Freigelassen
Zhang Kai
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Der bekannte Menschenrechtsanwalt Zhang Kai ist nach sieben Monaten in Haft freigelassen worden. Er hatte Aktivist_innen vertreten, die sich gegen das Entfernen von Kreuzen aus Kirchen eingesetzt haben.
Sachlage
Der lokal bekannte Menschenrechtsanwalt Zhang Kai veröffentlichte am 23. März über WeChat und Weibo eine Nachricht, in der er erklärte, dass er sicher in seine Heimatstadt in der Inneren Mongolei zurückgekehrt sei. Er bedankte sich bei seinen Freundinnen und Freunden, die sich um ihn und seine Familie gesorgt haben, als er sich in Haft befunden hat. Auch Personen aus seinem näheren Umfeld bestätigten seine Freilassung. Gründe nannte Zhang Kai jedoch nicht für seine plötzliche Haftentlassung.
Der Menschenrechtsanwalt war am 26. Februar 2016 in die zentrale Hafteinrichtung in Wenzhou verlegt worden. Am Tag zuvor war im chinesischen Staatsfernsehen ein aufgezeichnetes "Geständnis" von ihm ausgestrahlt worden, in dem er zugab, "gegen nationale Gesetze verstoßen, die soziale Ordnung gestört und die nationale Sicherheit in Gefahr gebracht" zu haben. Möglicherweise wurde sein "Geständnis" erzwungen. Ihm wird vorgeworfen, "Staatsgeheimnisse gestohlen, ausspioniert, käuflich erworben oder unrechtmäßig an ausländische Akteure weitergegeben" und die "öffentliche Ordnung gestört" zu haben.
Zhang Kai war am 25. August 2015 von Angehörigen der Polizei abgeführt worden, als er sich gerade in einer Kirche in Wenzhou in der südöstlich gelegenen Provinz Zhejiang befand. Er war unter "häusliche Überwachung" gestellt worden, was es den Behörden ermöglichte, ihn an einem informellen Ort für bis zu sechs Monate ohne Kontakt zu seinen Rechtsbeiständen oder seiner Familie festzuhalten. Seine beiden Assistenten, Liu Peng und Fang Xiangui, waren ebenfalls festgenommen, jedoch am 11. Dezember 2015 wieder freigelassen worden.
Nachdem die Behörden Ende 2013 damit begonnen haben, Kirchen abzureißen und Kreuze aus Kirchen zu entfernen, hat Zhang Kai die rechtliche Vertretung einer Reihe von Kirchen in der Provinz Zhejiang übernommen. Im Jahr 2015 haben die Behörden ihr Vorgehen weiter verstärkt. Aktivist_innen sprechen von mehr als 1.500 abgenommenen Kreuzen und mehreren zerstörten Kirchen. Zhang Kai gehört zu einer Gruppe von mehr als 200 Personen, die seit Juli 2015 im Rahmen landesweiter Maßnahmen gegen Anwält_innen und Aktivist_innen zum Ziel der Behörden geworden sind.
Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Es sind derzeit keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich.