Brüdern droht Hinrichtung

Zwei Brüdern droht in Saudi-Arabien unmittelbar die Hinrichtung. Sie haben alle Rechtsmittel ausgeschöpft und der König soll ihre Todesurteile bereits bestätigt haben. In Saudi-Arabien ist in den vergangenen Wochen ein bedeutender Anstieg an Hinrichtungen zu verzeichnen. In diesem Jahr sind bereits mindestens 27 Menschen hingerichtet worden, allein 15 im Monat Mai.

Appell an

KÖNIG
His Majesty
King 'Abdullah Bin 'Abdul 'Aziz Al-Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court
Riad
SAUDI-ARABIEN
(korrekte Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 966) 1 403 3125 (über das Innenministerium, bitte mehrmals versuchen)

INNENMINISTER
His Royal Highness
Prince Naif bin 'Abdul 'Aziz Al-Saud
Ministry of the Interior
P.O. Box 2933, Airport Road,
Riad 11134, SAUDI-ARABIEN
(korrekte Anrede: Your Royal Highness / Königliche Hoheit)
Fax: (00 966) 1 403 3125

Sende eine Kopie an

VORSITZENDER DES MENSCHENRECHTSAUSSCHUSSES
Bandar Mohammed 'Abdullah al-Aiban
Human Rights Commission
P.O. Box 58889, King Fahad Road, Building No. 373, Riyadh 11515
SAUDI-ARABIEN
E-Mail: hrc@haq-ksa.org

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS SAUDI-ARABIEN
S.E. Herrn Prof. Dr. med Ossama Abdulmajed Ali Shobokshi
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin
Fax: 030-8892 5179 oder 030-8892 5176

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte Sie nachdrücklich auffordern, die Hinrichtung von Muhammad Jaber Shahbah al-Ja’id und Sa’ud Jaber Shahbah al-Ja’id zu stoppen.

  • Bitte wandeln sie diese und alle anderen Todesurteile umgehend in Haftstrafen um, und wirken Sie auf die Abschaffung der Todesstrafe hin.

  • Ich möchte Sie daran erinnern, dass Sie in Übereinstimmung mit internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren, darunter auch die UN-Garantien zum Schutz der Rechte von Personen, denen die Todesstrafe droht, handeln sollten. Darin wird dargelegt, dass die Todesstrafe ausschließlich in einem fairen Gerichtsverfahren verhängt werden darf. Zu einem solchen Verfahren gehört, dass die Angeklagte in allen Phasen des Verfahrens eine angemessene rechtliche Vertretung haben.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the King to halt the execution of Muhammad Jaber Shahbah al-Ja’id and Sa’ud Jaber Shahbah al-Ja’id;

  • Calling on the King to commute the death sentences and those of all others under sentence of death in Saudi Arabia as a matter of urgency, with a view to abolishing the death penalty;

  • Reminding the authorities that they should act in accordance with international standards for fair trial, including the UN Safeguards guaranteeing protection of the rights of those facing the death penalty, which state that capital punishment may only be imposed after a fair trial in which the defendant is provided with "adequate legal assistance at all stages of the proceedings".

Sachlage

Den Brüdern Muhammad Jaber Shahbah al-Ja’id, 54 Jahre, verheiratet, fünf Kinder, und Sa’ud Jaber Shahbah al-Ja’id, 47 Jahre, verheiratet, drei Kinder, wurden Ende Dezember 1998 von einem Gericht in Mekka wegen der Tötung eines saudischen Mannes zum Tode verurteilt. Berichten zufolge wurden ihre Todesurteile Ende April 2011 vom König bestätigt. Ein Hinrichtungstermin ist nicht bekannt. Es wird jedoch befürchtet, dass sie jederzeit hingerichtet werden könnten.

Sie hatten weder während der Ermittlungen noch im Gerichtsverfahren Zugang zu einem Rechtsbeistand. Darüber hinaus scheint Sa’ud Jaber Shahbah al-Ja’id die Tötung unter Zwang "gestanden" zu haben, denn die Behörden haben Berichten zufolge seinen betagten Vater festgenommen, um Druck auf ihn auszuüben.

Nach saudischem Recht werden Personen, die eines Mordes für schuldig befunden wurden, häufig zu qisas (Vergeltung) verurteilt. In diesen Fällen können die Familienangehörigen des Opfers nach eigenem Ermessen die Hinrichtung verlangen, diya (Entschädigung) fordern oder den Verurteilten begnadigen. Die Angehörigen des Getöteten müssen volljährig sein, ehe sie über das Schicksal des zum Tode verurteilten Menschen entscheiden. Muhammad Jaber Shahbah al-Ja’id und Sa’ud Jaber Shahbah al-Ja’id befinden sich seit 1998 in der Todeszelle, da die Kinder des Opfers zu jung waren, um sie entscheiden zu lassen, ob die Verurteilten begnadigt oder hingerichtet werden sollten. 2009 waren alle Kinder volljährig und teilten dem Gericht dem Vernehmen nach mit, dass sie sich für die Hinrichtung der Verurteilten entschieden hätten.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte Sie nachdrücklich auffordern, die Hinrichtung von Muhammad Jaber Shahbah al-Ja’id und Sa’ud Jaber Shahbah al-Ja’id zu stoppen.

  • Bitte wandeln sie diese und alle anderen Todesurteile umgehend in Haftstrafen um, und wirken Sie auf die Abschaffung der Todesstrafe hin.

  • Ich möchte Sie daran erinnern, dass Sie in Übereinstimmung mit internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren, darunter auch die UN-Garantien zum Schutz der Rechte von Personen, denen die Todesstrafe droht, handeln sollten. Darin wird dargelegt, dass die Todesstrafe ausschließlich in einem fairen Gerichtsverfahren verhängt werden darf. Zu einem solchen Verfahren gehört, dass die Angeklagte in allen Phasen des Verfahrens eine angemessene rechtliche Vertretung haben.

[APPELLE AN]

KÖNIG
His Majesty
King 'Abdullah Bin 'Abdul 'Aziz Al-Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court
Riad
SAUDI-ARABIEN
(korrekte Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 966) 1 403 3125 (über das Innenministerium, bitte mehrmals versuchen)

INNENMINISTER
His Royal Highness
Prince Naif bin 'Abdul 'Aziz Al-Saud
Ministry of the Interior
P.O. Box 2933, Airport Road,
Riad 11134, SAUDI-ARABIEN
(korrekte Anrede: Your Royal Highness / Königliche Hoheit)
Fax: (00 966) 1 403 3125

KOPIEN AN
VORSITZENDER DES MENSCHENRECHTSAUSSCHUSSES
Bandar Mohammed 'Abdullah al-Aiban
Human Rights Commission
P.O. Box 58889, King Fahad Road, Building No. 373, Riyadh 11515
SAUDI-ARABIEN
E-Mail: hrc@haq-ksa.org

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS SAUDI-ARABIEN
S.E. Herrn Prof. Dr. med Ossama Abdulmajed Ali Shobokshi
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin
Fax: 030-8892 5179 oder 030-8892 5176

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Trotz eines Rückgangs der Hinrichtungen in Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren ist mit 15 Exekutionen allein im Mai 2011 ein deutlicher Anstieg an Vollstreckungen zu verzeichnen. Bislang sind im laufenden Jahr 27 Menschen hingerichtet worden, ebenso viele wie im Jahr 2010 insgesamt. Amnesty International ist daher mit Blick auf die über 100 Gefangenen im Todestrakt in Saudi-Arabien in großer Sorge.

2007 ließen die saudischen Behörden mindestens 158 Menschen hinrichten, 2008 waren es 102. Im Jahr 2009 wurden 69 Todesurteile vollstreckt.

Saudi-Arabien verhängt die Todesstrafe bei einer großen Bandbreite von Verbrechen. Die Prozesse entsprechen nicht den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren. Die Beschuldigten haben nur selten Zugang zu einem Rechtsbeistand und werden in vielen Fällen nicht über den Stand ihres Verfahrens informiert. Sie können allein aufgrund von unter Zwang oder Täuschung erwirkten "Geständnissen" zum Tode verurteilt werden.
In einem 2008 veröffentlichten Bericht über die Anwendung der Todesstrafe in Saudi-Arabien, thematisierte Amnesty International die häufige Anwendung der Todesstrafe und auch die überproportional hohe Zahl von Hinrichtungen ausländischer Staatsangehöriger aus sogenannten Entwicklungsländern. Für nähere Informationen siehe: Saudi Arabia: Affront to Justice: Death Penalty in Saudi Arabia, 14. Oktober 2008, http://www.amnesty.org/en/news-and-updates/report/saudi-arabia-executions-target-foreign-nationals-20081014.