Drohende Häuserzerstörung

Ahmad Ghoshe und Familienmitglieder

Ahmad Ghoshe und Familienmitglieder

Die israelischen Behörden wollen das Haus einer palästinensischen Familie zerstören. Als Begründung geben sie an, das Haus sei ohne Genehmigung erbaut worden.

Appell an

BÜRGERMEISTER VON JERUSALEM
Nir Barkat
Mayor of Jerusalem
Jerusalem Municipality
1 Safra Square
Jerusalem 91007
ISRAEL
(korrekte Anrede: Dear Mayor)
E-Mail: Lishka@jerusalem.muni.il
Fax: (00 972) 2 629 6014

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DES STAATES ISRAEL
S.E.Herrn Yoram Ben Zeev
Auguste-Viktoria-Straße 74–76, 14193 Berlin
Fax: (030) 8904 5555
E-Mail: berlin@israel.de oder admsec@berlin.mfa.gov.il
.
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Hebräisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 28. August 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN ENGLISH, HEBREW OR YOUR OWN LANGUAGE:

  • expressing concern that Ahmad Ghoshe and his family are in danger of having their house demolished, and calling on the mayor to immediately cancel the demolition order;

  • calling on the mayor to cancel all other outstanding orders to demolish unlicensed houses in East Jerusalem;

  • calling for a moratorium on demolitions of Palestinian homes in East Jerusalem until such time as planning and building laws are amended in a manner that complies with international standards against discrimination.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • Ihre Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass das Haus von Ahmad Ghoshe und seiner Familie zerstört werden soll, und den Bürgermeister auffordern, die Abrissanordnung umgehend zu widerrufen;

  • fordern, dass alle anhängigen Abrissanordnungen aufgrund fehlender Genehmigungen in Ost-Jerusalem aufgehoben werden;

  • fordern, dass ein Moratorium für Häuserabrisse palästinensischer Familien in Ost-Jerusalem verfügt wird, bis das Baurecht betreffende Gesetze den internationalen Richtlinien gegen Diskriminierung angepasst sind.

Sachlage

Ahmad Ghoshe und seine Großfamilie leben seit Generationen in einem Haus in Jerusalems Altstadt. Da mehr als 40 seiner Verwandten im Erdgeschoss wohnen, reicht der Platz nicht aus. Im Juni 2006 baute er ein 50 Quadratmeter großes Appartement darüber, um dort mit seiner Frau Haifa, seinem Sohn Yusif und dessen Ehefrau und seinen drei Enkelkindern Anas (6 Jahre), Adam (4 Jahre) und Amir (3 Jahre) zu wohnen. Drei Monate später ordnete die Jerusalemer Stadtverwaltung den Abriss des Appartements an. Nach langen Gerichtsverfahren wurde am 8. Juli 2009 die sofortige Zerstörung angeordnet. Die Familie muss für den nicht genehmigten Ausbau seit 2007 eine monatliche Gebühr in Höhe von 600 Schekel (200 US$) zahlen. Nur eines der Familienmitglieder hat eine bezahlte Beschäftigung und muss mit einem Lohn von 4.000 Schekel (1.330 US$) die gesamte Großfamilie versorgen.

Der sehbehinderte Ahmad Ghoshe leidet an Asthma und weiteren schwerwiegenden Gesundheitsproblemen. Wenn das Haus der Familie zerstört wird, haben sie keine Bleibe mehr und sind mittellos. Muhammad, einer der Söhne von Ahmad Ghoshe, wohnte noch bis zum 9. Juni in der Nähe, aber dann wurde sein Haus zerstört.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Seit der Besetzung Ost-Jerusalems und des Westjordanlandes durch die israelische Armee im Jahre 1967 erteilen die israelischen Behörden nur eingeschränkt Baugenehmigungen in den palästinensischen Stadtbezirken. Immer wieder werden Häuser von PalästinenserInnen in Ost-Jerusalem und anderen besetzten Palästinensergebieten zerstört – mit der Begründung, dass die Häuser ohne Genehmigung gebaut worden seien. Dabei ist es jedoch für die meisten PalästinenserInnen in Ost-Jerusalem unmöglich, eine solche Baugenehmigung überhaupt zu erhalten. Solche Hauszerstörungen wurden für eine Vielzahl von palästinensischen Familien in Jerusalems Altstadt und für Tausende weitere in Ost-Jerusalem angeordnet, und nun droht die Vollstreckung.

Aufgrund der in den Palästinensergebieten herrschenden Wohnungsknappheit sehen sich die meisten Familien jedoch dazu gezwungen, den Bau neuer oder den Ausbau alter Häuser ohne Genehmigung durchzuführen. Wenn sie die Stadt verließen, würden sie ihr Recht, jemals wieder zurückzukehren, für immer verlieren.
Während die Häuser von PalästinenserInnen aufgrund fehlender Genehmigungen zerstört werden, geht der illegale Bau israelischer Siedlungen in Ost-Jerusalem unter Verstoß gegen das Völkerrecht weiter. Den Israelis werden Baugenehmigungen hingegen nicht verweigert, und über Zerstörungen von Häusern israelischer Juden wegen fehlender Genehmigungen ist nahezu nichts bekannt.