Drohende Hinrichtung
Ergebnis dieser Urgent Action
Der 56-jährige David Zink wurde am 14. Juli im US-Bundesstaat Missouri hingerichtet. Er war im Juli 2004 wegen des drei Jahre zuvor begangenen Mordes an der 19-jährigen Amanda Morton zum Tode verurteilt worden.
Demonstration gegen die Todesstrafe in Boston, USA
© Amnesty International
Der 56-jährige David Zink soll am 14. Juli in Missouri hingerichtet werden. Er wurde im Juli des Jahres 2004 wegen eines drei Jahre zuvor begangenen Mordes zum Tode verurteilt.
Appell an
GOUVERNEUR VON MISSOURI
Office of Governor Jay Nixon
P.O. Box 720
Jefferson City
MO 65102
USA
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 1) 573 751 1495
E-Mail: über http://governor.mo.gov/contact/
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S. E. Herrn John Bonnell Emerson
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 14. Juli 2015 eintreffen.
Amnesty fordert:
FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich bitte Sie eindringlich, die Hinrichtung von David Zink zu stoppen und ihn zu begnadigen.
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Ich möchte die Schwere des Verbrechens in keiner Weise verharmlosen.
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Es bereitet mir Sorge, dass es schwerwiegende Probleme bei der Verteidigung von David Zink vor Gericht gegeben hat.
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Zudem hat die Jury nicht von Beweismaterial erfahren, das auf eine Verbindung zwischen einer Krankheit, die er als Kind erlitt, und seinen Hirnschäden hinweist.
- Bitte berücksichtigen Sie auch die Beweise für David Zinks Rehabilitation und seine positiven Beiträge im Gefängnis und zum Leben weiterer Insassen.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Calling for David Zink’s execution to be stopped and for him to be granted clemency.
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Expressing concern at the evidence of serious problems in relation to his legal representation at trial.
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Adding that the jury did not hear evidence of the link between his childhood illness and brain damage.
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Noting evidence of David Zink’s rehabilitation and positive contribution in prison and to the lives of inmates.
- Explaining that you are not seeking to downplay the seriousness of the crime.
Sachlage
Am 12. Juli 2001 fand sich die Polizei am Ort eines Verkehrsunfalls in der Nähe von Stafford, Missouri, ein. Sie fand ein Fahrzeug, das Amanda Morton gehörte. Die Behörden fanden später heraus, dass der Geländewagen von David Zink in ihr Auto hineingerast war und dass beide Personen die Unfallstelle in David Zinks Wagen verlassen hatten. Die 19-jährige Amanda Morton wurde als vermisst gemeldet, und ein Motelbesitzer identifizierte sie als die Frau, die mit David Zink in ein Zimmer eingecheckt hatte. Dieser wurde daraufhin bei sich zu Hause festgenommen, gestand den Mord an Amanda Morton und führte die Polizei zu ihrer Leiche.
David Zink hatte schon lange psychische Probleme. Ein Psychologe riet seinen Rechtsbeiständen, ihn oft zu treffen, ihm Klarheit und Stabilität zu vermitteln, ihn bezüglich des Falles auf dem Laufenden halten und ihm das Gefühl zu geben, an den Vorgängen teilzuhaben. Diesem Rat konnten die Rechtsbeistände jedoch nicht Folge leisten: Aufgrund von Arbeitspensum, Budgetkürzungen und weiteren Problemen der Strafverteidigung wurde er in der Zeit vor seinem Gerichtsverfahren von sechs verschiedenen Anwält_innen vertreten. Das Verfahren wurde mehrmals verschoben und die Beziehung des Angeklagten zu seinen Rechtsbeiständen verschlechterte sich zusehends. Der Psychologe befand im Jahr 2003, dass die Differenzen zwischen dem Angeklagten und seinen Rechtsbeiständen unüberwindbar seien. Die Verteidigung teilte dies dem Richter allerdings nicht mit.
Anfang 2004 entschied David Zink, dass er sich selbst verteidigen wolle. Er sagte dem Richter, dass er diese Entscheidung aufgrund der unzureichenden Vertretung seitens seiner Rechtsbeistände getroffen hatte. Der Richter gestattete ihm, sich selbst vor Gericht zu vertreten. Jedoch ging man David Zinks Vorwürfen über das Versagen seiner Rechtsbeistände und ihre unzureichende Kommunikation mit ihm nicht nach.
Obwohl die Jury letztendlich Zeugenaussagen über seine psychologischen Probleme und seine schwierige Kindheit hörte, erfuhr sie nicht von seinen Hirnschäden, nachdem David Zink es seinen Rechtsbeiständen erlaubt hatte, ihn in der Phase der Strafzumessung zu vertreten. Die Ursache der Hirnschäden könnte eine Meningoenzephalitis, eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, sein, an der er im Alter von drei Jahren erkrankt war. Im Juni 2015 beurteilte ein Neuropsychologe David Zink und stellte fest, dass er in einigen Bereichen der kognitiven Kontrolle "stark eingeschränkte Fähigkeiten" besäße und darüber hinaus "eindeutige geistige Defizite bei der neurokognitiven Verarbeitung" aufweise. Dem Neuropsychologen zufolge würde er "die größten Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Informationen haben, wenn die Defizite durch mehrere Faktoren gleichzeitig verschlimmert werden, so wie Stress, Zeitdruck, Schlafmangel, Alkoholkonsum und/oder sonstigen Suchmittelmissbrauch". Dennoch würde David Zink sich weiterhin gut am Gefängnisleben beteiligen können, so wie er es seit 2004 getan habe. Zahlreiche weitere Insassen unterstützen eine Begnadigung David Zinks und sprachen von Reue, Rehabilitation und positiven Beiträgen zum Gefängnisleben.