Gemeindesprecher freigelassen

Amnesty International

Amnesty International

Der Gemeindesprecher U Sein Than, der wegen der friedlichen Wahrnehmung seiner Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu zwei Jahren Haft verurteilt worden war, ist wieder frei. Er wurde im im Rahmen einer vom Präsidenten erlassenen Amnestie für Strafgefangene aus der Haft entlassen.

Sachlage

U Sein Than wurde am 30. Juli aus dem Insein-Gefängnis in Rangun entlassen. Er gehört zu den mindestens elf gewaltlosen politischen Gefangenen, die im Rahmen einer vom Präsidenten erlassenen Amnestie für Strafgefangene freigekommen sind. Der Gemeindesprecher war 2014 wegen der Teilnahme an mehreren friedlichen Protesten zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Teilnehmer_innen protestierten dagegen, dass die Behörden Myanmars den Landkonflikt der Gemeinde Michaungkan bislang nicht gelöst haben. Von dem Landkonflikt sind Menschen betroffen, die früher im Dorf Michaungkan im Township Thingangyun in Rangun gelebt hatten. In den frühen 1990er-Jahren beschlagnahmte das myanmarische Militär offenbar ihr Land. Die Gemeinde hat sich in den vergangenen Jahren mit Demonstrationen für die Rückgabe ihres Landes und für Entschädigung eingesetzt. U Sein Than war auf der Grundlage von Paragraf 18 des Versammlungs- und Demonstrationsgesetzes wegen Demonstrierens ohne Genehmigung und wegen Verstoßes gegen das Kommunalgesetz von Rangun angeklagt worden.

Amnesty International begrüßt die Freilassung von U Sein Than. Allerdings hätte er niemals inhaftiert werden dürfen. Amnesty International wird sich weiterhin für die Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen in Myanmar einsetzen.

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich.