Aktivist geschlagen

Der angolanische Jugendaktivist Francisco Mapanda wurde am 3. September 2016 vom Gefängnis Comarca de Viana in das Gefängnis Comarca de Caquila gebracht. Zuvor war er von Gefängnisbeamt_innen geschlagen worden, da er darum gebeten hatte, dass seine Familie über die geplante Verlegung informiert wird, bevor er dieser zustimmt.

Appell an

JUSTIZ- UND MENSCHENRECHTSMINISTER
Rui Jorge Carneiro Mangueira
Ministry of Justice and Human Rights
Rua 17 Setembro, No. 32
CP 1986, Luanda
ANGOLA
(Anrede: A sua Excelência / Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 244) 222 330 327
E-Mail: rui.mangueira@minjus.gov.ao

Sende eine Kopie an

DIREKTORIN DER STAATLICHEN MENSCHENRECHTSBEHÖRDE
Ana Celeste Januario
National Center of Human Rights
E-Mail: ana.januario@minjusdh.gov.ao
oder celestejanuario5@yahoo.com
Fax: (00 244) 222 333 407

BOTSCHAFT DER REPUBLIK ANGOLA
S. E. Herrn Alberto Correia Neto
Wallstraße 58
10179 Berlin
Fax: 030-2408 9712
E-Mail: botschaft@botschaftangola.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. Oktober 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte heben Sie den Schuldspruch gegen Francisco Mapanda auf und lassen Sie ihn sofort und bedingungslos frei, da er ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der allein wegen der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Francisco Mapanda bis zu seiner Freilassung weder Folter noch anderweitiger Misshandlung ausgesetzt ist.

  • Beenden Sie die Einschüchterung, Drangsalierung und willkürliche Inhaftierung von Aktivist_innen und Menschenrechtsverteidiger_innen. Sorgen Sie stattdessen dafür, dass die Rechte auf Vereinigungs-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit in Angola geachtet werden.

Sachlage

Am 3. September 2016 wurde Francisco Mapanda von Gefängnisbeamt_innen darüber informiert, dass er vom Gefängnis Comarca de Viana in das Gefängnis Comarca de Caquila gebracht werden soll. Ein Gefängnisbeamter begründete diese Entscheidung damit, dass "Francisco Mapandas Freunde außerhalb des Gefängnisses Chaos verursachten". Der Aktivist bat die Gefängnisbeamt_innen, seine Familie über die bevorstehende Verlegung zu informieren. Anschließend würde er zustimmen, seine Sachen packen und mitkommen. Als Reaktion auf diese Bitte sagten die Polizeibeamt_innen, dass Francisco Mapanda kein Recht hätte, seine Familie zu informieren und schlugen ihn.

Nach seiner Ankunft im Gefängnis Comarca de Caquila trat Francisco Mapanda in einen Hungerstreik und forderte, dass seine Familie über seinen Aufenthaltsort informiert wird. Drei Tage später beendete er den Hungerstreik, nachdem seine Mutter ihn am 6. September besucht und ihm etwas zu essen gebracht hatte. Sie gab an, dass das Gefängnis Comarca de Caquila viel weiter von ihrem Zuhause entfernt sei, als das andere. Dies stelle ein großes Hindernis für sie sowie für weitere Verwandte und Freund_innen dar, die Francisco Mapanda besuchen wollen. Francisco Mapanda verbüßt eine achtmonatige Gefängnisstrafe.

"Das Chaos", auf das sich der Gefängnisbeamte bezog, waren friedliche Demonstrationen, die von Aktivist_innen eine Woche lang vor dem Gefängnis Comarca de Viana organisiert worden waren. Sie hatten Francisco Mapandas Freilassung gefordert. Acht Personen wurde am Morgen des 3. September nicht gestattet, Francisco Mapanda zu besuchen. Unter ihnen befanden sich Luaty Beirão, Nuno Álvaro Dala, Laurinda Gouveia und Rosa Conde, Mitglieder der als "Angola 17" bekannten Gruppe. Fünf von ihnen wurden Handschellen angelegt, sie wurden geschlagen und in die zentrale Polizeistation von Viana (Comando de Divisão da Polícia Nacional em Viana) gebracht, nachdem sie sich bei den Polizeibeamt_innen nach den Gründen für das Besuchsverbot erkundigt hatten. Einige Stunden später wurden sie freigelassen. Es wurde keine Anklage gegen sie erhoben.