Indonesierin hingerichtet
Aktion zum Tag gegen die Todesstrafe am 10.10.2012
© Amnesty International
Am 14. April wurde Siti Zainab Binti Duhri Rupa in der saudi-arabischen Stadt Medina hingerichtet. Ihr wurde vorgeworfen, 1999 ihren Arbeitgeber ermordet zu haben. Die indonesische Hausangestellte soll an einer psychischen Krankheit gelitten haben. Weder ihre Familie noch die indonesische Regierung wurden im Vorfeld über ihre Hinrichtung informiert.
Sachlage
Siti Zainab Binti Duhri Rupa, eine Indonesierin und Mutter zweier Kinder, wurde am 14. April in Saudi-Arabien hingerichtet. Sie war 1999 wegen des Mordes an ihrem Arbeitgeber zum Tode verurteilt worden. Die saudi-arabischen Behörden warteten in den vergangenen 15 Jahren darauf, dass das jüngste Kind des Getöteten volljährig wird, damit die Familie entscheiden kann, Siti Zainab Binti Duhri Rupa entweder zu vergeben oder ihre Hinrichtung nach dem Prinzip Qesas (Vergeltung) zu verlangen.
Siti Zainab Binti Duhri Rupa war seit 1999 im Gefängnis von Medina festgehalten worden. Damaligen Medienberichten zufolge soll sie den Mord während des Polizeiverhörs "gestanden" haben. Daraufhin wurde sie zum Tode verurteilt. Während ihrer Inhaftierung und ihres Gerichtsverfahrens soll Siti Zainab Binti Duhri Rupa keinen Kontakt zu einem Rechtsbeistand gehabt haben. Bei ihrem Verhör durch die Polizei war kein diplomatischer Vertre¬ter ihres Heimatlandes anwesend. Zur Zeit ihres Verhörs war die Polizei der Ansicht, dass Siti Zainab Binti Duhri Rupa an einer psychischen Krankheit leidet.