Jugendliche gefoltert

Drei männliche Jugendliche und drei Erwachsene werden seit ihrer Teilnahme an einer friedlichen Demonstration am 28. April in einem Gefängnis im Bundesstaat Nord-Darfur festgehalten. Sie sollen gefoltert oder auf andere Weise misshandelt worden sein. Der Kontakt zur Außenwelt wird ihnen verweigert.

Appell an

JUSTIZMINISTER
Mohammed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302
Al Nil Avenue
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 764 168

INNENMINISTER
Ibrahim Mohamed Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum,
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

Sende eine Kopie an

PRÄSIDENT
HE Omar Hassan Ahmad Al Bashir
Office of the President
People’s Palace
PO Box 281
Khartoum
SUDAN
Fax: (00 249) 183 782 541

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha Aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-8940 9693
E-Mail: poststelle@botschaftsudan.homepage.t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. Juni 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie nachdrücklich auf sicherzustellen, dass Osman Adam Yagoub, Abdul Razig Issa Adam Idriss, Izz Eldin Mohamed Bokra, Farah Eldin Adam Ishag, Abeid Tibin Diya Elnour und Ilhamm Yousuf Mohamed Abdul Majid umgehend Zugang zu ihren Familien, AnwältInnen ihrer Wahl und der erforderlichen medizinischen Behandlung erhalten. Gewährleisten Sie zudem, dass die Minderjährigen in eine Hafteinrichtung für Jugendliche verlegt werden, in der sie ihrem Alter entsprechend behandelt werden.

  • Lassen Sie die Inhaftierten sofort und bedingungslos frei, sofern sie nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden.

  • Stellen Sie sicher, dass keiner von ihnen gefoltert oder misshandelt wird.

  • Stellen Sie bitte sofort die Schikane und Einschüchterungsversuche gegen engagierte Menschen ein und respektieren Sie ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the authorities to ensure immediately that the six people (naming them) have access to their families, lawyers and any medical treatment they may require and ensure the children are moved to a facility segregated from adults which can provide them with treatment appropriate to their age and legal status.

  • Urging them to ensure that the six people are released immediately and unconditionally.

  • Calling on the authorities to ensure that the six people are not tortured or otherwise ill-treated and investigate the reports of torture and prosecute those responsible.

  • Calling on the authorities to put an immediate stop to the harassment and intimidation of activists in Sudan and to respect their right to freedom of expression and peaceful assembly.

Sachlage

Die sechs Personen wurden kurz nach friedlichen Demonstrationen in den Binnenflüchtlingslagern Al Salaam und Abu Shouk in Darfur von Angehörigen der Polizei und des Geheimdienstes "National Intelligence and Security Service" (NISS) festgenommen. Die Menschen dort hatten gegen Vorschläge für neue Modalitäten bei der Lebensmittelausgabe in den Flüchtlingslagern demonstriert. Die Festgenommenen wurden in die Einrichtungen des NISS nach Al-Fashir, der Hauptstadt von Nord-Darfur, gebracht.

Drei weitere Personen, die zusammen mit den Genannten festgenommen worden waren, wurden nach Verhören durch den NISS wieder freigelassen. Die sechs Personen indes brachte man später ins Shalla-Gefängnis in Al-Fashir, wo sie auf Grundlage des sudanesischen Strafgesetzbuchs von 1991 verschiedener Straftaten angeklagt wurden, darunter "Ausschreitungen" und "Störung der öffentlichen Ordnung".

Bei den Jugendlichen handelt es sich um Schüler weiterführender Schulen: Osman Adam Yagoub, Abdul Razig Issa Adam Idriss und Izz Eldin Mohamed Bokra. Die Namen der Erwachsenen werden mit Farah Eldin Adam Ishag, Abeid Tibin Diya Elnour und Ilhamm Yousuf Mohamed Abdul Majid angegeben. Ilhamm Yousuf Mohamed Abdul Majid ist ins Shalla-Frauengefängnis in Al-Fashir verlegt worden.
Mindestens vier der Festgenommen, darunter die drei Jugendlichen, sollen vom NISS gefoltert oder anderweitig misshandelt worden sein. Die Behörden verweigern ihnen derzeit den Kontakt zu ihren Familien und Rechtsbeiständen.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie nachdrücklich auf sicherzustellen, dass Osman Adam Yagoub, Abdul Razig Issa Adam Idriss, Izz Eldin Mohamed Bokra, Farah Eldin Adam Ishag, Abeid Tibin Diya Elnour und Ilhamm Yousuf Mohamed Abdul Majid umgehend Zugang zu ihren Familien, AnwältInnen ihrer Wahl und der erforderlichen medizinischen Behandlung erhalten. Gewährleisten Sie zudem, dass die Minderjährigen in eine Hafteinrichtung für Jugendliche verlegt werden, in der sie ihrem Alter entsprechend behandelt werden.

  • Lassen Sie die Inhaftierten sofort und bedingungslos frei, sofern sie nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden.

  • Stellen Sie sicher, dass keiner von ihnen gefoltert oder misshandelt wird.

  • Stellen Sie bitte sofort die Schikane und Einschüchterungsversuche gegen engagierte Menschen ein und respektieren Sie ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit.

[APPELLE AN]

JUSTIZMINISTER
Mohammed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302
Al Nil Avenue
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 764 168

INNENMINISTER
Ibrahim Mohamed Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum,
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

KOPIEN AN
PRÄSIDENT
HE Omar Hassan Ahmad Al Bashir
Office of the President
People’s Palace
PO Box 281
Khartoum
SUDAN
Fax: (00 249) 183 782 541

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha Aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-8940 9693
E-Mail: poststelle@botschaftsudan.homepage.t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. Juni 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Vor dem Hintergrund der zweiten Runde der Vorbereitungen für Friedensverhandlungen in Doha, der Hauptstadt von Katar, hat sich die Lage in Darfur seit Februar 2010 weiter verschlechtert. Die Kämpfe nahmen im Dezember 2010 wieder zu, nachdem die Regierung die Verbindungen zur Sudan Liberation Army/Minni Minawi-Fraktion (SLA/MM), die das Friedensabkommen für Darfur 2006 unterzeichnete, gekappt hatte. Die Regierungstruppen führten Angriffe gegen Binnenflüchtlingslager und in den Städten Dar el Salam, Shangil Tobaya und Khor Abeche.

Nach UN-Schätzungen wurden als Folge des Darfur-Konflikts seit dem Jahr 2003 rund 300.000 Menschen getötet und mehr als 2,7 Millionen vertrieben. Der Konflikt ist seit jeher geprägt von Menschenrechtsverletzungen und Verstößen gegen das Völkerrecht, dazu zählen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

In Darfur nehmen Sicherheitskräfte, wie der Geheimdienst NISS, immer wieder willkürlich Menschen fest und inhaftieren sie. Amnesty International hat zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen Menschen aus Darfur über lange Zeiträume ohne Gerichtsverfahren in Haft gehalten wurden. Gefangene werden gefoltert und auf andere Weise misshandelt, und man verwehrt ihnen den Zugang zu fairen Gerichtsverfahren.

Am 20. April wurden nach Protesten von Studierenden an der Universität Nyala, der Hauptstadt von Süd-Darfur, etwa 100 Personen festgenommen. Die Studierenden und andere Personen hatten gegen die schlechten Lebensbedingungen und die prekäre Sicherheitslage in Darfur protestiert und gefordert, dass die für Menschenrechtsverletzungen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Fünf Studierende befinden sich nach wie vor in Haft und sollen gefoltert oder anderweitig misshandelt worden sein.

Das "Gesetz über die nationale Sicherheit" (National Security Act), das im Februar 2010 in Kraft trat, gesteht dem NISS nach wie vor weitreichende Befugnisse zur Festnahme und Inhaftierung von Personen zu. NISS-Angehörige nutzen diese Befugnisse oft aus, um Menschen willkürlich festzunehmen, zu inhaftieren sowie zu foltern oder auf andere Weise zu misshandeln. Amnesty International hat zahlreiche Fälle über Folterungen und Misshandlungen durch NISS-Angehörige dokumentiert.