri, die er besucht hatte, fest. Berichten zufolge wurde Ahmad Kuraitem auf so gewalttätige Weise geschlagen, dass er vor seiner Festnahme das Bewusstein verlor. Amnesty International ist in großer Sorge um die Sicherheit der Männer, insbesondere da Muhammad Yassin Al Hamwi an erhöhtem Blutdruck leidet und auf eine regelmäßige medizinische Versorgung angewiesen ist.
Muhammad Yassin Al Hamwi wurde aufgrund seiner Teilnahme an einem Protest für Reformen bereits im Mai für ungefähr einen Monat inhaftiert und dann auf Kaution freigelassen. Muhammad Muhammad Al Hamwi zeichnete die Proteste einige Male auf und stellte sie ins Internet, was vermutlich zu seiner Festnahme führte. Die anderen beiden Männer nahmen Berichten zufolge an einer oder zwei Demonstrationen teil. Amnesty International betrachtet die vier Syrer als gewaltlose politische Gefangene, die nur aufgrund der Wahrnehmung ihrer Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit festgenommen wurden.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Muhammad Muhammad Al Hamwi, Muhammad Yassin Al Hamwi, Ahmad Kuraitem und Shaker al-Masri ohne Kontakt zur Außenwelt an einem unbekannten Ort festgehalten werden. Ich bitte Sie, weitere Informationen bezüglich ihres Aufenthaltsortes, der Gründe für ihre Festnahme und der Anklagepunkte bekannt zu geben. Außerdem fordere ich, dass Sie die Männer vor Folter und anderen Misshandlungen schützen, ihnen den Kontakt zu ihren Familien sowie Rechtsbeiständen ihrer Wahl gestatten und sie ausreichend medizinisch versorgt werden.
- Ich möchte außerdem meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass die vier Männer nur aufgrund der friedlichen Ausübung ihrer Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit festgenommen wurden. In diesem Fall sind sie gewaltlose politische Gefangene und müssen unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden.
[APPELLE AN]
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 62 51
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de oder
press@syrianembassy.de oder secretary@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. November 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Seit den Massenprotesten Mitte März haben die Sicherheitskräfte Tausende von Personen und AktivistInnen im Land festgenommen. Amnesty International liegen unzählige Berichte von Gefangenen vor, die gefoltert und misshandelt worden sind. Außerdem existieren Berichte über mindestens 100 Todesfälle im Gewahrsam, allem Anschein nach eine Folge der Folter und Misshandlung.
Laut MenschenrechtsaktivistInnen ist der Geheimdienst der Luftwaffe für die Festnahmen in Daraya zuständig. Gemeinsam mit den anderen syrischen Geheimdiensten nehmen sie regelmäßig Personen fest, die verdächtigt werden, in Opposition zur Regierung zu stehen. Sie werden über längere Zeit ohne Kontakt zur Außenwelt in Hafteinrichtungen festgehalten, in denen Folter und Misshandlungen an der Tagesordnung sind. Haytham Al Hamwi berichtete Amnesty International, dass derzeit ungefähr 600 Personen aus Daraya inhaftiert sind. Es gibt aber keine genauen Informationen über die Gefangenen, da die Sicherheitskräfte in den meisten Fällen jegliche Auskunft verweigern.
Andere in Daraya festgenommene Aktivisten sind die Brüder Yahya und Ma’an Shurbaji, Mohamed Tayser Khoulani, Mazen Zyadeh und Ghayath Matter. Sie wurden am 6. September Berichten zufolge ebenfalls vom Luftwaffengeheimdienst festgenommen. Vier Tage später wurde die Leiche von Ghayath Mattar seiner Familie übergeben. Der offizielle Todesgrund lautete, dass er von bewaffneten Gruppen erschossen worden sei. Aber laut Augenzeugenberichten und Filmmaterial, das von Amnesty International gesichtet wurde, wies seine Leiche Spuren von Schlägen und anderen Misshandlungen auf. Für weitere Informationen siehe UA-268/2011 (8. September 2011 und 13. September 2011).
Der Ladeninhaber Muhammad Yassin Al Hamwi wurde erstmals während der vierjährigen Haft seines Sohnes Haytham Al Hamwi festgenommen. Amnesty International betrachtete Haytham al Hamwi als gewaltlosen politischen Gefangenen, der in einem grob unfairen Gerichtsverfahren unter anderem für die Teilnahme an einem unerlaubten Marsch gegen den Einmarsch im Irak im Jahr 2003 verurteilt wurde. Muhammad Yassin Al Hamwi verbrachte im Juli und August 2005 ungefähr zwei Wochen im Gefängnis, nachdem er an einer Konferenz zur Gründung eines Ausschusses im Namen der gewaltlosen politischen Gefangenen in Syrien teilgenommen hatte. Vom 1. bis 26. Mai 2011 wurde er erneut festgenommen, weil er sich Berichten zufolge an einer reformbefürwortenden Demonstration beteiligt hatte. Während dieser Zeit wurde ihm verboten, seine mitgeführten Medikamente einzunehmen. Er wurde jedoch vom Gefängnisarzt besucht und ihm wurden andere Medikamente verschrieben.