Aktivist freigelassen
Ghassan Yasin
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Der syrische Aktivist Ghassan Yasin wurde am 10. November aus der Haft entlassen. Er war seit dem 18. August festgehalten worden.
Sachlage
Amnesty International wurde mitgeteilt, dass Ghassan Yasin am 3. November den Justizbehörden in seinem Heimatort Aleppo im Norden Syriens vorgeführt wurde. Die Anklage gegen ihn lautete auf Organisieren von Protesten und Beleidigung des Präsidenten. Aus derselben Quelle verlautete, dass ein Justizbeamter Ghassan Yasin mitgeteilt habe, er und mehrere andere Inhaftierte würden zum Feiertag des islamischen Opferfestes Eid al-Adha freigelassen werden.
Am 5. November gab die Regierung die Freilassung von 553 Gefangenen bekannt, die "an den Vorgängen [im Rahmen der seit Mitte März stattfindenden Unruhen] beteiligt waren, deren Hände jedoch nicht blutbefleckt sind". Ghassan Yasin war allem Anschein nach nicht unter ihnen, sondern wurde am 10. November aus dem Zentralgefängnis in Aleppo entlassen. Es ist unklar, ob die Behörden Ghassan Yasin zu den 553 Freigelassenen zählten, ihn dann aber erst einige Tage später freiließen.
Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge wurde Ghassan Yasin zunächst in geheimer Haft von der Abteilung für Politische Sicherheit in Aleppo festgehalten, bevor er am 10. Oktober in das Zentralgefängnis von Aleppo verlegt wurde. Zwei Tage später soll er in eine Einrichtung der Abteilung für Politische Sicherheit in der Hauptstadt Damaskus überstellt worden sein. Am 29. Oktober wurde Ghassan Yasin dann allem Anschein nach zu der Abteilung für Militärsicherheit in Aleppo gebracht, bevor er am 2. November wieder in das Zentralgefängnis von Aleppo verlegt wurde.
Vielen Dank allen, die Appelle für Ghassan Yasin geschrieben haben. Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Amnesty International wird den Fall weiter beobachten.