Familien droht Zwangsräumung

Mehr als 500 Familien droht eine rechtswidrige Zwangsräumung aus einem provisorischen Lager im Zentrum von Port-au-Prince, Haiti, wo die Familien seit dem Erdbeben im Januar 2010 leben. Amnesty International befürchtet, dass ihnen keine angemessenen alternativen Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.

Appell an

BÜRGERMEISTER PORT-AU-PRINCE
Monsieur Muscadin Jean Yves Jason
151, Angle Avenue Jean Paul II et Impasse Duverger
Turgeau
Port-au-Prince
HAITI
E-Mail: mairiedeportauprince@gmail.com

(korrekte Anrede : Monsieur le Maire / Sehr geehrter Bürgermeister)

PRESIDENT

Monsieur Michel Martelly
Palais National
Rue Magny
Port-au-Prince
HAITI

(korrekte Anrede: Monsieur le Président / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 202) 745 7215 (über die haitianische Botschaft in den USA)
E-Mail: communications@presidentmartelly.ht

Sende eine Kopie an

NGO
Groupe d'Appui aux Rapatries & Refugies
69, Rue Christ-roi
P.O. Box 19273
Port-au-Prince, HAITI

E-Mail: garr@garr-haiti.org

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HAITI
S.E. Herrn Jean Robert Saget
Uhlandstraße 14, 10623 Berlin
Fax: 030-8855 4135
E-Mail: haitbot@aol.com oder
ambahaiti@aol.com (Sekretariat)

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 25. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Stellen Sie sicher, dass Zwangsräumungen von Binnenflüchtlingslagern in Delmas und anderen Städten in Haiti eingestellt werden, bis angemessene Alternativunterkünfte zur Verfügung stehen.

  • Ich bitte Sie eindringlich, Zwangsräumungen nur durchzuführen, sofern eine rechtliche Grundlage vorliegt, eine vorherige Benachrichtigung und Beratung mit den Betroffenen stattgefunden hat und allen alternative Unterkünfte angeboten werden können.

  • Ich verweise auf die UN-Richtlinien für Binnenflüchtlinge, in denen es heißt, dass Binnenflüchtlinge das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard einschließlich Unterkunft und Grundversorgung besitzen und vor willkürlicher Vertreibung geschützt werden müssen.

Sachlage

Der Stadtrat von Port-au-Prince hat angekündigt, am Freitag, den 15. Juli 2011, obdachlose Familien zu vertreiben, die in einem im Zentrum von Port-au-Prince gelegenen provisorischen Lager am Sylvio Cator-Stadion leben. Seit dem Erdbeben im Januar 2010 haben dort 514 Familien Schutz gesucht. Sie gehören zu Hunderttausenden von Menschen, die durch das Erdbeben obdachlos wurden. Ihnen blieb keine andere Möglichkeit, als sich selbst Schutzhütten zu bauen, wo immer sie einen Platz dafür fanden.

Am Dienstag, den 12. Juli informierte der Bürgermeister von Port-au-Prince die BewohnerInnen des Camps, dass sie den Ort vor Freitag, dem 15. Juli, verlassen müssten. Ihnen wurde keine richterliche Anordnung gezeigt. Das war die erste Ankündigung der drohenden Räumung. Eigentlich sollte der Bürgermeister am 13. Juli ein Gespräch vor Ort führen, doch er erschien nicht. Obwohl die Behörden alternative Unterkünfte in weniger als zwei Kilometern Entfernung bereitgestellt haben sollen, berichten die Familien, dass ihnen eine kleine Fläche Sumpfland angeboten wurde, auf der sich nur 40 Familien neue Behelfshütten bauen könnten. Ihre Sorgen werden durch die Tatsache verstärkt, dass in Haiti gerade Regenzeit ist, die mit Wirbelstürmen einhergeht. Berichten zufolge wurde ihnen gesagt, dass eine Zwangsräumung stattfinden wird, wenn sie nicht freiwillig gehen. Der Grund der Räumung scheint eine bevorstehende Sportveranstaltung im Sylvio Cator-Stadion zu sein.

Die Familien gehörten zu 7000 Menschen, die in der direkten Folge des Erdbebens in dem Stadion Schutz gesucht haben und Notunterkünfte auf dem Fußballfeld errichteten. Im April 2010 wurden sie rechtswidrig aus dem Stadion vertrieben, ohne alternative Unterkunftsangebote. Weil sie nicht wussten, wohin sie gehen können, bauten die Hälfte der Vertriebenen ihre Notlager in der direkten Umgebung des Stadions auf. Nun steht ihnen innerhalb von 18 Monaten eine zweite rechtswidrige Zwangsräumung und die dritte Obdachlosigkeit bevor.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

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  • Stellen Sie sicher, dass Zwangsräumungen von Binnenflüchtlingslagern in Delmas und anderen Städten in Haiti eingestellt werden, bis angemessene Alternativunterkünfte zur Verfügung stehen.

  • Ich bitte Sie eindringlich, Zwangsräumungen nur durchzuführen, sofern eine rechtliche Grundlage vorliegt, eine vorherige Benachrichtigung und Beratung mit den Betroffenen stattgefunden hat und allen alternative Unterkünfte angeboten werden können.

  • Ich verweise auf die UN-Richtlinien für Binnenflüchtlinge, in denen es heißt, dass Binnenflüchtlinge das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard einschließlich Unterkunft und Grundversorgung besitzen und vor willkürlicher Vertreibung geschützt werden müssen.

[APPELLE AN]

BÜRGERMEISTER PORT-AU-PRINCE
Monsieur Muscadin Jean Yves Jason
151, Angle Avenue Jean Paul II et Impasse Duverger
Turgeau
Port-au-Prince
HAITI
E-Mail: mairiedeportauprince@gmail.com

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PRESIDENT

Monsieur Michel Martelly
Palais National
Rue Magny
Port-au-Prince
HAITI

(korrekte Anrede: Monsieur le Président / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 202) 745 7215 (über die haitianische Botschaft in den USA)
E-Mail: communications@presidentmartelly.ht

KOPIEN AN
NGO
Groupe d'Appui aux Rapatries & Refugies
69, Rue Christ-roi
P.O. Box 19273
Port-au-Prince, HAITI

E-Mail: garr@garr-haiti.org

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HAITI
S.E. Herrn Jean Robert Saget
Uhlandstraße 14, 10623 Berlin
Fax: 030-8855 4135
E-Mail: haitbot@aol.com oder
ambahaiti@aol.com (Sekretariat)

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 25. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Etwa 7000 Menschen suchten nach dem Erdbeben im Januar 2010 in dem Sylvio Cator-Sportstadion Schutz. Im April 2010 wurden sie rechtswidrig und ohne ein Angebot für eine alternative Unterkunft aus dem Stadion vertrieben. Weil sie nicht wussten, wohin sie gehen sollten, baute die Hälfte der Vertriebenen ihre Notlager in der direkten Umgebung des Stadions auf. Derzeit leben 680.000 Menschen in mehr als 1000 Lagern in Haiti. 70 Prozent von ihnen sehen sich drohenden und unmittelbar bevorstehenden Zwangsräumen gegenüber, in den meisten Fällen ohne dass der ordentliche Rechtsweg eingehalten würde.

Am 12. Januar 2010 kam es in Haiti zu einem verheerenden Erdbeben, bei dem 1,5 Millionen Menschen ihre Häuser und Wohnungen verloren. Das Epizentrum lag in der Nähe von Port-au-Prince. Über Nacht entstanden überall, wo sich Platz fand, improvisierte Lager, unabhängig davon, ob es sich um private oder öffentliche Flächen handelte. 16 Monate nach dem Erdbeben sind die Lebensbedingungen in den meisten Lagern trotz massiver humanitärer Hilfe nach wie vor besorgniserregend. Die Errichtung von Notunterkünften für die Zehntausenden betroffenen Familien kommt nur sehr langsam voran. Räumungen verschlimmern die Zwangslage haitianischer Familien, die keinen Zugang zu alternativen Unterkünften haben, noch zusätzlich.