Hassan Ba'oom freigelassen
Hassan Ba'oom
© Aden Press
Am 7. Dezember 2011 wurde Hassan Ba’oom, führendes Mitglied einer Oppositionsgruppe im Südjemen, zusammen mit seinem Sohn Fawaz Ba’oom ohne Anklage aus der Haft entlassen. Die beiden waren seit dem 20. Februar 2011 ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten worden.
Sachlage
Der über 70-jährige Hassan Ba’oom war am 20. Februar 2011 zusammen mit seinem Sohn Fawaz Ba’oom in einem Krankenhaus in Aden von Sicherheitskräften festgenommen worden. Dort hatte er sich wegen einer Beinfraktur in Behandlung befunden. Hassan Ba’oom ist führendes Mitglied der Oppositionsbewegung "Southern Movement" und Vorsitzender einer Gruppierung namens "Supreme National Council for the Liberation of the South". Laut Pressemeldungen hatte er kurz zuvor dazu aufgerufen, aus Protest gegen die jemenitische Regierung in den südlichen Provinzen einen "Tag des Zorns" zu veranstalten.
Am 7. Dezember 2011 wurde Hassan Ba’oom nach fast zehn Monaten Haft ohne Kontakt zur Außenwelt freigelassen. Die Behörden scheinen ihn jedoch weiterhin in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken, um so zu verhindern, dass er nach Aden reist, wo er zuvor gelebt hatte. Nach seiner Freilassung lebte Hassan Ba’oom zunächst in einem Hotelzimmer in Sana’a, bis er am 17. Januar nach Riad reisen durfte, um sich dort im King Faisal-Krankenhaus einer Beinoperation zu unterziehen.
Hassan Ba’oom war am 9. November 2010 schon einmal festgenommen worden, als er sich im Südjemen mit dem Auto auf dem Weg von Aden nach al-Dali’ befand. Nach der Festnahme war Hassan Ba’oom einige Zeit ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten worden. Im Januar 2011 ließ man ihn dann wieder frei. Im Zusammenhang mit Protesten pensionierter SoldatInnen aus dem Süden gegen mutmaßliche Diskriminierung am Arbeitsplatz sowie vergleichsweise niedrige Löhne und Rentenbezüge war Hassan Ba’oom zudem bereits im Jahr 2007 für zwei Monate und im Jahr 2008 für sechs Monate in Gewahrsam genommen worden.
Seit 2007 haben in Aden und an anderen Orten im Südjemen immer wieder Proteste gegen die mutmaßliche Diskriminierung der BewohnerInnen des Südjemen durch die Regierung stattgefunden. In die Proteste fließen zunehmend Forderungen nach einer Abspaltung des Südens ein. Nach Demonstrationen Anfang 2011 in der Metropole Sana’a und anderen Städten, auf denen der Rücktritt des Präsidenten gefordert worden war, haben sich Demonstrierende in Aden die Forderung nach einem kompletten Regierungswechsel auf ihre Fahnen geschrieben.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.