Hinrichtung verhindern!
Der schwarze US-Bürger Kenneth Mosley soll am 24. September in Texas hingerichtet werden. Er sitzt wegen des Mordes an David Moore, einem weißen Polizisten, seit zwölf Jahre im Todestrakt.
Appell an
VORSITZENDE DES BEGNADIGUNGSAUSSCHUSSES
Rissie L. Owens
Presiding Officer, Board of Pardons and Paroles,
Executive Clemency Section
8610 Shoal Creek Boulevard, Austin, TX 78757
USA
(korrekte Anrede: Dear Ms Owens)
Fax: (00 1) 512 467 0945
GOUVERNEUR VON TEXAS
Governor Rick Perry
Office of the Governor, P.O. Box 12428
Austin, Texas 78711-2428,
USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (00 1) 512 463 1849
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2, 10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 24. September 2009 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE (und nennen Sie darin bitte die Häftlingsnummer von Kenneth Mosley: 999243), IN DENEN SIE
-
sich besorgt darüber zeigen, dass den Geschworenen nicht alle zugänglichen Informationen über Kenneth Mosley vorlagen, z.B. über seine von Armut und Misshandlungen geprägte Kindheit, seinen möglichen Hirnschaden und seine Depressionen;
-
den Begnadigungsausschuss auffordern, die Umwandlung des Todesurteils von Kenneth Mosley zu empfehlen;
-
Gouverneur Perry auffordern, eine solche Empfehlung anzunehmen bzw. für den Fall, dass der Begnadigungsausschuss diese Empfehlung nicht ausspricht, einen Hinrichtungsaufschub anzuordnen und den Begnadigungsausschuss aufzufordern, seine Entscheidung zu überdenken;
- darlegen, dass Ihnen die Schwere der Tat bewusst ist und Sie nicht die Absicht haben, mit Ihrem Schreiben das dadurch verursachte Leid der Angehörigen und Freunde von David Moore in Frage zu stellen.
Sachlage
Am 15. Februar 1997 betrat Kenneth Mosley eine Bank in Garland, Texas. Da er Winterkleidung trug, die für das warme Wetter unpassend war, wurde eine Bankangestellte auf ihn aufmerksam. Als sie ihn als den Mann wiedererkannte, der einen Monat zuvor die Bank ausgeraubt hatte, rief sie die Polizei. Als der Polizist David Moore eintraf, sprach er Kenneth Mosley an, der an einem der Bankschalter in der Schlange stand. Daraufhin kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung und die beiden Männer stürzten durch eine Fensterscheibe. David Moore wurde dann durch einen Schuss tödlich verletzt. Kenneth Mosley wurde am Tatort festgenommen und man fand einen Zettel bei ihm, auf dem stand: "Dies ist ein Überfall, ich habe eine Waffe, legen sie das Geld in die Tasche". Im Gerichtsverfahren gab Kenneth Mosley an, er habe die Bank ausrauben wollen, um sich Geld für Drogen zu beschaffen. Er sagte aus, nicht die Absicht gehabt zu haben, den Polizisten zu töten. Die Zeugenaussagen über den Tathergang waren widersprüchlich, auch hinsichtlich der Frage, ob ein Vorsatz zu erkennen war. Kenneth Mosley wurde wegen Mordes schuldig befunden.
In der Phase des Gerichtsverfahrens, in der über das Strafmaß entschieden wird, rief die Verteidigung nur zwei Zeugen auf. Kenneth Mosley trat als Zeuge auf, wurde aber des Gerichtssaals verwiesen, nachdem er die Geschworenen beschimpft hatte. Er wurde in dem Verfahren zum Tode verurteilt.
Den Geschworenen im ersten Verfahren lagen einige Informationen, die in Berufungsverfahren vorgelegt wurden, nicht vor, darunter Beschreibungen seiner von Armut und Misshandlungen geprägten Kindheit in einer Landarbeiterfamilie. In den vorgelegten Dokumenten wurde beschrieben, dass er als Kind in der Landwirtschaft eingesetzten Pestiziden ausgesetzt war, möglicherweise an einem Hirnschaden leidet, Depressionen hat und Kokain zur Linderung seiner Leiden einsetzte. Die Berufungsgerichte hielten das Todesurteil aufrecht und schlossen sich nicht der Auffassung an, dass er vor Gericht keinen angemessenen Rechtsbeistand hatte. In dem im Namen von Kenneth Mosley eingereichten Gnadensgesuch wird der Begnadigungsausschuss gebeten, Gouverneur Rick Perry zu empfehlen, das Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln.
Hintergrundinformation
Im US-Bundesstaat Texas werden nach wie vor die meisten Todesurteile in den USA vollstreckt. Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen in den USA im Jahr 1977 sind dort 1173 Menschen hingerichtet worden, 439 davon in Texas. In diesem Jahr sind in den USA 37 Todesurteile vollstreckt worden, 16 allein in Texas. Seit der Amtsübernahme von Gouverneur Perry im Jahr 2000 sind in diesem US-Bundesstaat 200 Menschen exekutiert worden. (Weitere Informationen dazu finden Sie auf Englisch unter: USA: Too much cruelty, too little clemency: Texas nears 200th execution under current governor, 30 April 2009, http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR51/057/2009/en)