Vortrag gewaltsam verhindert

Mit Gewalt und Drohungen wurde am 7. August verhindert, dass Aktivist_innen in dem Ort La Leonesa den Vortrag eines anerkannten Wissenschaftlers hören konnten. Er wollte in der abgelegenen Ortschaft im Norden Argentiniens über seine Forschungsergebnisse zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Chemikalien auf Reis- und Sojafelder sprechen.

Appell an

GOUVERNEUR
Jorge Milton Capitanich
Gobierno del Pueblo de la Provincia del Chaco
Marcelo T. Alvear 145
Resistencia, Chaco
CP3500 ARGENTINIEN
(korrekte Anrede: Estimado Gobernador)
Fax: (00 54) 9 3722 434 202

INNENMINISTER
Cdr. Anibal Flornecion Randazzo
25 de Myo 101/145
C1002BC Buenos Aires
ARGENTINIEN
(korrekte Anrede: Estimado Ministro)
Fax:( 00 54) 11 4345 3336
E-Mail: info@mininterior.gov.ar

Sende eine Kopie an

GESUNDHEITSMINISTER
Dr. Juan Luis Manzar
Ministro de Salud
Av. 9 de Julio 1925
Cdad. Aut. de Buenos Aires
C1073aba
ARGENTINIEN
Fax: (00 54) 11 4381 6075

BOTSCHAFT DER REPUBLIK ARGENTINIEN
S.E. Herrn D. Guillermo Emilio Nielsen
Kleiststraße 23-26
10787 Berlin
Fax: 030-229 14 00
E-Mail: info@embargent.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. September 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE, FAXE ODER E-MAILS MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, eine unabhängige Untersuchung der gewalttätigen Vorfälle vom 7. August in Le Leonesa durchzuführen und die Strafverfolgung der dafür Verantwortlichen einzuleiten. Bitte prüfen Sie genau, ob örtliche Behördenvertreter_innen in die Zwischenfälle verwickelt waren, zu Gewalt angestachelt oder es unterlassen haben, der Gewalt durch Dritte vorzubeugen oder ihr Einhalt zu gebieten.

  • Ergreifen Sie unverzüglich Maßnahmen, um die Sicherheit der Bewohner_innen von La Leonesa und den angrenzender Gemeinden zu gewährleisten.

  • Schützen Sie die Rechte auf Informationsfreiheit und freie Meinungsäußerung, um den in agro-industriellen Regionen lebenden Menschen die Möglichkeit zu geben, an Informationen zu gelangen und selbst Informationen über die möglichen Folgen des unverhältnismäßigen Einsatzes von Chemikalien in der Landwirtschaft weiterzugeben.

  • Sorgen Sie dafür, dass die Gesundheitsbehörden bei Bekanntwerden glaubwürdiger Hinweise auf gesundheitliche Schäden als Folge des Einsatzes von Chemikalien ihre Verantwortung zum Schutz des Rechts auf Gesundheit ernst nehmen und entsprechende Ermittlungen einleiten.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Call for an impartial investigation of the violence in La Leonesa on 7 August and prosecution of all those responsible, with particular focus on the possible involvement of local authorities in instigating or encouraging the violence and/or failing to prevent or halt violence by third parties;

  • Call for swift action to ensure the safety and security of the residents of La Leonesa and neighbouring communities;

  • Urge local authorities to protect the right to freedom of information and expression in order to allow the communities living in agro-industrial areas to seek, receive and disseminate information, including in public forums, around the possible effects of widespread spraying of crops;

  • Where credible evidence regarding the negative health impact of spraying of agro-chemicals exists, health authorities must carry out monitoring and investigations in line with their responsibility to respect the right to health.

Sachlage

Am 7. August machten sich Gemeindeaktivist_innen aus Leonesa, einer inmitten riesiger Reisfelder im Norden Argentiniens gelegenen Kleinstadt im Department Chaco, auf den Weg, um an einem Vortrag von Professor Andres Carrasco teilzunehmen. Professor Carrasco ist Arzt und Wissenschaftler und lehrt an der Medizinischen Fakultät der Universität von Buenos Aires. Auch zwei Abgeordnete des Parlaments von Chaco, ein ehemaliger Mitarbeiter der Verwaltung und Bewohner_innen der Nachbargemeinde Resistencia wollten an der Informationsveranstaltung teilnehmen. Professor Carrasco hatte in einer im Jahr 2009 abgeschlossenen Studie festgestellt, dass der Einsatz des weithin gebräuchlichen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat Schäden bei Embyronen hervorrufen kann.

Die Delegation traf gegen 16.00 Uhr in der Stadt ein und begab sich zu dem Schulgebäude, in dem die Veranstaltung stattfinden sollte. Auf dem Weg dorthin wurde sie jedoch von einer rund 100-köpfigen Menschenmenge bedroht und geschlagen. Eines der Opfer wurde so heftig auf den Rücken geschlagen, dass es seitdem im unteren Körperbereich gelähmt ist. Ein weiterer Teilnehmer trug durch die Schläge Kopfverletzungen davon und muss von einem Neurologen untersucht werden. Marcelo Salgado, ehemals Unterstaatssekretär für Menschenrechte im Department Chaco, verlor das Bewusstsein, nachdem man ihm Schläge ins Gesicht versetzt hatte. Dr. Carrasco und seine Kolleg_innen verriegelten die Türen des Autos, in dem sie unterwegs waren. Das Fahrzeug wurde daraufhin von einer Menschenmenge umstellt, welche die Insass_innen rund zwei Stunden lang bedrohte und immer wieder auf das Fahrzeug einschlug. Bei dem Vorfall wurden Gemeindeaktivist_innen verletzt und die Kamera eines Journalisten beschädigt.

Mitglieder der Gemeinde, die Zeug_innen des Vorfalls geworden sind, haben örtliche Behördenvertreter_innen sowie einen Reisbauern und dessen Arbeiter_innen und Sicherheitsleute als Tatbeteiligte identifiziert. Sie sind der festen Überzeugung, dass die Gewalt von dem genannten Personenkreis geschürt worden ist und machtvolle Wirtschaftsinteressen der eigentliche Motor dafür sind. Obwohl bei den örtlichen Behörden um Hilfe nachgesucht wurde, reagierte die Polizei nur sehr zögerlich und unterließ es, in ausreichender Zahl Einsatzkräfte zur Eindämmung der Gewalt zu entsenden.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE, FAXE ODER E-MAILS MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, eine unabhängige Untersuchung der gewalttätigen Vorfälle vom 7. August in Le Leonesa durchzuführen und die Strafverfolgung der dafür Verantwortlichen einzuleiten. Bitte prüfen Sie genau, ob örtliche Behördenvertreter_innen in die Zwischenfälle verwickelt waren, zu Gewalt angestachelt oder es unterlassen haben, der Gewalt durch Dritte vorzubeugen oder ihr Einhalt zu gebieten.

  • Ergreifen Sie unverzüglich Maßnahmen, um die Sicherheit der Bewohner_innen von La Leonesa und den angrenzender Gemeinden zu gewährleisten.

  • Schützen Sie die Rechte auf Informationsfreiheit und freie Meinungsäußerung, um den in agro-industriellen Regionen lebenden Menschen die Möglichkeit zu geben, an Informationen zu gelangen und selbst Informationen über die möglichen Folgen des unverhältnismäßigen Einsatzes von Chemikalien in der Landwirtschaft weiterzugeben.

  • Sorgen Sie dafür, dass die Gesundheitsbehörden bei Bekanntwerden glaubwürdiger Hinweise auf gesundheitliche Schäden als Folge des Einsatzes von Chemikalien ihre Verantwortung zum Schutz des Rechts auf Gesundheit ernst nehmen und entsprechende Ermittlungen einleiten.

[APPELLE AN]

GOUVERNEUR
Jorge Milton Capitanich
Gobierno del Pueblo de la Provincia del Chaco
Marcelo T. Alvear 145
Resistencia, Chaco
CP3500 ARGENTINIEN
(korrekte Anrede: Estimado Gobernador)
Fax: (00 54) 9 3722 434 202

INNENMINISTER
Cdr. Anibal Flornecion Randazzo
25 de Myo 101/145
C1002BC Buenos Aires
ARGENTINIEN
(korrekte Anrede: Estimado Ministro)
Fax:( 00 54) 11 4345 3336
E-Mail: info@mininterior.gov.ar

KOPIEN AN
GESUNDHEITSMINISTER
Dr. Juan Luis Manzar
Ministro de Salud
Av. 9 de Julio 1925
Cdad. Aut. de Buenos Aires
C1073aba
ARGENTINIEN
Fax: (00 54) 11 4381 6075

BOTSCHAFT DER REPUBLIK ARGENTINIEN
S.E. Herrn D. Guillermo Emilio Nielsen
Kleiststraße 23-26
10787 Berlin
Fax: 030-229 14 00
E-Mail: info@embargent.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. September 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Call for an impartial investigation of the violence in La Leonesa on 7 August and prosecution of all those responsible, with particular focus on the possible involvement of local authorities in instigating or encouraging the violence and/or failing to prevent or halt violence by third parties;

  • Call for swift action to ensure the safety and security of the residents of La Leonesa and neighbouring communities;

  • Urge local authorities to protect the right to freedom of information and expression in order to allow the communities living in agro-industrial areas to seek, receive and disseminate information, including in public forums, around the possible effects of widespread spraying of crops;

  • Where credible evidence regarding the negative health impact of spraying of agro-chemicals exists, health authorities must carry out monitoring and investigations in line with their responsibility to respect the right to health.