Zwei Monate Haft für Demonstrierende
Amnesty International Ecuador 1990
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53 Häftlinge mussten sich in Ecuador wegen regierungskritischer Demonstrationen vor Gericht verantworten. Die Angeklagten übernahmen die Verantwortung für ihre Taten und wurden zu zwei Monaten Haft verurteilt. Ihre Rechtsbeistände bemängeln den Prozessverlauf.
Sachlage
Am 18. September nahm die Polizei während einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Quito etwa 60 Personen in und in der Umgebung der Schule "Instituto Nacional Mejía" fest. Am 2. Oktober entschied ein Richter, dass sich 53 von ihnen vor Gericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft warf 38 von ihnen Mittäterschaft und 16 von ihnen aktive "Sachbeschädigung" (daños a bien ajeno) vor.
Die Angeklagten hatten sich nach Absprache mit ihren Familien und Rechtsbeiständen dazu entschieden, die Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen, um ein verringertes Strafmaß zu erwirken. Alle 53 wurden in der Folge zu zwei Monaten Haft verurteilt.
Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Amnesty International wird den Fall weiter beobachten.